07.12.2017, 20:00 Uhr

Die Lehre als Weg zum Erfolg

Romana Habison hat ihre Lehre in der MKE bald absolviert.

Wer meint, einzig mit einem Studium ließe sich Karriere machen, der irrt. Die Lehre ist eine perfekte Basis.

GMÜND. Aktuell fehlen in Niederösterreich rund 15.000 Facharbeiter, Unternehmen aus dem Bezirk Gmünd warten schon längst nicht mehr darauf, dass die fix und fertig ausgebildeten Fachkräfte zu ihnen kommen, sondern nehmen das Ruder selbst in die Hand und bieten Lehrstellen für die Spezialisten von Morgen. Wer nicht selbst ausbildet, hat langfristig keine Chance auf qualifizierte Mitarbeiter, lautet das Motto.
Das nimmt man unter anderem in der Heidenreichsteiner Firma MKE, einem seit kurzem staatlich ausgezeichneten Ausbildungsbetrieb, besonders ernst. Dort werden durchgehend rund 16 Lehrlinge ausgebildet, und zwar in den Lehrberufen Metalltechnik - Werkzeugbautechnik und in den Doppelberufen Elektrotechnik & Anlagen- und Betriebstechnik sowie Metalltechnik & Maschinenbautechnik.


Zukunftssicher

"Eine Lehre ist definitiv zukunftssicher", wie Konrad Kainz (Leitung Verkauf Innendienst/techn. Verkauf, Werbung & Marketing) weiß. Alfred Uitz, der Leiter der Lehrwerkstätte: "Man hat von Beginn an eine gute Basis für den späteren Jobeinstieg. Wenn man eine Schule macht, hat man danach nicht notwendigerweise einen Job."
"Bei uns werden nach der Lehre alle Lehrlinge übernommen", ergänzt Konrad Kainz und weiter: "Es gibt auch Aufstiegschancen. Ich bin das 36. Jahr hier und habe hier auch als Lehrling begonnen." Die firmeninterne Weiterbildung zu Führungskräften nimmt die MKE sehr ernst, so Kainz. Auch die Lehre mit Matura ist in der MKE möglich, aktuell beteiligt sich ein Lehrling an dieser zusätzlichen Ausbildungsmöglichkeit.
In der firmeneigenen Lehrwerkstatt lernen die jungen Menschen zusätzlich das Know-how und die Fingerfertigkeit, die sie im Beruf später benötigen und noch viel mehr. Es vergeht kaum ein Jahr, wo nicht MKE-Lehrlinge bei Landeswettbewerben am Stockerl stehen. Besonders erfreulich: Immer wieder finden sich auch Mädchen, die eine Lehre in der MKE absolvieren möchten, wie aktuell Romana Habison. Nach drei Jahren Handelsschule beschloss sie, angeregt durch das Vorbild ihres Bruders, der auch in der MKE arbeitet, die Metalltechnik-Werkzeugbautechnik-Lehre zu beginnen. Inzwischen ist sie im 3. Lehrjahr (lauter 1er in der 3. Klasse Berufsschule).


Mädchen in Männerberufen

Sie erklärt im BB-Gespräch: "Im Poly wollten die anderen Mädchen immer nur Verkäuferin lernen. Ich wollte immer schon was anderes machen, dann habe ich zunächst versucht, eine Lehrstelle als Lackiererin oder Optikerin zu bekommen. Als ich keine fand, habe ich die Handelsschule absolviert und dann mit der Lehre in der MKE begonnen." Sie sei mit dieser Entscheidung sehr zufrieden, der Job sei interessant, man verdiene sehr gut und es mache Spaß.
Tatsächlich ist man mit einer Lehre in der Industrie punkto Verdienst nicht schlecht beraten: Der Einstiegslohn bei erfolgreich abgelegter Lehrabschlussprüfung beträgt brutto 2.159 Euro.
Ebenfalls sehr zufrieden mit seiner Berufswahl ist der Gmünder David Müllauer. Inzwischen ist er im 3. Lehrjahr zum Kunststoffformgeber angelangt und lernt in der Firma ASMA in Weitra. Es habe ihn interessiert, die Bezahlung sei gut und der Beruf spannend und interessant, so Müllauer. Einmal muss er noch die Schulbank in der Berufsschule in Steyr drücken, dann hat er es geschafft und ist Facharbeiter in einer Branche, die sich keine Sorgen um die Zukunft machen muss. 
So wie die beiden absolvieren aktuell in Niederösterreich rund 17.000 Jugendliche eine Lehre, in ganz Österreich werden aktuell 110.000 Jugendliche als Lehrlinge ausgebildet.
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