29.11.2016, 10:35 Uhr

Traismauer zur "Stadt der Bäume" gekürt

International Society of Arboriculture vergibt den Baumpflegepreis an die Wein- und Römerstadt im Zuge der 23. Österreichischen Baumpflegetage im Austria Center Vienna.

TRAISMAUER (red). Die Präsentation der Award-Bewerbung erfolgte in einer Kurzzusammenfassung durch Thomas Fraisl. Bevor die Stadtverantwortlichen gemeinsam mit Stadtgärtner Martin Winter und Umweltstadträtin Birgit Grill den Preis vom Präsidenten der International Society of Arboriculture Ing. Joseph Klaffenböck den Preis entgegennehmen durften.

Über 800 Bäume

In die Betreuung der Stadtgemeinde Traismauer fallen rund 850 Bäume im Gemeindegebiet, welche auch im Baumkataster erfasst sind. Davon stehen 5 Bäume unter Naturdenkmalschutz.

Der Baumbestand der Stadtgemeinde Traismauer gliedert sich in
154 Parkbäume
691 Straßenbäume
5 Naturdenkmäler

Diese werden unter der fachlichen Leitung von Stadtgärtner Martin Winter gemeinsam mit dem Team des Städtischen Wirtschaftshofes nach witterungsbedingten Ereignissen (Sturm, Nass-Schnee) kontrolliert. Die Regelkontrolle und Pflegemaßnahmen sind ausgelagert und werden durch eine Baumpflegefachfirma durchgeführt.

Fünf Naturdenkmäler

Besonders Augenmerk wird natürlich auf die 5 Naturdenkmäler gelegt: 2x Rosskastanien, 1x Linde, 1x Eiche und 1x Birnenbaum.
Der Rosskastanienbaum im Stadtgrabenpark in der Vernusbergerstraße wurde bereits im Jahre 1961 zum Naturdenkmal erklärt.

Parks in Traismauer

Die Parkbäume befinden sich in folgenden Bereichen:
Schlosspark, Hans-Haas-Park, Siedlungspark und im Stadtgrabenpark.
Der Stadtgrabenpark – ein Projekt der Stadterneuerung – wurde am 01. Juni 2013 eröffnet. Auf die Grünraumgestaltung sowie auf die Pflanzung und den Erhaltung der Bäume wurde höchster Wert gelegt. Durch die Gestaltung und Umsetzung des Stadtgrabenparks können die Bürgerinnen und Bürger, aber natürlich auch die Gäste im Stadtzentrum verweilen und die Natur genießen.

Naturbadeseen

Die drei Naturbadeseen verleihen dem Naherholungsbereich ein einzigartiges und sehr stimmungsvolles Ambiente. Sie bieten in den Sommermonaten die ideale Gelegenheit zur Abkühlung und liegen im Europaschutzgebiet, direkt an der Traisen in unmittelbarer Nähe zur Donau. Neben der hervorragenden Wasserqualität, die jährlich seitens der Stadtgemeinde Traismauer überprüft wird, sind die Naturbadeseen ein Geheimtipp unter den Badegästen. Eine große Liegewiese mit Bäumen bietet Platz für viele Sonnenhungrige. Für Spiele und sportliche Freizeitaktivitäten gibt es genügend Möglichkeiten auf dem weitläufigen Areal – sogar ein Beachvolleyballfeld ist vorhanden. Natürlich sind auch die Bäume im Bereich der Liegewiese im Baumkataster erfasst und werden von der Stadtgemeinde kontrolliert und gepflegt. Bei weniger heißem Wetter lässt es sich entlang der naturbelassenen Badeseen wunderbar spazieren gehen.

Natura 2000
Auf rund 9,50 km² erstreckt sich im nördlichen Gemeindegebiet von Traismauer das Natura 2000 Europaschutzgebiet. Für diese Fläche wurden Schutzgegenstände, Erhaltungsziele und notwendige Erhaltungsmaßnahmen festgelegt. In diesem NATURA 2000-Gebiet befindet sich ein umfangreicher Baumbestand. Die Traisen- und Donaauen sind Heimat und somit wichtiger Lebensraum für etliche Wild- und Vogelarten.

