Jobprofil: Mutter und Powerfrau

REGION (bks). „Am Anfang ist es das permanente schlechte Gewissen, zu wenig Zeit für das Kind zu haben", so Birgit Freudenthaler über die Herausforderungen als berufstätige Mutter. Mit welchen Hürden frau es zu tun hat, weiß die Inhaberin der Sija Modeschmuck GmbH in Enns aus eigener Erfahrung. „Wenn das Kind plötzlich krank wird oder Einrichtungen geschlossen sind, kann sich die Organisation der Betreuung oft als schwierig erweisen", so die Unternehmerin.

Auch Mut ist notwendig

Mit der Doppelbelastung sei man jedoch gewiss nicht alleine. „Durch Frau in der Wirtschaft, deren Bezirksvorsitzende ich seit zwei Jahren bin, habe ich viele Frauen kennen gelernt, die jeden Tag mit dem Thema Kind und Karriere konfrontiert sind", so Freudenthaler. Es würden sich immer wieder anregende Diskussionen ergeben. Die Thematik sei aber auch ein Gleichbehandlungsthema. „Wie viele Männer sind es, die anstatt der Frau die Kinderbetreuung übernehmen? Leider wird noch immer meistens die Frau logischerweise als Kinderbetreuerin gesehen". Bei der Karrierefrau aus Enns stellte sich schließlich die Frage nach einem zweiten Kind. „Wir haben uns gemeinsam entschieden, kein zweites zu bekommen, da ich den Spagat nicht geschafft hätte", so Freudenthaler. Mit ihren Erfahrungen als berufstätige Mutter kann sie jungen Frauen einen hilfreichen Rat mit auf den Weg geben: „Bauen Sie sich ein gutes Betreuer-Netzwerk für ihre Kinder auf und lassen Sie sich bitte nicht von anderen ein schlechtes Gewissen einreden". Es gehöre jedoch auch eine große Portion Mut dazu.

IT-Technikerin und Mutter: Planung ist das Um und Auf

Auch die Niederneukirchnerin Beate Heilingbrunner hat es geschafft, Job und Kinder zu vereinbaren. „Ich bin in der Systemadministration tätig, wo wir auch immer wieder größere und kleinere IT-Projekte abwickeln. Mit meinem Mann habe ich drei Kinder. Sie sind fünf, drei und zwei Jahre alt", so Heilingbrunner. Für sie sei von Anfang an fest gestanden, dass sie im Leben beides will: Mutter sein und ihrem Beruf nachgehen. „Ich wollte es so gut wie möglich unter einen Hut bringen, was mir aus heutiger Sicht gut gelungen ist. Allerdings ist es nicht immer einfach".

Eine der größten Herausforderungen sei die spontane Betreuung der Kinder. Zum Beispiel im Krankheitsfall. „Auch die Betreuung außerhalb der Öffnungszeiten von Krabbelstube und Kindergarten muss gut organisiert sein. Dies ist bei meinem Beruf, insbesondere bei größeren Projekten, erforderlich", sagt die Niederneukirchnerin. Eine gute Kinderbetreuung stelle die Basis, damit Beruf und Kinder gut vereint werden können, dar. Eine vorausschauende Planung sei hierbei sehr wichtig. „Bei meiner Tagesmutter habe ich mich noch in der Schwangerschaft vorangemeldet, damit der Betreuungsplatz gesichert ist“, sagt Heilingbrunner. Der tatsächliche Wiedereinstieg in das Berufsleben sei vom Kind abhängig gewesen. „Sie waren zwischen sieben und zehn Monate alt. Ich startete anfangs mit fünf Stunden pro Woche und erhöhte diese sukzessive auf 20 Stunden“.

Frauennetzwerk Linz-Land bietet Beratung an

Das Frauennetzwerk Linz-Land bietet in Enns eine Frauenberatungsstelle an. Dort können alle Mädchen und Frauen ab 16 Jahren mit den verschiedensten Anliegen und Problemen Hilfe suchen. Neben einer telefonischen Terminvereinbarung unter 0664/73175173 ist es möglich, zu den Öffnungszeiten (Montag von 11 bis 15 Uhr und Mittwoch von 14 bis 18 Uhr) zum Beratungsgespräch zu kommen. Das Thema Karriere und Muttersein ist auch hier ein Schwerpunkt. Die Einrichtung fungiert zudem als Drehscheibe: Wer Informationen und Kontakte bezüglich Kinderbetreuungsmöglichkeiten benötigt, ist gerne willkommen. Mittwochs findet immer ein offener Treff statt. Bei Bedarf ist es außerdem möglich, Netzwerk-Gruppen für den Austausch untereinander zu gründen. Die Beratungsstelle ist am Kirchenplatz 3 in Enns eingerichtet.

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