25.11.2016, 12:40 Uhr

Liebe, Lüge und Chaos

Das Ensemble ses Theaterverein Absam. (Foto: Theaterverein Absam)

Humoristisches Feuerwerk in der Verwechslungskomödie “Der Heiratsschwindler” im KiWi Absam
Theaterbesprechung von Peter Teyml

ABSAM. Nach einer längeren Pause hat sich der Theaterverein Absam für die Spätherbst-Saison ein neues Stück vorgenommen und dabei ganze Arbeit geleistet, weil dieser nicht leicht einzufädelnde Schwank eben fünf Damen und drei Herren vorsieht, wobei von den Letztgenannten zwei auch in eine glaubwürdige Frauenrolle schlüpfen müssen.
Spielleiter Hannes Ellmerer (Assistenz Petra Pertinger) hat die acht Laienakteure an die richtigen Stellen gesetzt und in den gut 135 Minuten (inkl. Pause) keine müde Minute gestattet, die Dialoge und Szenen treffen punktgenau, was das Publikum mit öfterem Szenenapplaus quittierte.
Das Stück beginnt an der Rezeption einer Frühstückspension, in welcher nur Frauen nächtigen, die an einem Kongress in der Nähe teilnehmen. Aber da mischen sich plötzlich drei Männer in die Frauenrunde, und das Chaos nimmt seinen Lauf. Bald hat man Mühe, den Verwechslungen inklusive Verkleidungen zu folgen, eine Aufklärung gibt’s allerdings – am Schluss. Szenenkostprobe: „Das ist kein Zufall, das ist eine Katastrophe.“ oder: Sprachfehler eines Gastes, der anstatt „A“ nur ein „U“ herausbringt: Da kann schon aus einer Tante eine Tunte werden und aus einer Dame eine Dum(m)e etc.
Traudl Ebster gelingt souverän die Figur der selbstbewussten Hauschefin, Nici Kirchmair kann dem träumerischen Stubenmädchen Kathi Charme und Temperament verleihen, Luisl Ebster gelingt zweifellos der Publikumsliebling in seiner Rolle als Konrad alias Rezeptionistin Conny, Thomas Elsenbruch als Rudolf Keller verwandelt sich sprachlich und gestisch sicher, ja professionell, in eine Dame,
Barbara Pertinger als Frau Grünlich und Monika Haas als Frau Doktor Bobeck sind mit komödiantischer Hingabe die temperamentvollen heiratswütigen Seniorinnen, Marion Runggatscher wirkt sicher und authentisch als Barbara Keller, Markus Mailänder bewältigt sicher seinen schwierigen Part als Doktor Fischer mit dem Sprachfehler.
Eine Aufführung mit spürbarer Spielfreude des gesamten Ensembles, umrahmt von einem äußert gelungenen und ambitioniert gebasteltem Bühnenbild und hübschen Kostümen aus der Werkstatt des Kreativteams. Gespielt wird bis zum 27. November.
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