Chorforum Wien
"Ohne ehrenamtliche Kultur bricht die Basis weg"
- Die Schülerinnen und Schüler der GTVS Adolf-Loos-Gasse machen es vor, jetzt sind die nächsten gefragt.
- Foto: M. Spitzauer
- hochgeladen von Maximilian Spitzauer
Ehrenamt heißt nicht gleich Rettungsdienst oder Altenpflege. Warum Kultur etwas für die ganze Familie ist.
WIEN/INNERE STADT. Margret Popper-Appel ist die Präsidentin des ChorForum Wien und setzt sich ehrenamtlich für die Kunst des gemeinsamen Singens ein. Die Wiener Ehrenamtswoche hat sie zum Anlass genommen, den Nachwuchs für das Singen im Chor zu begeistern. Gemeinsam mit wienXtra wurden Schulklassen gesucht, die das eine oder andere Stück einstudieren und öffentlich im Volksgarten vorsingen wollten. Acht Klassen haben sich gemeldet, die alle gemeinsam singen wollten. Und genau hier will Popper-Appel ansetzen: "Die ehrenamtliche Kultur muss auch Kindern nähergebracht werden", weiß die Präsidentin, denn ohne sie würde auch die Basis großer Kulturinstitutionen in Österreich wegbrechen.
"Wir wollten den Kindern auch näherbringen, dass hinter ehrenamtlicher Arbeit ein großer Aufwand steht", so Popper-Appel. Auch mit dem Vorurteil, dass Ehrenamt gleich Rettungsdienst oder Altenpflege sei, müsse dringend aufgeräumt werden. "Gerade im Kulturbereich gibt es unzählige Aktivitäten, die man machen kann", so Popper-Appel.
Ein klassisches Beispiel dafür sei etwa die Buchhalterin, die in Pension geht, aber gerne weiterhin etwas in ihrer Fachrichtung machen würde. "Da könnte man zum Beispiel Kassier in einem kulturellen Verein werden", schlägt Popper-Appel vor. Währenddessen stehen die Kinder auf der Bühne und singen oder spielen Theater. Die Möglichkeiten in der ehrenamtlichen Kulturarbeit sind vielfältig.
Chorgesang oder Fußball?
Dass ehrenamtliche Kultur Jung und Alt begeistert, kann man auch anhand von Statistiken ablesen. "Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass es in Österreich 50 Prozent mehr Chöre als Fußballvereine gibt?", so die Präsidentin. Übrigens ist Österreich in diesem Belang weltweit Spitzenreiter: Gemessen am Anteil der Gesamtbevölkerung des Landes, hat Österreich die meisten Menschen, die in einem Chor singen. Laut der European Choral Association sind es um die elf Prozent.
Beim Besuch der bz bei den Chören im Volksgarten hat sich gezeigt, dass Kinder für Musik leicht zu begeistern sind. "Es braucht aber auch die Unterstützung der Schulen und der Eltern, dann kann man Kinder nachhaltig für Kultur und das Ehrenamt innerhalb eines Verbandes begeistern", betont Popper-Appel.
Auch was die Anerkennung angeht, würde sich die Präsidentin ein wenig mehr Unterstützung wünschen. "In Vorarlberg gibt es etwa einen Tag des Ehrenamts. Das wäre auch in Wien für alle Sparten wünschenswert", so Popper-Appel.
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