Vortragsreihe an der HTL
Funktion des Schutzwaldes bei Naturkatastrophen beleuchtet
- Hangrutsch wurde als Beispiel der Vortragsreihe an der HTL Imst über die Funktion des Schutzwaldes genannt.
- Foto: HTL Imst
- hochgeladen von Petra Schöpf
IMST (ps). Dass der Wald eine enorme Schutzfunktion hat, wird bei Naturereignissen wie Lawinenabgängen immer wieder verdeutlicht. Bei einer Vortragsreihe an der HTL Imst am vergangenen Mittwoch berichteten drei Experten aus ihren Fachgebieten. In den Unterrichtsfächern Ingenieurbau und Konstruktionsübungen werden Schutzfunktionen des Waldes thematisiert, praktische Umsetzung findet das theoretische Wissen beispielsweise bei der Zusammenarbeit im Rahmen von Schulprojekten mit externen Partnern, z.B. der Wildbach- und Lawinenverbauung und Gebietsbauleitung Oberes Inntal. Organisator Harald Pölls Intension dieser Vorträge gründet aber auch auf das große Interesse seitens der Schüler, die sich oft mit Naturgefahrenthemen im Zuge ihrer Diplomarbeiten und ihrer Projektarbeiten beschäftigen.
Themenschwerpunkt: Schutz vor Naturgefahren
Der Input durch die externe Vortragenden Dr. Gerhard Markart, Dr. Bernhard Kohl und DI Daniel Kurz bereichert den Unterricht und ergänzt die Lehrinhalte.
So wurden auch technische Schutzmaßnahmen, die punktuell gesetzt werden können, vorgestellt (Lawinenverbauungen, Geschiebesperren, Steinschlagschutznetze, etc.). Die grundsätzliche Schutzfunktion des Waldes vor Hangrutschen, Steinschlägen und Lawinenanbrüche wurde erörtert,
die junge Generation soll dafür sensibilisiert werden.
Das Kurzfazit des Vortrages von Dr. Gerhard Markart, Leiter der Abteilung Wildbachprozesse und Hydrologie vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), einem
Institut für Naturgefahren: Ein gesunder Wald vermindert durch Prozesse wie Transpiration, Interzeption und die Oberflächenrauigkeit den Abfluss und stabilisiert mit dem Wurzelwerk den Boden.
Dessen Stellvertreter, Dr. Bernhard Kohl referierte über „Die Berechnung von Abflussdaten mit ZEMOKOST“. Das Programm ZEMOKOST ist ein Berechnungsprogramm von Hochwasserabflüssen in unbeobachteten Wildbacheinzugsgebieten und wird an der HTL Imst immer wieder von Schülern im Zuge ihrer Diplomarbeiten eingesetzt.
Last but not least lauschte man dem Vortrag des Gebietsbauleiters des forsttechnischen Dienstes der Wildbach- und Lawinenverbauung, DI Daniel Kurz: „Was bedeuten die berechneten Abflussdaten für die Planung von Schutzbauwerken?“ Nach der Kurzerklärung der Gefahrenzonenplanung und
Praxisbeispielen, die den positiven Einfluss des Schutzwaldes herausstrichen, erklärte Kurz die praktische Anwendung von errechneten Abflussdaten, die ebenfalls mit dem Programm ZEMOKOST errechnet wurden. Kurz erwähnte auch, dass bei der Wildbach- und Lawinenverbauung aktuell HTL-Absolventen für eine Anstellung gesucht werden.
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