AMS Gänserndorf
Gute Aussichten für den Gänserndorfer Arbeitsmarkt

Hat posivite Zahlen für 2018 und eine gute Prognose für 2019: Gänserndorfs AMS Chef Alfred Walbert
  • Hat posivite Zahlen für 2018 und eine gute Prognose für 2019: Gänserndorfs AMS Chef Alfred Walbert
  • Foto: B.V.Lachner
  • hochgeladen von Ulrike Potmesil

BEZIRK GÄNSERNDORF. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist die Arbeitsmarktbilanz 2018 positiv: Die Gänserndorfer Arbeitslosenquote wird aller Voraussicht nach mit 8,8% erstmals seit dem Jahr 2014 wieder deutlich unter der 9%-Marke zu liegen kommen. Mit einem Minus von 5,2% hat der Bezirk Gänserndorf die Arbeitslosigkeit zwar deutlich geringer als Gesamtniederösterreich abbauen können (-9,8%); trotzdem waren durchschnittlich pro Monat um über 200 Personen weniger arbeitslos vorgemerkt, als noch vor einem Jahr. Bei den unselbständig Beschäftigten wird Gänserndorf einen neuen Rekord mit etwa 43.300 (+2,2%) Personen im Jahresdurchschnitt verzeichnen; das ist eine der höchsten Steigerungsraten in Niederösterreich. Der Rückbau der Arbeitslosigkeit ist in allen relevanten Zielgruppen zu verzeichnen. Gleichzeitig werden heuer voraussichtlich mehr als 5.220 GänserndorferInnen ihre Jobsuche mit einer Arbeitsaufnahme beenden. Mit einem Plus von 8,6% verzeichnet der Bezirk die größte Zuwachsrate bei den Jobaufnahmen. Zugleich wurden noch nie so viele freie Stellen inklusive Lehrstellen, die dem AMS bekanntgegeben wurden, mit einer Arbeitskraft oder einem Lehrling besetzt wie 2018.

Erwartungen übertroffen

Das Jahr 2018 hat – so wie es derzeit aussieht – auch die Erwartungen von WirtschaftsforscherInnen übertroffen. Rechneten das Institut Synthesis noch Anfang des Jahres mit einem Wirtschaftswachstum von 2,4%, so wird das BIP in diesem Jahr voraussichtlich mit einem Plus von 3,0% abschließen. Die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung im gesamten europäischen Raum sorgte für eine nachhaltige Nachfrage nach Arbeitskräften auch in Ländern, deren BürgerInnen mangels entsprechender Angebote in ihren Heimatländern in (Nieder-) Österreich nach attraktiven Jobs suchten. „Die bisher beobachteten innereuropäischen Wanderungsbewegungen nehmen ab. Wir werden heuer in Niederösterreich beim Plus im Arbeitskräfteangebot klar im vierstelligen Bereich bleiben“, erklärt der Geschäftsstellenleiter des AMS Gänserndorf, Alfred Walbert. In Summe werden 2018 rund 672.700 Personen am niederösterreichischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, ein Plus von „nur“ 1,1% (Vgl. 2017 1,3% sowie 2015 und 2015 jeweils 1,6%) oder 7.400 Personen.

Am Arbeitsmarkt herrschte eine rege Nachfrage nach Personal, die für einen deutlichen Rückbau der Arbeitslosigkeit und einen neuerlichen Beschäftigtenrekord sorgten:

Vierthöchster Beschäftigtenzuwachs: Mit voraussichtlich 43.300 unselbständig Beschäftigten verzeichnet Gänserndorf im Jahr 2018 einen neuerlichen Beschäftigtenrekord. Gegenüber dem Jahr 2017 ist das ein Zuwachs an etwa 940 beschäftigten Personen oder 2,2%. Das ist hinter den Bezirken Schwechat, Tulln und Wiener Neustadt die vierthöchste Wachstumsrate.
Stärkster Rückgang der Arbeitslosigkeit seit der Jahrtausendwende: Voraussichtlich 4.150 Personen werden im Jahresdurchschnitt 2018 arbeitslos gewesen sein. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von 5,2%. Ein ähnlich großes Minus wurde zuletzt um die Jahrtausendwende erreicht. Von der positiven Arbeitsmarktentwicklung profitieren allerdings Männer (-7,8% auf 2,240) stärker als Frauen (-1,9% auf 1.916).

