Arbeitslosigkeit und Kinderbetreuung
Corona setzt Frauen stärker zu

„Frauen sind von Krisen leider immer stärker betroffen als Männer“, sagt Gernot Grammer vom AMS Traun.
  • „Frauen sind von Krisen leider immer stärker betroffen als Männer“, sagt Gernot Grammer vom AMS Traun.
  • Foto: panthermedia/antiksu
  • hochgeladen von Marlene Mitterbauer

Frauen sind von der Corona-Krise in punkto Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Männer.

REGION ENNS. Am 22. Oktober findet österreichweit der „Equal Pay Day“ statt – dieser Tag zeigt die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen auf. In Oberösterreich war er bereits am 6. Oktober, was bedeutet, dass Frauen ab diesem Datum praktisch 87 Tage „unbezahlt“ arbeiten. Frauen sind nach wie vor Männern gegenüber benachteiligt.

„In erster Linie sind es Frauen, die kranke Kinder betreuen, den Haushalt bestreiten oder sich um die Pflege von Angehörigen kümmern.“ Gernot Grammer, AMS Traun

„Die Corona-Krise verstärkt das noch“, betonte Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl am 14. Oktober in der AK-Diskussion zum Thema „Corona bringt Frauen unter Druck“. „Frauen sind von Krisen leider immer stärker betroffen als Männer. Mein Blick gilt hier nicht nur dem Arbeitsmarkt und der damit verbundenen Schlechterstellung von Frauen, sondern auch familiären Tatsachen. Denn in erster Linie sind es Frauen, die kranke Kinder betreuen, mit ihnen die Hausaufgaben erledigen, den Haushalt schmeißen oder sich um die Pflege von Angehörigen kümmern“, sagt Gernot Grammer vom Arbeitsmarktservice (AMS) Traun. Mit Ende September waren in Linz-Land 4.235 Menschen arbeitslos gemeldet – knapp die Hälfte davon sind Frauen. „Männer tun sich beim Arbeit suchen generell leichter, da sie eher keine Betreuungspflichten haben und dadurch flexibler sind. Außerdem können sie Vollzeit arbeiten oder sogar Schichtarbeit annehmen“, so Grammer.

Kinderbetreuung fehlt

Dass die Arbeitslosigkeitsrate bei Frauen höher ist, ist auch dem unzureichenden Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen geschuldet – Denn: Viele Frauen können Jobangebote nicht annehmen, da sich die Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen nicht der Arbeitszeit anpassen. Vor allem im ländlichen Raum sperren Kindergärten zu spät auf oder zu früh wieder zu, manche haben auch nur Vormittags geöffnet, wie die AK kürzlich mitteilte. Präsident der oö. AK Johann Kalliauer fordert die Politik daher auf, die Öffnungszeiten von Kindergärten, Krabbelstuben und Horten den Erfordernissen des Arbeitsmarktes anzupassen. Besonders in Oberösterreich ist die Kinderbetreuung schlecht ausgebaut und es kommt trotz Anschubfinanzierungen in Millionenhöhe durch den Bund kaum zu Verbesserungen. Laut Kinderheimstatistik 2019/20 taugen in Oberösterreich gerade mal 4,4 Prozent der Plätze für Kinder unter drei Jahren, um Vollzeit-Jobs annehmen zu können. Eine Steigerung ist allerdings nicht absehbar: Ihr Anteil ist gegenüber 2018/19 sogar um 0,2 Prozentpunkte zurückgegangen.

OÖ hinkt nach

Damit liegt Oberösterreich im Bundesländervergleich an letzter Stelle. „Es darf also stark angezweifelt werden, ob die Mittel sinnvoll angewendet werden. Die Politik lässt arbeitslos gewordene Frauen und Alleinerziehende jedenfalls im Regen stehen und redet groß von Wahl­freiheit und bedarfsgerechtem Ausbau der Kinderbetreuung“, sagt Kalliauer.

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