Seltene Baumarten und Raritäten

Erwähnenswert ist noch, dass bei einem Spielplatz in Traismauer ein Speierling wächst. Als Wildgehölz gilt diese Baumart als sehr selten. Bei Neupflanzungen werden auch Raritäten beachtet und berücksichtigt. So ist angedacht die Elsbeere bei uns zu pflanzen, denn generell achtet die Stadtgemeinde Traismauer auf einen vielfältigen Baumbestand. Dies hat natürlich auch den Vorteil bzw. die Überlegung, dass zum Beispiel bei einem nicht verhinderbaren Krankheitsbefall ein „Totalausfall“ abgewendet werden kann. Auch ökologisch ergeben sich durch die Vielfältigkeit des Baumbestandes und der Struktur wesentliche Vorteile.

Weiters besteht eine Vielzahl an Bäumen in folgenden, im Besitz der Stadtgemeinde, aufgeschlüsselten Flächen:
Auwald 45.796,00m²,
Windschutzgürtel 46.276,00m² und
Forstfläche 381.952m².

Im Jahr 2016 (Stand: Oktober 2016) investierte die Stadtgemeinde Traismauer bereits gesamt rund 33.000,00 Euro in die Baum- und Grünraumpflege. Diese Summe gliedert sich in folgende Kategorien:
Ortsbildpflege: rd. € 3.000,00
Parkanlagen: rd. € 4.700,00
Baumkataster: rd. € 4.900,00
Baumpflegemaßnahmen: rd. € 20.400,00.

Baumkataster

Seit 2012 wird in der Stadtgemeinde Traismauer der „Baumkataster“ angewendet.
Er umfasst – wie schon erwähnt – derzeit rund 850 Bäume. Alle Bäume wurden mit einer Nummerierung versehen, welche mittels einer Baumplakette angebracht wurde.
Für jeden im Baumkataster erfassten Baum besteht ein Baumdatenblatt. Dort werden die Analysen festgehalten und die erforderlichen Pflegemaßnahmen aufgezeichnet.
Aufgrund des Baumdatenblattes ist die Vitalität, die Dringlichkeit der Durchführung und der Kontrollturnus betreffend jeden Baums ersichtlich. Die Auswertung des Baumkatasters erfolgt elektronisch. Durch diese Aufzeichnungen ergibt sich ein geordneter Überblick aller notwendigen Maßnahmen, wodurch weiters ein Zeitplan der Durchführung erstellt wird.

Gutachten und Regelmäßige Kontrolle

Je nach Bedarf werden auch Gutachten (Stand- u. Bruchsicherheitsmessungen) bzw. weiterführende Untersuchungen angefordert und im Baumkataster vermerkt.
Auf den Baumbestand der Stadtgemeinde Traismauer wird sehr großer Wert gelegt, weshalb keine voreiligen Entscheidungen (Baumfällungen) getroffen werden, sondern die Ergebnisse solcher Untersuchungen die weitere Vorgehensweise bestimmen.
Auf Grund der regelmäßigen Kontrolle der Bäume sowie der Durchführung von entsprechenden Pflegemaßnahmen kann ein nachhaltig gesunder, als auch verkehrssicherer Baumbestand erzielt werden.


Behandlung gegen Kastanienminiermotte

Die Stadtgemeinde Traismauer beauftragt schon seit langer Zeit jährlich eine Fachfirma zur Vorbeugung/Behandlung der Kastanienminiermotte. Auch ist der Einsatz von Mykorrhiza Bodenpilze angedacht, um Nährstoffe und Wasser aus dem Boden besser zu lösen, dem Stressaufkommen entgegenzuwirken und dem Baum vor Schädlingseinwirkung zu schützen.

Baumpflege

Erklärtes Ziel der Stadtgemeinde Traismauer ist mit den Bäumen sorgfältig umzugehen. – Baumpflege ist ein ständig wirkender Prozess. So wird zukünftig bei den Jungbäumen im Zentrum das Substrat „Schönbrunner Mischung“ eingesetzt. Dadurch wird die Entwicklung der Haltewurzeln, eine ausreichende Bodendurchlüftung und das Speichervermögen für Wasserreserven vorteilhaft beeinflusst.

