"Kärntner FP-Minister"

Heinz Christian Strache auf Kärnten-Besuch mit LH-Stv. Uwe Scheuch
  • Heinz Christian Strache auf Kärnten-Besuch mit LH-Stv. Uwe Scheuch
  • hochgeladen von Vanessa Pichler

WOCHE: Wiener Bürgermeister sind Sie nicht geworden – ihr nächstes Ziel?
HC Strache: Unser Ziel ist es, zur stärksten und bestimmenden Kraft in Österreich zu werden. Das muss unser Ziel sein, damit wir den rot-schwarzen Proporz, die Abgehobenheit und Ausgrenzungspolitik gegenüber uns überwinden.

Wird es im Fall einer Regierungsbeteiligung Kärntner Minister geben?
Selbstverständlich, wir sind eine Gemeinschaft aus tollen Persönlichkeiten in allen Bundesländern und gerade in Kärnten gibt es welche, die Regierungserfahrung haben – darauf werden wir zurückgreifen.

Wer bietet sich an?
Da sitzt schon einer mit Uwe Scheuch, ein junger Politiker mit Erfahrung als Landesrat. Er ist für alle zukünftigen Möglichkeiten ein wesentlicher Ansprechpartner für mich.

Herr Scheuch, ist das eine Option für Sie?
Scheuch: Das Wort ehrt mich. Es tut immer gut, wenn man politische Möglichkeiten hat. Ich beschäftige mich aber nicht mit dem Thema, wo ich in drei oder fünf Jahren sein werde, ich mache meine Arbeit hier wahnsinnig gern.

Man hört, Kärnten hat in der Bundeshauptstadt keinen guten Ruf, wie erlebt das der FPÖ-Chef?
Strache: Das ist eine absolute Frechheit, was wir für ein Kärnten-Bashing erleben müssen von seiten der SPÖ und ÖVP. In einer unglaublich miesen Art und Weise wird ein falsches Bild über Kärnten gebracht.

Kärnten ist schwer verschuldet, dazu kommt der Hypo-Skandal – wie groß ist die Verantwortung der LH-Partei?
Gerade die Hypo-Geschichte – das ist ja unfassbar. Da gibt es einen Verkauf, in den hunderte Experten eingebunden sind. Jahre später kommen die, die die Bank gekauft haben, und wollen die Gelder zurückhaben. Und ich wundere mich, das eine Rot-Schwarze-Regierung bei diesem Spiel mitgespielt hat. Wir hätten als Österreicher gar nicht einspringen müssen. Die Landesregierung hat keinerlei Schuld.

Kärntens Bevölkerung schrumpft. Viele diagnostizieren Zuwanderung als einen Ausweg – Sie auch?
Der völlig falsche Weg! Es ist ein Irrtum zu glauben, dass man zu wenige Kinder mit Zuwanderung kompensieren kann. Studien zeigen: Bei einer Massenzuwanderung hätten wir in wenigen Jahrzehnten eine muslimische Mehrheitsbevölkerung, wenn wir nicht gegensteuern. Das Ziel muss eine Familienpolitik sein, mit der man sich für ein zweites, drittes und viertes Kind entscheiden kann, ohne in der Armutsfalle zu enden.

Von 150 zweisprachigen Ortstafeln ist die Rede; Stefan Petzner fordert weniger als Hundert, und Sie?
Für uns steht fest: Es ist an einer nachhaltigen, endgültigen und verfassungsmäßigen Lösung zu arbeiten. Es braucht dazu auch in irgendeiner Art und Weise eine Minderheitenfeststellung, eine faktische statistische Grundlage und eine direkte Entscheidung der Kärntner Bevölkerung.

Ist die Lösung 2011 möglich?
Die Chance ist da, keine Frage. Die ÖVP hat ja gerade versucht, das zu torpedieren. Schauen wir, ob noch andere Störmanöver der Fall sein werden.

Die FPK hat Burka und den Bau von Minaretten verboten – macht das in einem Land wie Kärnten überhaupt Sinn?
Damit ist es gesichert, dass es nicht möglich ist – deshalb ist es kein Thema in Kärnten mehr. Wir wollen das auf anderes Bundesländer ausdehnen.

Besuchen Sie diesmal auch das Grab Jörg Haiders?
Nein. Es ist wichtig, seine großartigen Leistungen in Erinnerung zu bewahren. Es ist aber auch wichtig, dass wir die Gegenwarts- und Zukunftsprobleme im Auge haben. Da ist es nicht immer dienlich zurückzuschauen. Wir schauen nach vorne – das würde auch Jörg Haider so wollen.

Braucht man in Kärnten Haider nicht, um als Freiheitliche Partei erfolgreich zu sein?
Er hat in den Geschichtsbüchern seinen fixen Platz. Es ist aber auch entscheidend, dass es eine Emanzipation gegeben hat. Es gibt heute eine neue Generation und das Leben geht weiter. Unsere Verantwortung, die wir heute leben, müssen wir meistern.

Waren Sie schon mit Uwe Scheuch auf der Jagd?
Strache: Zumindest auf der Balz war ich dabei, wenn es um den Jägerball in Wien gegangen ist.
Scheuch: Als nächsten Schritt der Kooperation werden wir heuer im Winter gemeinsam Skifahren gehen.

Waren Sie am Sternhof?
Strache: Ich habe meine Premiere zu Ostern des heurigen Jahres gehabt; ich war zu einer Jause von der Familie Scheuch eingeladen.
Scheuch: Ganz privat.

Interview von Gerd Leitner

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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