12.06.2017, 12:23 Uhr

Fotografieren in Freibädern: Gefahren oft nicht bewusst

Bademeister des Waldsolarbads Hargelsberg, Harald Grobner
REGION ENNS/ST. VALENTIN. Facebook, Instagram, Whatsapp, Snapchat – die Smartphone-Dienste, mit denen wir in sekundenschnelle Fotos und Videos um die Welt schicken können, verbreiten sich rasant. Wer von anderen fotografiert wird, kann kaum kontrollieren, was mit den Bildern geschieht. Wie sieht es zum Beispiel in Schwimbädern aus, wenn wir bloß Badehose oder Bikini tragen?

"Beschwerden kommen vor"

So radikal wie in einigen deutschen Bädern geht zwar in der Region niemand vor. Dort verlangen die Badbetreiber, dass Gäste die Linsen ihrer Handykameras abkleben müssen. Ansonsten dürfen sie das Handy im Freibad nicht benutzen. Die Verantwortlichen beschäftigen sich aber auch hierzulande mit der Thematik. "Ich verfolge die Diskussion um das Fotografieverbot natürlich genau und mit großen Interesse", sagt Jörg Höllmüller, Bademeister des St. Valentiner Schwimmbads. Er habe auch bereits mit der Polizei darüber gesprochen.

"Wir halten uns jedoch an die gesetzlichen Vorgaben, und die sehen so aus, dass das Fotografieren im Freibad weiterhin erlaubt ist." Es sei ein leidiges Thema. "Es kommt schon vor, dass sich jemand beschwert. Besonders Frauen fühlen sich schneller belästigt. Oder es gibt Diskussionen, ob ein Kind auf den Aufnahmen ist." Normalerweise würde sich aber alles in einem Gespräch mit den Beteiligten aufklären.

Kein generelles Fotografieverbot

"Beschwerden hatten wir bis jetzt noch nicht", sagt der Bademeister des Ennser Freibads, Philipp Rummerstorfer. Natürlich fotografieren die Badegäste gerne, Eltern etwa ihre Kinder. "Das geschieht aber immer in einem Kontext." Ein generelles Fotografieverbot hält Rummerstorfer daher nicht für nötig. "In der Badeordnung steht, dass die Sitte gewahrt werden muss, darunter fällt auch das Fotografieren."

30.000 bis 40.000 Gäste erwartet der Ennser Bademeister heuer im Sommer. "Ich bin dazu da, dass der Anstand gehalten wird. Allerdings bemerken wir, dass der Respekt immer weniger wird – vor allem gegenüber dem Bademeister."

Idyllisches Waldsolarbad Hargelsberg

Probleme, die Harald Grobner im idyllischen Waldsolarbad in Hargelsberg weniger kennt. "Bei uns ist es sicher nicht so tragisch wie in den Städten", sagt der Bademeister. "Hier gibt es weniger Reibereien. Ich denke, am Land ist es ruhiger wie etwa in Enns." Beschwerden über Fotos im Freibad hätten ihn noch nicht erreicht, so Grobner. "Aber ich sehe auch bei uns die Jugendlichen herumsitzen und mit dem Handy spielen. Ich glaube, nicht jeder kennt die Gefahren, die das Internet birgt. Was einmal online ist, bleibt für immer im Netz."



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Andreas Habringer aus Enns | 09.06.2017 | 09:11   Melden
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Wolfgang Simlinger aus Enns | 13.06.2017 | 13:32   Melden
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Andreas Habringer aus Enns | 13.06.2017 | 13:38   Melden
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