"Give me Moor" im Karwendel

Karwendelmoore: Das Raberskopfmoor im nordöstlichen Karwendel, im Hintergrund der "Juifen".
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  • Karwendelmoore: Das Raberskopfmoor im nordöstlichen Karwendel, im Hintergrund der "Juifen".
  • Foto: O. Leiner
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

Das Land Tirol, die Österreichischen Bundesforste und der Naturpark Karwendel haben kürzlich eine positive Bilanz der Moorrenaturierung im Karwendel präsentiert. In einem umfassenden Forschungsprogramm mit mehr als zehnjährigen Datenreihen konnte der Erfolg der Renaturierungsmaßnahmen dokumentiert werden. „Das Leben kehrt Schritt für Schritt in die Karwendelmoore zurück“, freut sich Naturschutzlandesrätin Ingrid Felipe.

Bedrohte Lebensräume
Moore gehören zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen weltweit. Entwässerung, Torfabbau und intensive Bewirtschaftung führten über Jahrzehnte zu einem schleichenden Verlust. Seit 2000 wurde auf Initiative „Aktiv für Moore“ der Österreichischen Bundesforste, der Universität Wien und des WWF Österreich ein nationales Programm zur Rettung und Wiederherstellung von Mooren gestartet. Die Maßnahmen im Naturpark Karwendel sind Teil dieses Programms

Biodiversität

Auch wenn man beim Karwendel zuallererst an schroffe Berge, Wälder und den Ahornboden denkt, befinden sich dort auch wertvolle Moore, die einen wesentlichen Beitrag zur Biodiversität des Schutzgebiets leisten. Sie beherbergen spezialisierte Tier- und Pflanzenarten wie den Sonnentau, die Moorbeere oder die kleine Moosjungfer, eine Libellenart. Vor allem in den 70er Jahren wurden die Karwendelmoore durch Entwässerung trockengelegt, oftmals auch aufgeforstet oder beweidet, was zu einem Verlust dieser typischen Lebensräume führte. Seit 2005 sind von den Österreichischen Bundesforsten gemeinsam mit dem Naturpark Karwendel und in enger Abstimmung mit den Weideberechtigten aktive Maßnahmen zur Wiederherstellung umgesetzt worden. „Dabei konnten wir in fünf Mooren insgesamt 290 Lärchenholzdämme errichten, Entbuschungsmaßnahmen setzen und durch fachgerechte Zäunung von rund 3.000 Laufmetern über zehn Hektar an Weidefreistellung erreichen“, erklärt Egon Fritz vom Forstbetrieb Oberinntal der Österreichischen Bundesforste.

Beeindruckende Ergebnisse

„Den weniger beeinträchtigten Mooren steht nach vielen Jahrzehnten das Wasser erstmals wieder bis zum Hals – und das ist gut so!“, freut sich Hermann Sonntag, Geschäftsführer des Naturpark Karwendel, über die erfolgreichen Maßnahmen, die nicht ohne positiven Folgen für die Natur bleiben. „Wir können durch unser Monitoringprogramm genau feststellen, dass das Leben in den Mooren zurückkehrt“, erläutert Sonntag. In der Studie von Günter Haselwanter hat sich jedoch auch gezeigt, dass die Verbesserungen umso länger dauern, je zerstörter das Moor war. „Die stärker beeinträchtigen Moore weisen zwar auch eine positive Tendenz auf, allerdings wird es noch viele Jahre benötigen, bis sie sich stabilisiert haben“, erläutert Otto Leiner von der Landesabteilung Umweltschutz.

Fortsetzung

Die Projektpartner haben sich darauf verständigt, dass der Moorschutz auch zukünftig im Naturpark Karwendel eine wichtige Rolle spielen wird. Der Schwerpunkt liegt dabei beim Ergänzen einzelner Dämme und bei der Kontrolle der bisherigen Maßnahmen. Partiell wird eine Ausdehnung der Weidefreistellung angestrebt.

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