07.10.2014, 10:06 Uhr

"Erlkönige" on Tour

(Foto: zeitungsfoto.at)
Vielleicht wird sich der/die eine oder andere beim Anblick eines Konvois von eigenartig lackierten Autos ohne Herstellerhinweis oder sonstige Merkmale schon gewundert haben. Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um sogenannte "Erlkönige", was aber schon wieder die nächste Frage aufwirft: Was ist ein "Erlkönig" in der Automobilbranche?

Getarnter Prototyp
Automobilhersteller schicken solcherart Testfahrzeuge in den Praxistest und versuchen, das späteres Aussehen des jeweiligen Modells zu verschleiern. Um dem frühzeitigen Lüften der Geheimnisse entgegenzuwirken, werden die Fahrzeuge bei den Testfahrten häufig optisch verändert, wobei dies meist in mehreren Stufen geschieht. So fahren die ersten Prototypen mit neuer Technik oft in angepassten Karosserien ihrer Vorgänger oder anderen Modellen des Herstellers. Erlkönige dieser Stufe werden oftmals als Muletto bezeichnet, in Anspielung auf die Mischung aus neuer Technik und fremder oder alter Hülle. Steht das neue Design fest, geht die Tarnung der Karosserie zuerst in Richtung Vollverkleidung und nimmt dann mit Näherrücken der Präsentation immer mehr ab. Dazu werden an markanten Konturen Abdeckungen und Verkleidungen angebracht, die das tatsächliche Aussehen verschleiern sollen. Auch das Interieur ist oftmals durch Kunststoffteile abgedeckt, um das Aussehen des Armaturenbretts und der Ablagen zu verschleiern.

Erlkönig-Jäger
Die Namensgebung geht auf die berühmte Ballade „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe zurück, die mit dem Vers „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind“ beginnt und von Journalisten Anfang der 50er Jahre umgedichtet wurde (© Wikipedia).
Vor allem Autojournalisten betätigen sich als "Erlkönig-Jäger" – im vorliegenden Fall entdeckte Fotoreporter Daniel Liebl (zeitungsfoto.at) in Kematen die Modelle und zückte natürlich sofort die Kamera.
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Karl Künstner aus Innsbruck | 07.10.2014 | 10:43   Melden
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