Stadtgärtnermeister Martin Winter

Die Zuständigkeit seitens des Städtischen Wirtschaftshofes liegt bei Stadtgärtnermeister Martin Winter. Gärtnermeister Winter hat in den letzten Jahren laufend Aus- und Weiterbildungen absolviert. Überdies beschäftigt die Stadtgemeinde Traismauer einen Lehrling der Berufssparte Garten- u. Landschaftsbau. Robin Kodym wird in den Lernprozess der Baumpflege mit eingebunden und zeigt großes Interesse auf diesem Sektor. Durch die positive Entwicklung ist beabsichtigt den Lehrling sachkundig auf diesem Gebiet weiter einzusetzen.


Baumberatung für Bürgerinnen und Bürger

Das Team der Stadtgemeinde Traismauer steht den BürgerInnen mit Rat und Tat zur Seite. Beratungen und Auskünfte betreffend Baumart oder „richtig“ gewählten Baumstandort bei Neupflanzungen werden bereits von der Bevölkerung positiv entgegen genommen.
Weiters wird den Traismaurerinnen und Traismaurern auch die Teilnahme am jährlichen Heckentag zur Förderung von Naturbäumen und Obstbäumen angeboten. Durch Berichterstattung über Pflegemaßnahmen sowie Informationen an die Bevölkerung über Neupflanzungen im Bürgermagazin der Stadtgemeinde Traismauer wird ebenfalls die Bewusstseinsbildung für Bäume geschaffen.

Zehn Neupflanzungen pro Jahr

Pro Jahr werden rund 10 Neupflanzungen durchgeführt. Dabei wird sowohl der Lebensraum - die örtliche Umgebung zur vielfältigen Entwicklung für den Baum (Platzangebot), als auch der Standort selbst genau gewählt. Dadurch soll eine nachhaltige Baumstruktur geschaffen werden. Bei Neupflanzungen werden betreffend der Mindestbaumstärke keine Bäume unter 14-16cm STU gewählt.
Bei Neupflanzungen spielt die Qualität der verwendeten Bäume für die Stadtgemeinde Traismauer eine große Rolle.
So soll auch zukünftig durch den Stadtgärtnermeister jeder Baum zur Neupflanzung persönlich ausgewählt werden.

Linde im Kindergarten

Im Kindergarten Traismauer wurde in Kooperation mit den Pädagoginnen und den Kindern eine Linde mit STU 45-50cm im Garten gepflanzt. Die Kinder lernten somit spielerisch die Notwendigkeit und die wichtigen Aspekte eines Baumes kennen.
Erläuterungen zur Charakteristik der jeweiligen Baumarten (Beispiel: Linde wirkt beruhigend), Bäume in der Funktion als natürliche Schattenspender, die vorteiligen Auswirkungen der Luftverbesserung etc. durften da natürlich nicht fehlen.

Mähschutz

Zur Verhinderung von Mähschäden ist angedacht alle Neuauspflanzungen mit einem Mähschutz zu versehen. Dieses Konzept ist derzeit in Vorbereitung. Alternativ wird bislang um einen neu ausgepflanzten Baum kein Gras angebaut, sondern Rindenmulch aufgebracht.
Da die Mäharbeiten selbstständig durch den Städtischen Wirtschaftshof durchgeführt werden, wird seitens des Personals darauf geachtet Mähschäden zu verhindern.

Wenig Salzstreuung

In der Stadtgemeinde Traismauer wird im Winter auf Salzstreuung weitgehend verzichtet. Auch wird durch den Einsatz von Baumscheiben dem Auftreten von jeglichen Beschädigungen so weit als möglich entgegengewirkt.

Bäume haben große Bedeutung

Die Stadtgemeinde Traismauer wird dem Baumbestand auch weiterhin eine große Bedeutung zuordnen. Bäume sind ein wesentlicher Bestandteil und ein wichtiger Beitrag zu einer hohen Lebensqualität. Dieser Stellenwert in Kombination mit den wertgeschätzten Naherholungsgebieten, Wander- u. Radwegen machen Traismauer zu einer lebenswerten Stadt für BürgerInnen und Gäste.
"Für die Stadtgemeinde Traismauer gilt es daher als Verantwortung den Baumbestand der Stadt weiterhin gewissenhaft zu pflegen und mit Neupflanzungen auch für kommende Generationen zu erhalten", so Bgm. Pfeffer in einer Presseaussendung.
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