Arbeitslosenquote ist um 0,6%-Punkte gesunken: Die Gänserndorfer Arbeitslosenquote wird heuer damit Vergleich zu 2017 um 0,6%-Punkte auf voraussichtlich 8,8% sinken. Erstmals seit dem Jahr 2014 eine Quote, die wieder unter der 9%-Marke liegt.
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Vermittlungsdrehschiebe AMS surrt auf Hochtouren

Voraussichtlich rund 5.220 Gänserndorfer Jobsuchende werden 2018 ihre Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme beenden. Das Plus um 8,6% bedeutet die höchste Steigerungsrate in Niederösterreich.
Gleichzeitig werden fast 2.100 freie Stellen und Lehrstellen mit einer passenden Arbeitskraft oder Lehrling besetzt sein – ein Plus von über 10% gegenüber dem Jahr 2017.

„Wir konnten Jobsuchenden ein deutlich umfassenderes Vermittlungsangebot machen als in den Jahren davor. Wer sich um eine zumutbare Stelle nicht beworben oder ein passendes Schulungsangebot nicht angenommen hat, musste daher mit Konsequenzen rechnen, nämlich der befristeten Sperre der finanziellen Leistung nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz“, macht AMS Gänserndorf-Chef Alfred Walbert deutlich. In rund 365 Fällen hat das AMS Gänserndorf heuer das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe gesperrt.

Rückbau der Arbeitslosigkeit in allen Bereichen

Minus 17,1% bei der Jugendarbeitslosigkeit: Mit einem deutlichen Minus um 85 Personen beim jahresdurchschnittlichen Bestand ist es gelungen, die Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen in Gänserndorf auf jahresdurchschnittlich voraussichtlich 412 Jugendliche zu senken.
Minus 9,1% Rückgang bei Langzeitarbeitslosen: Von der günstigen Entwicklung am Arbeitsmarkt haben auch Personen profitiert, die bereits ein Jahr oder länger vom AMS in Niederösterreich betreut werden. Mit einem Minus von 9,1% wird in diesem Sektor die Arbeitslosigkeit auf voraussichtlich 1.017 Personen im Jahresdurchschnitt sinken.
Minus 4,7% bei Personen mit ohne bzw. mit geringer Ausbildung: Die gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften machte sich auch bei Personen mit vergleichsweise niedriger Ausbildung bemerkbar. Bei Jobsuchendenden, die maximal einen Pflichtabschluss vorweisen können, gelang der Rückbau der Arbeitslosigkeit um -4,7% auf voraussichtlich jahresdurchschnittlich 1.863 Personen. Allerdings: Fast 45% der arbeitslosen Kundinnen und Kunden des AMS in Niederösterreich haben nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss!
Mehr als jede/r 3. Arbeitslose in NÖ über 50 Jahre: Die Zahl der jahresdurchschnittlich arbeitslosen Personen der Generation 50+ ist zwar im Vergleich zum Vorjahr um knapp 4,2% zurückgegangen (auf 1.472 Personen), dennoch sind gut 35% aller Arbeitslosen 50 Jahre oder älter.

Prognose 2019

„Die Arbeitslosigkeit in Gänserndorf wird nächstes Jahr weiter leicht abnehmen und die Beschäftigtenzahlen werden steigen. Beides allerdings nicht mehr so deutlich wie 2018“, so die Prognose des AMS Gänserndorf Geschäftsstellenleiters Alfred Walbert. Neben der aktiven Arbeitsmarktpolitik des AMS ermöglichen diese Entwicklung ein verlangsamtes, aber weiterhin stabiles Wirtschaftswachstum und eine ungebremste Nachfrage nach Arbeitskräften.

