23.11.2016, 07:00 Uhr

projEGGt belebt altes Liedgut wieder neu

Chor mit Chorleiter Franz Mörtl (Foto: Jost)

In der Kategorie Brauchtum, Kunst, Kultur, Zusammenleben überzeugte das projEGGt heuer die Jury.

EGG (aju). Mit ihrem Projekt wollen Klaus Krieber und Franz Mörtl die Tradition wieder hochleben lassen. Deshalb treten sie gegen das Vergessen alter, überlieferter Lieder ein und rufen diese wieder ins Gedächtnis der Menschen. Dieses Engagement hat ihnen jetzt auch den Kärntner Regionalitätspreis eingebracht.

Feldforschung betreiben

Fünf Jahre lang haben Projektleiter Klaus Krieber und Chorleiter und Autor Franz Mörtl alte Volkslieder erforscht und aufgezeichnet. "Einheimische der älteren Generation haben mir ihre traditionellen Lieder vorgesungen und ich habe sie in vierstimmige Chorsätze zusammengefasst", erklärt Franz Mörtl. Um die gesammelten Werke auch lebendig präsentieren zu können, wurde 2013 ein Projektchor mit rund 70 Mitgliedern von Klaus Krieber zusammengestellt.

Große Auftritte

"Die großteils Laiensänger aus dem Raum Egg probten unter Chorleiter Franz Mörtl je drei Monate lang. In authentischen Kostümen konnten bei insgesamt fünf ausverkauften Konzerten, mit circa 2.200 Besuchern, die Zuhörer die alten Volkslieder hören und erleben", sagt Klaus Krieber.

Liederbuch erinnert

Nachdem der Andrang so groß war und das Liedgut auch für weitere Generationen zu erhalten, wurde nun im Rahmen des projEGGts ein 200 Seiten dickes Liederbuch herausgegeben. Neben historischen Beiträgen von Peter Wiesflecker finden hier circa 100 Lieder im sowohl für Männerchöre als auch für Frauenchöre und gemischten Chorsatz ihren Platz. Beleuchtet werden auch Auszüge aus den Pfarrchroniken von Egg und Mellweg sowie das Leben und die Bräuche des Forschungsraumes bis ins 16. Jahrhundert. Das Werk selbst nennt sich "Spuren alter Volkskultur aus dem Raum Egg im Gailtal".

Stolz auf die Kultur

"Der Regionalitätspreis ist eine Auszeichnung für regionales Engagement, deshalb ist dieser Preis für uns eine große Ehre", erklärt Klaus Krieber. Durch das projEGGt hat er auch seine eigenen Wurzeln näher erforschen können. "Die Wiederbelebung unserer alten Lieder ist für mich auch eine Reise zu den eigenen Wurzeln und eng mit Leidenschaft und Emotion verbunden", sagt Krieber.

Sterbende Kultur

Chorleiter Franz Mörtl sieht in ihrer Arbeit vor allem das Erhalten einer sterbenden Kultur. "Es ist so, dass immer weniger Menschen den slowenischen Dialekt sprechen. Deshalb ist es wichtig, dass man das für die nächsten Generationen erhält und vor allem das Liedgut muss erhalten bleiben. Die Kultur wird leider irgendwann aufhören zu existieren, da es den Kindern nicht weitergegeben wurde. Über den Chor und die Lieder wird dieser slowenischer Dialekt wieder gelernt", sagt Franz Mörtl.


0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.