Wenn Mama und Papa auf der Straße wohnen

PAKIMU-Vereinsobmann Gerhard Ruhs mit zwei seiner ehrenamtlichen Mitarbeitern - Christian Weninger und Slavisa Cacis.
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Es ist ein Problem, das kaum jemanden bewusst ist: Auch Menschen, die wohnungslos sind, haben Kinder. Oft leben diese bei ihren Expartnern. Natürlich wollen die Kinder aber auch ihre unterstandslosen Eltern treffen.

Das ist nicht so einfach in Österreich, weiß Sozialarbeiter Gerhard Ruhs: "In alle Betreuungseinrichtungen darf man erst ab 18 Jahren besuchen." Das heißt, wohnungslose Eltern können ihre Kinder nicht mitnehmen. Ein Treff muss entweder im Park oder bei Schlechtwetter in einem Lokal stattfinden. "Dort muss dann Geld ausgegeben werden, das die Obdachlosen nicht haben", so der 55-Jährige.

Da er selbst im Bereich der Obdachlosenbetreuung arbeitet, kennt er das Problem. So kam ihm die Idee, Müttern und Vätern in einem Vereinslokal in Favoriten das Zusammentreffen mit ihren Kindern zu erleichtern. Der Name des Vereins "Pakimu" setzt sich aus den Worten Papa, Kind und Mutter zusammen.

Täglich ein Menü

Das Tageszentrum steht den Eltern wochentags von 9 bis 15 Uhr zur Verfügung. Einige Eltern haben das Angebot bereits angenommen.

"Es war sehr schön zu sehen, wie sie sich freuen", so Ruhs. Es gibt eine Couch, auf der die Eltern auch mit ihren Kindern kuscheln können. Zusätzlich werden gratis Getränke zur Verfügung gestellt. "Täglich kocht unser ehrenamtlicher Mitarbeiter Christian Weninger ein Menü", so Ruhs.

Die Besuchsmöglichkeit des Tageszentrums stehen allen wohnungs- und obdachlosen Personen offen. Voraussetzung ist, dass sie für ihre Kinder über eine Besuchserlaubnis verfügen: "Die Besucher müssen sich ausweisen."

Feiern und Spenden

Ab 16 Uhr verwandelt sich das Tageszentrum in ein Vereinslokal, das wochentags bis 20 Uhr geöffnet hat, am Samstag von 13 bis 20 Uhr. Dann dürfen keine Eltern mit ihren Kindern kommen.

Kleine Speisen wie Toast oder Würstel gibt es zu günstigen Preisen bzw. Spenden. "Damit finanzieren wir uns das Tageszentrum", so Ruhs. Da der Verein erst am 4. Dezember eröffnet wurde, mangelt es noch an Unterstützern. Die Mietkosten von monatlich 700 Euro sowie alle anderen Ausgaben trägt er bis dato alleine. "Das Projekt ist mir enorm wichtig", erklärt Ruhs seine Investition.

"Es wäre uns sehr geholfen, wenn jemand haltbare Lebensmittel, Kaffee, Tee oder Säfte spendet. Auch über Spielzeug oder Naschsachen für die Kinder freuen wir uns." Auch Mitgliedsbeiträge tragen zum Erhalt der Einrichtung in der Feuchterslebengasse 67/2 bei. "Die sind gestaffelt: 10, 20 oder 30 Euro pro Jahr, je nachdem, wie viel man sich einbringen möchte. Eine weitere Finanzierungsquelle sind Feste, die in Zukunft veranstaltet werden."

Mehr Infos zum Verein finden Sie hier.

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