11.04.2017, 17:36 Uhr

Wolf in St. Georgen gesichtet

Diese Foto wurde von einer Wildkamera im Gemeindegebiet von St. Georgen gemacht. (Foto: Burgenländischer Jagdverband)

Noch ist nicht ganz klar, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Es könnte aber auch jener Wolf aus St. Margarethen sein.

ST. GEORGEN (ft). Drei Wochen nachdem bekannt wurde, dass ein Wolf im Wald von St. Margarethen lebt, soll nun auch im Leithagebirge ein Artgenosse gesichtet worden sein.

Bezirksjägermeister bestätigt

"Ja, im Raum St. Georgen wurde das Tier von einer Wildkamera fotografiert", bestätigt Bezirksjägermeister Thomas Wucsits den Bezirksblättern. Eine 100%ige Bestätigung seitens der Wissenschaft stehe zwar noch aus, bei dem gesichteten Tier soll es sich aber "ziemlich sicher" um einen Wolf handeln.

"Sammeln jetzt einmal Fakten"

Derzeit sei die Jägerschaft damit beschäftigt, Fakten über das mögliche Raubtier am Leithaberg zu sammeln. Dazu werden Fotofallen aufgestellt und nach Kotspuren gesucht. "Es wurden schon einige Risse rund um den Leithaberg entdeckt, allerdings sind diese zu alt, um sie dem Wolf zuweisen zu können", erklärt Wucsits. Man stehe aber in engem Kontakt mit dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien. "Dort wurde das Foto bereits analysiert und es heißt, es handelt sich sehr wahrscheinlich um einen Wolf. Eine Bestätigung kann aber nur mit einer DNA-Analyse erfolgen", erklärt Andreas Duscher vom Burgenländischen Landesjagdverband. Es wäre zudem auch denkbar, dass es sich beim gesichteten Tier um jenen Wolf aus St. Margarethen handelt. "Die Strecke von St. Margarethen nach St. Georgen wäre für ihn kein Hindernis."

"Kein Grund zur Besorgnis"

Selbst wenn sich der Verdacht, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, bestätigen sollte, besteht laut Wucsits kein Grund zur Besorgnis: "Die Bestände mancher Wildarten werden zwar eklatant zurückgehen, Angst vor dem Wolf braucht aber niemand zu haben." Grundsätzlich solle das Raubtier in Ruhe gelassen werden. "Natürlich sollte niemand versuchen, das Tier zu finden, was sowieso keinem gelingen wird. Und Waldspaziergänger mit Hunden sollten diese unbedingt an die Leine nehmen, denn wenn sie Witterung aufnehmen und das Tier aufspüren, wäre es schade um den Hund."

"Politik und Behörden gefragt"

Grundsätzlich sei der Wolf im Leithagebirge eine Angelegenheit für Politik und Behörden. "Für uns Jäger ist der Wolf eigentlich uninteressant, da er geschützt ist. Was mit ihm geschieht, entscheidet er ohnenhin selbst. Wenn er sich wirklich dauerhaft ansiedeln würde, muss man sich die Frage stellen, wie viele Wölfe die Region verträgt und ob man sie dann nicht vielleicht umsiedeln muss", so Wucsits.
Schließlich koste ein Wolf auch Geld: "Dem Steuerzahler in der Schweiz kostet ein Wolf 169.000 Franken im Jahr. In Frankreich sind es um die 62.000 Euro."
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Alfred Hoeld aus Eisenstadt | 12.04.2017 | 04:44   Melden
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Tom Schulze-Helmke aus Eisenstadt | 12.04.2017 | 14:13   Melden
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