28.09.2016, 09:00 Uhr

Katzendrama in Loimanns

Glück gehabt haben Felix, Mimi und Garfield. Sie wurden von einer Tierfreundin gerettet.

Streunerkatze dürfte das Opfer eines Jägers geworden sein, Retterin zieht nun die verwaisten Jungen auf.

LOIMANNS (eju). "Wenn Jäger schon ein Muttertier beseitigen, dann sollen sie sich auch um die dann verwaisten Kätzchen kümmern. Man sieht als kundiger Jäger ja, wenn eine erlegte Katze eine Milchleiste hat, wo die Jungen getrunken haben. Aber offenbar ist es manchem sogar recht, wenn dann nicht nur die Mutter tot ist, sondern auch die armen Jungtiere elendig zu Grunde gehen müssen. Mit waidgerecht hat das nichts zu tun, das ist Tierquälerei", ärgert sich eine Frau aus Loimanns, die sich aktuell um drei verwaiste Kätzchen kümmert und als Verursacher des Katzendramas jemanden aus der Jägerschaft vermutet.

Verwaiste Katzenkinder

Was ist geschehen? Eine Streunerkatze, die den ganzen Frühling und Sommer über in den Wiesen von Landwirten beim Mäusefangen gesehen worden war, dürfte entweder von einem Jäger erschossen oder in einer Lebendfalle gefangen und beseitigt worden sein, so die nunmehrige Retterin der Jungtiere.
Jedenfalls waren nach dem Verschwinden der Streunerkatze, die offenbar unkastriert gewesen war, plötzlich drei Jungkätzchen neben der Straße aufgetaucht und von Spaziergängern entdeckt worden. Diese wiederum setzten sich mit der Frau, die namentlich nicht genannt werden will, in Verbindung, weil sie zuerst glaubten, die Kätzchen könnten ihr gehören.


Tierfreundin zieht Kätzchen auf

"Wir haben uns dann auf die Suche gemacht. Die armen Kätzchen waren schon so schwach, dass sie sich, obwohl nicht an Menschen gewöhnt, so gut wie nicht mehr zur Wehr gesetzt haben, als wir sie einfingen. Wir selbst haben eh schon fünf Katzen, alle seit Jahren kastriert, nun ziehe ich drei weitere auf und das nicht zum ersten Mal", so die Tierfreundin.
Für die Waisenkätzchen "Garfield", "Mimi" und "Felix" hat das ganze Drama nun doch noch ein Happy End, sie dürfen bei ihrer Retterin bleiben, der das Trio inzwischen so ans Herz gewachsen ist, dass sie es nicht mehr hergeben kann (höchstens jemand möchte alle drei gemeinsam nehmen – Infos dazu in der BB-Redaktion).

Zur Sache

Bezirksjägermeister Ernst Strasser zum gespannten Verhältnis zwischen Jägern und Katzen: "Im aktuellen Fall lässt sich nicht nachweisen, ob die Katze tatsächlich von einem Jäger getötet worden ist, ausschließen kann man aber gar nichts. Die Katze könnte auch vor ein Auto gelaufen sein. Jäger dürfen jedenfalls im Umkreis von 300 Metern um ein Wohnhaus keine Katzen erschießen. Möglicherweise gibt es unter Jungjägern den einen oder anderen, der die 300-Meter-Regel auslebt. Ich schieße 5 - 600 Meter entfernt von Wohnhäusern keine Katzen. Ich kenne viele, die das auch so handhaben. Wenn ich Lebendfallen aufstelle und zufällig eine Katze fange, würde mir nie einfallen, sie zu töten, ich lasse sie immer frei. Seit das Niederwild so zurückgegangen ist, ist auch die Jägerschaft nicht mehr so hinter Katzen her. 95 Prozent der Jäger sind bezogen auf Katzen sehr zurückhaltend."
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Monika Pröll aus Rohrbach | 29.09.2016 | 20:01   Melden
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