SPÖ Neukirchen-Eschenau forciert Fusion

- <b>Eschenau (l.) und Neukirchen</b> arbeiten in vielen Bereichen zusammen.
- Foto: SPÖ Eschenau/Neukirchen
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Die gemeindeübergreifende Partei thematisiert Fusion, doch Eile herrsch keine.
ESCHENAU/NEUKIRCHEN. In einigen Gemeinden ist das Thema Zusammenlegung derzeit ein großes. Ob Bruck-Waasen, Peuerbach, Steegen, Eferding, Fraham, Hinzenbach oder Pupping: Viele Bürger sind damit knapp vor der Wahl konfrontiert. Dazu gesellen sich auch Eschenau und Neukirchen/Walde. Denn die gemeindeübergreifende SPÖ macht die Gemeindezusammenlegung vor der Wahl zum Thema. Sie möchte es in der kommenden Periode des Gemeinderats so weit vorantreiben, dass es zu einer Abstimmung der Bevölkerung kommt. "Das Thema ist jetzt nicht neu, sondern war die letzten Jahre schon offenkundig. Wir haben immer die Möglichkeiten aufgezeigt. Das betrifft ja nicht nur unsere beiden Gemeinden, sondern auch andere in umliegenden Bezirken. Es ist uns ein Anliegen, zusammenzufügen, was seit jeher zusammengehört", sagt Michael Reisinger, den die SPÖ in Eschenau als Bürgermeisterkandidat nannte. "Ich bin dennoch parteilos und daher unabhängig", merkt er an.
Nicht auf Biegen und Brechen
Er relativiert jedoch: "Es soll aber nicht so sein, dass wir es auf Biegen und Brechen durchziehen wollen und das ein Jahr nach der Wahl dann schon geschehen ist. Es muss gemeinsam an einem Strang gezogen werden. Man muss alle Vor- und Nachteile besprechen, damit die Bevölkerung weiß, in welche Richtung es gehen kann." Es sei sicherlich eines der wichtigsten Themen vor der Wahl. Die Mühlviertler Gemeinden Rohrbach und Berg hätten die Richtung vorgegeben. Als Vorteile nennt die SPÖ, dass es bereits Gemeinsamkeiten wie Pfarre, Kindergarten oder Schule sowie auch die gleiche Postleitzahl gebe. Ängste der Bevölkerung wie jene, dass Vereine nicht mehr tragbar oder zu fusionieren wären, wehrt Reisinger ab: "Das steht in Wahrheit nicht im Raum. Sportvereine oder Feuerwehren würden nicht aufgelöst oder fusioniert! Das sind zwar berechtigte Ängste, aber wir können darlegen, dass sie falsch sind. Die Landesabteilung der Sportunion OÖ zum Beispiel sieht das genau so wie wir."
Noch keine konkreten Gespräche
Wie das andere Parteien oder die Bürgermeister sehen, kann Reisinger im Detail noch nicht sagen. Nur so viel: "Hin und wieder gibt es im zwischenmenschlichen Bereich persönliche Gespräche mit verschiedenen Leuten aus anderen Parteien. Da bekommen wir oft sehr gute Rückmeldungen. Wir machen es zum Thema, damit sich andere diesem nicht mehr verschließen können. Das wird auch von Neukirchner Seite ruhig und sachlich gesehen. Es wäre so, als würden zwei gleich starke Partner eins werden." Derzeit seien die Gespräche noch sehr vorsichtig, das werde aber spätestens mit Anfang nächsten Jahres konkreter werden. Der Eschenauer Bürgermeisterkandidat der gemeindeübergreifenden SPÖ betont zusätzlich, dass nicht die größere Gemeinde (Neukirchen; 1625 Einwohner) die kleinere (Eschenau; 1038) "schlucken" solle.
Keine Eile am Walde
Entspannter sieht Neukirchens amtierender und erneut antretender Bürgermeister Kurt Kaiserseder (ÖVP) die Lage. "Wir arbeiten mit der Gemeinde Eschenau in so vielen Bereichen wie bei den Vereinen schon sehr gut zusammen. Die Kooperation ist bereits so gut, dass aktuell kein Handlungsbedarf besteht. Wenn, dann muss man die Bevölkerung fragen, ob sie das will." Zug um Zug könne sich das in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten einmal ergeben. Da gehe es auch um die Vergabe von Dienstposten durch die Landesregierung. Kaiserseder wird jedenfalls nicht müde zu betonen, wie "ausgezeichnet" die aktuelle Zusammenarbeit ist. "Das ist das Höchste Gut, das wir haben. Und ich würde mich dagegen verwehren, so etwas zu einem Wahlkampfthema zu machen. Wenn in der Bevölkerung die Meinung besteht, dass das eine gute Idee ist, kann es ja ohne weiteres mal ein Thema sein. Da wird sich nirgends wer dagegenstellen." Solange die Kooperation so gut funktioniert, könne die Identität jeder Gemeinde erhalten bleiben. Er betont jedoch: "Ich bin bei allem, was man vernetzen kann, keinesfalls dagegen. Wo für unsere Menschen ein Nutzen entsteht, bin ich der Erste, der das in Angriff nimmt. Ich sehe aber momentan noch nicht den Handlungsbedarf, dass ich das mangels anderer Dinge zum Wahlkampfthema mache."



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