Kirchliche Heime in Tirol
Zeitzeugen zu Missbrauch in Heimen gesucht

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für Martinsbühel, Scharnitz, Josefinum/Volders, Bubenburg/Fügen, St. Josef/Mils, Thurnfeld/Hall und Elisabethinum/Axams gesucht.
  • Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für Martinsbühel, Scharnitz, Josefinum/Volders, Bubenburg/Fügen, St. Josef/Mils, Thurnfeld/Hall und Elisabethinum/Axams gesucht.
  • Foto: Kathpress
  • hochgeladen von Georg Herrmann

Ein Forschungsprojekt unter Beteiligung der Uni Innsbruck und des Wissenschaftsbüros soll die Heimstrukturen und Arbeitsbedingungen in den kirchlichen Heimen nach 1945 angesichts der zahlreichen Missbrauchsfälle genauer beleuchten. Dafür werden Zeitzeugen gesucht.

TIROL. Im Heim Martinsbühel in Zirl erlitten die dort untergebrachten Mädchen über Jahrzehnte Gewalt und Missbrauch. Geführt wurde das Heim von den Benediktinerinnen. Im Jahr 2008 kam es zur Schließung der Einrichtung. Begleitet von der Dreier-Kommission Martinbühel startete die Aufarbeitung der Ereignisse in den Heimen Martinsbühel, Scharnitz, Josefinum/Volders, Bubenburg/Fügen, St. Josef/Mils, Thurnfeld/Hall und Elisabethinum/Axams.

Zeugensuche

Als Mitglied der Dreier-Kommission Martinsbühel und Leiter des Forschungsprojekts zum Mädchenheim Martinsbühel und den konfessionellen Tiroler Kinderheimen nach 1945 richtet sich Dirk Rupnow in einem Aufruf direkt an die Öffentlichkeit:

Begleitet von der Dreierkommission Martinsbühel startete mit 1. Juni 2020 ein zweijähriges Forschungsprojekt zu den kirchlichen Heimen in Tirol nach 1945. In diesem Zusammenhang suchen wir – Friedrich Stepanek (Universität Innsbruck) und Ina Friedmann (Wissenschaftsbüro Innsbruck) – Personen, die in einem dieser Heime untergebracht waren und von ihren Erfahrungen erzählen möchten: Martinsbühel, Scharnitz, Josefinum/Volders, Bubenburg/Fügen, St. Josef/Mils, Thurnfeld/Hall und Elisabethinum/Axams.

Ebenfalls suchen wir Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die in einer dieser Einrichtungen gearbeitet haben oder beruflich damit zu tun hatten. Zum Beispiel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schuldirektion (ehemalige Bezirks- und Landesschulräte) oder der damaligen Fürsorgebehörden. Wir suchen auch Kontakt zu Personen, die auf anderem Weg mit den Heimen in Berührung gekommen sind, z. B. Verwandte von früher dort lebenden Kindern.

Jede Kontaktaufnahme ist herzlich willkommen! Dabei ist es ganz egal, ob Sie das erste Mal von Ihren persönlichen Erfahrungen erzählen möchten, oder bereits darüber berichtet haben. Wir ersuchen auch um Verbreitung dieses Aufrufs an Verwandte und Bekannte, die Interesse an einem Gespräch haben könnten.

Das Forschungsprojekt

Die Forschungsarbeiten laufen von 1. Juni 2020 bis 30. April 2022. Es werden Heimstrukturen und Lebenswirklichkeiten der dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen erforscht. Es geht aber auch um Arbeitsbedingungen des Personals. Einweisungswege und die beteiligten Zuständigen (Fürsorge, Schulen, Ärztinnen/Ärzte, Familien) werden untersucht.

Auch die folgenden Fragen sollen beantwortet werden:

  • Wo lagen Aufsichtspflichten und wie wurden diese wahrgenommen?
  • Wie sah der Alltag der Betroffenen unter kirchlicher Betreuung aus?

Es geht um den emotionalen und körperlichen Umgang mit den Betroffenen, um Schulunterricht und Ausbildung, Arbeit und hygienische Verhältnisse. Es geht aber auch um Ausbildung, Tätigkeitsbereiche und Aufgabengebiete des Personals.

Kontakt

Sie können uns einen Brief oder eine E-Mail schreiben. Sie können uns aber auch telefonisch erreichen. Alle Informationen werden streng vertraulich behandelt.
Die Interviews werden wissenschaftlich verwendet, Datenschutzbestimmungen werden natürlich immer eingehalten. Sie können auch Ihre eigenen Angaben nachträglich überprüfen und ergänzen oder korrigieren.

Fragen des Opferschutzes und von Entschädigungsansprüchen sind nicht Teil des Forschungsprojekts, eine Vermittlung an die zuständigen Stellen ist aber selbstverständlich möglich.

Postanschrift
Forschungsprojekt konfessionelle Heime Tirol
Institut für Zeitgeschichte
Universität Innsbruck
Innrain 52d

Telefon
+43 512 507 44 016
Montag bis Freitag von 9:00 bis 11:00 Uhr
Dienstag und Donnerstag auch von 15:00 bis 16:00 Uhr.
Sollten Sie uns nicht erreichen, erfolgt ein Rückruf innerhalb der nächsten zwei Werktage.

Email:
ina.friedmann@uibk.ac.at
friedrich.stepanek@uibk.ac.at

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter:
https://www.uibk.ac.at/zeitgeschichte/forschung/laufende-projekte.html.de/martinsbuehel_dok.pdf

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