22.09.2014, 08:50 Uhr

„Illusionen“ in unterschiedlichen Facetten


Wann? 28.09.2014

Wo? Klosters Thurnfeld, Hall in Tirol AT
Hall in Tirol: Klosters Thurnfeld |

Tag des Denkmals am 28. September 2014 unter dem Motto "Illusion"

In Tirol bieten 11 Orte an 17 Stationen am Sonntag, den 28. September, Interessantes, Ungewöhnliches, Informatives rund um die Bedeutungsinhalte von „Illusion“. Der vom Bundesdenkmalamt organisierte 17. Tag des Denkmals ermöglicht kostenlos den Zutritt zu sonst teils verschlossenen Objekten und Räumen, bietet Spezialführungen und Ausflüge in die Vergangenheit.
„Illusion“ – laut Duden „1. eine dem eigenen Wunschdenken entsprechende, schöne Vorstellung in Bezug auf etwas, was in der Wirklichkeit nicht oder nicht so ist, 2. eine falsche Deutung von tatsächlichen Sinneswahrnehmungen, 3. eine Täuschung durch die Wirkung des Kunstwerks, das die Darstellung als Wirklichkeit erleben lässt“ – diese Bedeutungsinhalte und Interpretationsmöglichkeiten des heurigen Themas decken die nachfolgenden Programmpunkte ab.
Illusionen mit malerischen Mitteln gilt es in der Angather Pfarrkirche, in einigen Räumen des Stiftes Wilten in Innsbruck, des Festsaals des Schlösslhofes in Axams und des Klosters Thurnfeld in Hall in Tirol zu erleben.

Hall in Tirol – Salesianerinnenkloster Thurnfeld: Landschaftsveduten und Hauskapelle

Ein überraschender Neufund wurde im Zuge der Adaptierung einiger ehemaliger Klosterräume für die Schulnutzung gemacht. Veduten in spätbarocker Architekturrahmung bieten im zukünftigen Konferenz- und Besprechungszimmer illusionistische Landschaftsausblicke. Gleich daneben befindet sich die Hauskapelle des so genannten „Alten Hauses“ im Salesianerinnenkloster Thurnfeld mit Wand- und Deckenmalereien von Caspar Waldmann und einem Renaissanceretabel von herausragender Qualität. Der 1584 benedizierte Säulenaltar mit Dreiecksgiebel und Seitenflügeln zeigt im offenen Zustand neun Bildfelder mit Szenen aus dem Leben Jesu, an den Flügelinnenseiten sechs Heiligendarstellungen. Die Außenseiten der Altarflügel und die Rückwand des Altarschreines mit den Abbildungen der vier Heiligen Kunigunde, Wolfgang, Andreas und Petrus stammen von Lukas Cranach (um 1520).
Zugänglich nur mit Führung, halbstündlich von 10 bis 17 Uhr (16:30 letzte Führung)
Aufgrund des Besucherandrangs der letzten Jahre werden vor Ort Zählkarten ausgegeben.
Adresse: 6060 Hall in Tirol, Kaiser-Max-Straße 3

Illusionen im Sinne einer Wunsch- oder Idealvorstellung manifestieren sich in der Vorstellung vom intakten Dorfkern in Fließ, in einem Almerlebnis in der Kappler Alpe Dias, in einem barocken Straßenstück zwischen Karrösten und Roppen, welches das Reisen von anno dazumal erlebbar macht oder in der fotografischen Erinnerung an den im 2. Weltkrieg verlorenen Waldmannsaal im Palais Tannenberg-Enzenberg in Schwaz. Eine Illusion blieb auch das Kraftwerksprojekt am Stuibenbach oder der Kirchenbau in Hörbrunn, wo jeweils Ruinen von der einst begonnenen Bautätigkeit zeugen.
Denkmalpflegerisch fern jeder Illusion, im Gegenteil, nämlich fundiert und restauratorisch höchst anspruchsvoll wurde in der Widumskapelle in Axams oder der Kapelle von Schloss Bruck in Lienz gearbeitet.
Die Silberstadt Schwaz verschreibt sich dem Entwickeln denkmalpflegerischer Visionen statt Illusionen, z. B. in der Vorbereitung der Außenrestaurierung der Pfarrkirche durch eine Musterachse oder in der Schärfung des Bewusstseins von Einheimischen und Gästen für das vielfach hinter den erneuerten Hausfassaden vorhandene baukünstlerische Erbe aus der Zeit der Gewerken und des Silberbergbaus.

Wiki loves Monuments - Fotowettbewerb

Zum vierten Mal lädt der internationale Fotowettbewerb „Wiki Loves Monuments“ im Vorfeld zum Tag des Denkmals alle am kulturellen Erbe interessierten Menschen ein, die in der Wikipedia Österreich in der Denkmalschutzliste österreichischer Denkmale erfassten Objekte zu fotografieren und die Fotos einzureichen. 2013 wurden über 11.000
hochgeladen. Der Fotowettbewerb startet am 1. September, auch heuer warten spannende Preise.

Denkmale neu entdecken, Engagement aufzeigen

Erstmals 1998 organisiert, ist der Tag des Denkmals in Österreich Teil der europaweiten, unter der Patronanz des Europarats stehenden Initiative „European Heritage Days“. 50 europäische Länder feiern dabei die kulturelle Vielfalt des Kontinents. Die neue Website www.europeanheritagedays.com ermöglicht einen vergleichenden Blick auf die Programme.
Das Bundesdenkmalamt erforscht, schützt, pflegt und vermittelt
Denkmale sind einmalige und unersetzbare materielle geschichtliche Zeugnisse, von der Urzeit bis zur Gegenwart. Das Bundesdenkmalamt ist die Fachinstanz, die im gesetzlichen Auftrag das Kulturerbe Österreichs behütet. Sein Ziel ist die Bewahrung des kulturellen Erbes als unersetzliches Kapital für die Zukunft. Die Verantwortung für die Erhaltung der Denkmale lässt sich nur in Zusammenarbeit mit Ländern, Gemeinden, Diözesen, Eigentümer_innen und den vielen hoch spezialisierten Fachleuten wahrnehmen.
Image und Ansehen Österreichs werden erheblich vom großen Reichtum seiner Denkmale geprägt. Denkmalschutz und Denkmalpflege sind auch eine Verpflichtung gegenüber der kulturellen Vielfalt Europas und der Welt. Bewahrung und Instandhaltung der Denkmale bilden einen wesentlichen Faktor für die österreichische Volkswirtschaft. Bei den Bemühungen um Erhaltung und Nutzung der Denkmale versucht das Bundesdenkmalamt stets einen Konsens mit den Denkmaleigentümer_innen herzustellen.
Programm zum Tag des Denkmals 2014 ab Mitte August: www.tagdesdenkmals.at
Rückfragehinweis:
TVB Region Hall-Wattens
Mag. Anita Töchterle-Graber
Wallpachgasse 5
6060 Hall in Tirol
a.toechterle-graber@hall-wattens.at
Tel.: +43 5223 45544 23
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