26.04.2016, 21:20 Uhr

Laufwagerl sind Teufelszeug

Die Zwillinge Josefine und Leopold (11/2) und Schwester Paulina (4 1/2) Wiborny-Lepschy. Das Fenster ist gesichert. (Foto: Schwameis)

Alle 13 Minuten verunglückt in Österreich ein Kind im eigenen Heim. Eine der häufigsten Unfallarten: Sturz

BEZIRK. Dabei könnte gerade dies durch einige einfache Sicherheitsmaßnahmen oft vermieden werden. "Das Häufigste, das auf die Unfallchirurgie kommt, sind Kinder, die auf den Kopf gestürzt sind", bestätigt Kinderarzt Dr. Heinz Eggenbauer. Das einfachste Beispiel: Das Kind liegt neben einem Elternteil und fällt aus dem Bett. "Warum auf den Kopf? Weil es der schwerste Körperteil ist. Sobald das Kind den Kopf aus dem Fenster streckt, liegt es schon unten, das ist das Problem. Wenn die Kinder mobil werden, zwischen 8. und 10. Monat, wo sie zu krabbeln beginnen, beginnen sie auch zu klettern - und sind sehr stolz darauf. Zuerst auf die Couch, dann auf die Lehne - und schon ist das Kind unten. Was wir hin und wieder sehen, dass die Eltern sehr viel später kommen und fragen, was das für eine Schwellung am Kopf ist - weil dem Kind geht es gut (sukkulente Schwellung, weich wie ein Kaktus). Das ist eine Schädelfraktur - ein Haarriss in der Schädelkalotte. Die häufigste Verletzung ist eine Kontusion (Prellung), das wird über Nacht im Spital beobachtet. Komplikation: Gehirnschwellung mit Erbrechen, wenn man Pech hat, ist ein erhöhter Hirndruck vorhanden, d.h. die Schädeldecke muss aufgemacht werden." Das passiert nicht so oft, eine Gehirnerschütterung ist häufig.
Die zweithäufigste Verletzung bei Stürzen auf den Kopf sind Schädelbrüche: "Da hat man immer eine sukkulente Schwellung (Blut zwischen Knochen und Gehirn) - das muss bildgebend angeschaut werden."
"Stürze, Brüche, Herd... - Verletzungen sind ein Drittel der Kinderheilkunde", sagt Eggenbauer. "60 % sind in der Stadt, da sind wir am Land besser dran. Fensterstürze gibt es bei uns weniger, aber Stürze vom Wickeltisch, Sturz aus dem Bett, vom Sofa, ist das, was wir haben. Ein Kind ist einmal schlafgewandelt, es musste auf die Intensivstation."
Viele Eltern stecken ihr Kind in ein Lauflernwagerl, manche schon mit 8 Monaten, die Kinder sind aber noch nicht so weit. "Sie kommen zu früh in eine aufrechte Position, sie sind beim Krabbeln viel schneller. Bei Stiegen führt das direkt in den Keller.
Wir hatten ein Kind, das fuhr über eine Laderampe, es wurde schwer verletzt. Sie sollen krabbeln lernen, dann geht das Gehen von selber."
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