Anzeige gegen die Haider-Pathologin

Selbst drei Jahre nach dessen Tod kommt Jörg Haider nicht zur Ruhe. Nun tauchen Vorwürfe gegen Haiders Pathologin auf
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  • Foto: KK
  • hochgeladen von Vanessa Pichler

Zur Vorgeschichte: 2010 wurden in Graz vier Personen verhaftet. Der Grund: Sie wurden verdächtigt, ein damals 16-jähriges Mädchen über Jahre missbraucht zu haben. Mehrere Wochen saßen die Beschuldigten – darunter ein pensionierter Richter und die Großeltern des angeblichen Opfers – in Untersuchungshaft.

Verfahren eingestellt
In einer ersten Anzeige gegen die vier Grazer war von körperlichen Missbrauchsspuren die Rede; Psychologen sprachen von „schweren traumatischen Belastungssymptomen“.
Als sich das Mädchen – es ist in der Zwischenzeit verstorben – in Widersprüche verstrickte und von den Verletzungen des Missbrauchs in Gutachten nichts zu lesen war, wurden die Ermittlungen und das Verfahren gegen die Beschuldigten nach zehn Monaten – im Sommer 2011 – eingestellt. Nun erhebt der Ex-Richter schwere Vorwürfe gegen die Justiz, die Ärzte und die Gutachterin.

Ermittelt wird in Klagenfurt
Seine Anzeige wegen Verleumdung wird in Klagenfurt verfolgt. Denn das Oberlandesgericht (OLG) in Graz hat die Klagenfurter Staatsanwaltschaft mit der Angelegenheit betraut, „um nicht den Eindruck der Befangenheit zu erwecken“, so Sprecher Helmut Jamnig. Schließlich steht der Ex-Richter aus Graz hinter der Anzeige.

Beschuldigte untersuchte LH
Brisantes Detail: Eine der angezeigten Personen, der Verleumdung vorgeworfen wird, ist jene Gerichtsmedizinerin, die Jörg Haider nach dessen tödlichem Unfall vor genau drei Jahren obduzierte. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft gegenüber der WOCHE. Schon 2008 wurde heftig über die Ergebnisse der Obduktion diskutiert; sogar Gerüchte über eine zweite Obduktion machten damals die Runde.
Ob es zu einer Anklage gegen die Angezeigten kommen wird, ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen laufen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Tod des Mädchens untersucht
Auch in Oberösterreich ist der Fall noch nicht abgeschlossen. Nach dem Tod des Mädchens in einer oberösterreichischen Nervenklinik tauchte nun ein Gerichtsgutachten auf, das eine erhöhte Konzentration eines Narkosemittels in ihrem Blut feststellte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. Das abschließende Gutachten liegt noch nicht vor.

Haiders Obduktion:
Nachdem LH Jörg Haider in der Nacht auf den 11. Oktober in Lambichl in den Tod raste, fand die Obduktion an der Grazer Gerichtsmedizin statt. „Ich habe keinen Zweifel an den Ergebnissen“, sagte die nunmehr Beschuldigte. Sie stellte 1,8 Promille Alkohol im Blut Haiders fest.

Autoren: K. Strobl, M. Lugger, G. Leitner

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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