WirtschaftsforscherInnen rechnen damit, dass auch im Jahr 2019 die BIP-Veränderung bei etwa 2% liegen wird (Synthesis mit 1,9% und WIFO mit 2,0%). Gegenüber den Jahren 2017 und 2018 bedeutet das voraussichtlich einen Rückgang, dennoch ist AMS Gänserndorf-Chef Alfred Walbert optimistisch: „Österreichs Wirtschaft wächst seit Ende 2016 ungebrochen und dieser Wachstumsvorsprung kann gehalten werden, wenn der Konjunkturhöhepunkt überschritten ist“, ist er überzeugt.

Stabile Arbeitskräftenachfrage und Kaufkraft

Die Auslastung und künftige Auftragslage – so Synthesis Forschung – wird von den Betrieben mehrheitlich positiv eingeschätzt. Vor allem im Produktionsbereich, in der Bauwirtschaft, bei Wirtschaftsdiensten, im Tourismus sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Die günstige Arbeitsmarktentwicklung trägt auch zu einem Vertrauen der KonsumentInnen und damit zu stabiler Kaufkraft bei. „Trotz weiterhin leicht steigendem Arbeitskräfteangebot von etwa 1,2% wird die Zahl der unselbständig Beschäftigten in Gänserndorf in kommenden Jahr an der 44.000er Marke kratzen und die Arbeitslosigkeit weiter leicht zurück gehen“, so der Geschäftsstellenleiter des AMS Gänserndorf.

Leicht steigendes Arbeitskräftenagebot in Niederösterreich
2019 rechnet das AMS NÖ mit einem Arbeitskräfteangebot am niederösterreichischen Arbeitsmarkt von rund 680.500 Personen, einem Plus von jahresdurchschnittlich 7.900 gegenüber 2018. Dieser Zuwachs speist sich vor allem aus grenzüberschreitendem Pendeln, weiter steigender Erwerbsbeteiligung von Frauen und Personen im Alter ab 50, die nach Möglichkeit bis zum (gesetzlich steigenden) Pensionsantrittsalter berufstätig bleiben.

Walbert: AMS wird günstige Arbeitsmarktentwicklung nutzen!
„Das verlangsamte Wirtschaftswachstum wird im kommenden Jahr keine Trendumkehr am Gänserndorfer Arbeitsmarkt bewirken und für weiter steigende Beschäftigung und leicht sinkende Arbeitslosigkeit sorgen. Wir werden diese nach wie vor günstige Entwicklung nutzen, um langzeitarbeitslose Personen in den Jobmarkt zu integrieren und mit Hilfe der niederösterreichischen Ausbildungsgarantie Jugendliche auf einen gelungen Berufseinstieg vorzubereiten“, so Alfred Walbert.

Neues Rekordhoch bei den unselbständig Beschäftigten

Der Gänserndorfer Arbeitsmarkt wird ein historisches Rekordhoch von voraussichtlich 44.000 unselbständig Beschäftigten im Jahresdurchschnitt verzeichnen. Gegenüber 2018 wird die Zahl der unselbständig Beschäftigten um 1,6% oder plus 700 Personen im Jahresdurchschnitt zunehmen. Bei der zusätzlichen Beschäftigung handelt es sich zu einem großen Teil um Vollzeitarbeitsplätze.

Minus 1,5% bei den jobsuchenden NiederösterreicherInnen
Das AMS Gänserndorf rechnet im Jahr 2019 mit knapp über 4.000 arbeitslose Personen. Das sind etwa 100 oder 1,0% weniger als im Jahr davor. Die Gänserndorfer Arbeitslosenquote wird um die 8,6% liegen und damit im kommenden Jahr wieder deutlich über der von Niederösterreich (voraussichtlich 7,6%) liegen. Niederösterreich liegt mit dieser Arbeitslosenquote im Trend der Ostregion, aber über dem prognostizierten österreichweiten Durchschnitt von 7,5%.

Autor:

Ulrike Potmesil aus Gänserndorf

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