03.10.2017, 12:04 Uhr

Machtwechsel in Hornstein: Wolf ist glücklich, Pratl schweigt

Jahrzehntelang hatte in Hornstein die SPÖ das Sagen. Am Sonntag hat sich das politische Blatt gewendet. (Foto: ÖVP)

Das sagen Christoph Wolf (ÖVP), Judith Pratl (SPÖ) und Ex-Ortschef Herbert Worschitz (SPÖ) zum Wahlausgang in der Marktgemeinde

HORNSTEIN (ft). Viele Jahrzehnte lang lag Hornstein fest in roten Händen, am Sonntag hat sich das politische Blatt jedoch gewendet: Christoph Wolf (ÖVP) ist mit 56,98 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister der Marktgemeinde gewählt worden. Auch an Mandaten legte die ÖVP zu und konnte das 2012er-Ergebnis sogar komplett drehen: 13 Mandate fallen nun auf die ÖVP, 10 auf die SPÖ, die unter Bürgermeisterkandidatin Judith Pratl ins Rennen gegangen war und dabei eine vernichtende Niederlage einstecken musste.

Rücktritt von Pratl?

Die große Frage lautet nun: Was geschieht mit Judith Pratl? Die Pensionistin, die nächstes Jahr ihren 60er feiert, soll Gerüchten aus Hornstein zufolge bereits inoffiziell zurückgetreten sein. In einem Telefonat mit den Bezirksblättern zeigt sich die SPÖ-Spitzenkandidatin auf die Frage, wie es jetzt weiter gehe, kryptisch: "Ich möchte mich jetzt dazu nicht äußern. Es wird derzeit vieles besprochen und es wird von den richtigen Leuten zum richtigen Zeitpunkt bekannt gegeben werden."

Worschitz hätte andere Strategie gewählt

Wer die SPÖ Hornstein in Zukunft anführen soll, ist momentan also noch ungewiss. Fest steht allerdings, dass Ex-Bürgermeister Herbert Worschitz (2001-2017) einen derartigen Wahlausgang erwartet hat, wie er den Bezirksblättern erklärt: "Ich habe in einer Sitzung davor gewarnt und habe einen Wahlausgang in dieser Art auch erwartet. Ich hätte einen anderen Wahlkampf, einen reinen Vorzugswahlkampf geführt. Ich will jetzt nicht der Gescheite sein, aber vielleicht wäre es dann besser gelaufen."  

"Würde Neuaufbau machen"

Auch Worschitz habe Gerüchte vernommen, wonach Pratl nicht mehr weitermachen werde. "Aber das sind wirklich nur Gerüchte." Er, der 16 Jahre lang das Ortszepter in den Händen hielt, würde nun "einen Neuaufbau mit einem neuen Spitzenkandidaten machen". "Nach der Wahl ist vor der Wahl. Ich würde einen erfahrenen Vizebürgermeister hinsetzen und eine andere Strategie wählen."

Wolf ist sehr glücklich

Während es im roten Hornstein also noch viel Gesprächs- und Diskussionsbedarf geben dürfte, ist der frisch gewählte Neo-Ortschef Christoph Wolf "sehr glücklich", wie er den Bezirksblättern erzählt. "Es ist ein großer Vertrauensvorschuss! Ich möchte mich bei meinem Team bedanken und sehe unsere gute Arbeit in den letzen fünf Jahren belohnt."

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