Drei Jubiläumskonzerte im Schloss Neupernstein
30 Jahre "Oldies Swing & Gospel Singers"

Der Chor beim Konzert im Brucknerhaus in Linz
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  • Der Chor beim Konzert im Brucknerhaus in Linz
  • Foto: Volker Weihbold
  • hochgeladen von Franz Staudinger

Den 30. Geburtstag feiert der Kremstaler Chor "Oldies Swing & Gospel Singers" mit drei Konzerten im November. Die BezirksRundschau bat Obfrau Julia Lacheiner (42) aus Kirchdorf zum Interview.

Frau Lacheiner, wann und wo ist der Chor entstanden und wer hat ihn gegründet?
Lacheiner: Die Idee und Urgeschichte des Chores beschreibt die Vereinschronik so: Nach einer Kirchenchor Probe kritisierten einige Sängerinnen im Gasthaus Weixlbaumer, dass es nicht möglich sei, mit dem Kirchenchor „jüngere" Musik zu singen. Schon war die Idee da, eine Art „Jugendchor" zu gründen. Nach Ostern sollte mit den Proben unter der Leitung von Heinz Buder begonnen werden. Es war erstaunlich, wie schnell sich dieses Vorhaben herumsprach, und innerhalb einer Woche hatten sich 25 Sänger angemeldet. Wir probten anfangs im Hause Buder, in einem halbwegs adaptierten Dachgeschoßraum, auf alten Sesseln vom Pfarrheim. Anfänglich waren wir – durch die Adresse des Chorleiters – ein Kirchdorfer Chor, nach seinem Umzug wurden wir ein Micheldorfer Chor. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Kirchdorf ist aber dennoch aufrecht und eine sehr gute. Wir werden, beginnend bei der Frau Bürgermeister, dem Kulturstadtrat bis hin zum Bauhof Kirchdorf, tatkräftig unterstützt.

Was ist das Besondere, bei den "OSGS" zu singen?
Ich kann immer wieder sagen, es ist eine Freude, Teil dieses Chores und dieser Gemeinschaft zu sein. Die wöchentliche Chorprobe am Sonntagabend ist mein Auftakt in die neue Woche. Das gemeinsame Singen ist eine sehr sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die sowohl herausfordert, als auch zufrieden und glücklich macht. Hier lernen wir Teamfähigkeit, üben uns in Toleranz und können auch unsere Talente und Fähigkeiten unter Beweis stellen. Singen macht Spaß, lässt Beschwerden vergessen und Emotionen leben, hilft, den Körper, Geist und die Seele fit zu halten.
Gemeinsame Ziele vor Augen haben, Projekte gestalten, verwirklichen und Zeit miteinander verbringen, verbindet Menschen und lässt innige Freundschaften entstehen. Das ungezwungen Zusammenkommen so vieler unterschiedlicher Menschen, die ein gemeinsames Interesse haben, macht den Chor zu etwas ganz Besonderem.

Welche Musik ist typisch für die "OSGS"?
"Typische" Musik gibt es bei uns nicht. Wir wollen alle Scheuklappen ablegen und ins bunte Musikleben eintauchen. Wir singen Brahmsmotetten und Robbie Williams, von westafrikanischer Mandinkemusik über Souliges von Ray Charles, Duke Ellington-Klassiker, Carl Orffs Carmina Burana, Michael Jackson, Gospels bis zu Filmmusik - kein Projekt gleicht dem anderen! Je bunter und abwechslungsreicher, desto besser.

Was waren die bisherigen Highlights in der Vereinsgeschichte?
Im Jahr 2016 gewannen wir den Chorwettbewerb „Best of Chormusik“ als beliebtester Chor OÖs. Die Freude über den Preis – ein Chorwochenende auf Schloss Weinberg - war groß. Die neun besten Chöre durften im Brucknerhaus auftreten, was ein außergewöhnliches Erlebnis war. An diesem Ort vor mehr als 1000 Besuchern zu singen, übertrug eine Energie auf uns, die wir so zuvor noch nicht kennengelernt hatten. Sie beflügelte alle zu jeweils persönlicher Bestleistung, und die nachfolgenden wertschätzenden Worte seitens des Jurors Josef Habringer bestätigten, dass wir an diesem Abend in der oö Chorszene ganz vorne mit dabei waren. Im Jahr 2017 nominierte uns der oberösterreichische Chorverband zur Teilnahme am „Stimmenfestival in Freistadt“. Mit der Jazz-Messe von Bob Chilcott und zwei Gospels eröffneten wir dieses Konzert.
Da es durch das Coronavirus 2020 zu einer Absage der „Langen Nacht der Chöre“ kam, und der Chorverband Österreich es den Singfreudigen jedoch ermöglichen wollte, sich einem breiten Publikum zu zeigen, nutzten die OSGS die probenfreie Zeit und wir stellten unseren ersten virtuellen Chor auf die Beine. Wir schafften es unter die besten drei Einsendungen des Landes OÖ und unser Beitrag „Superstition“ wurde bei der „Langen Nacht der CHORantäne“ präsentiert.

Wie soll sich der Chor weiterentwickeln, welche Ziele verfolgst du als Obfrau?

Zur Zeit prägt unseren Chor natürlich das Coronavirus. Der Chorverband hat Empfehlungen ausgearbeitet, damit ein Neustart unter den Einschränkungen, die der gesetzlichen Rahmen vorgibt, gelingen kann. Seit September singen wir in einem größeren Probenlokal, um die nötigen 1,5 Meter Abstand zwischen den Sängern gut einhalten zu können. An das erarbeitete Hygienekonzept halten sich alle natürlich auch. Dicke Jacken sind während der Probe nun auch unser ständiger Begleiter, da wir regelmäßig lüften. Für unsere 30-Jahre-Jubiläumskonzerte haben wir für die Zuseher ein kluges System ausgetüftelt. Die Anzahl der möglichen Zuseher hat sich zwar durch den großzügigen Abstand von 1,5 Meter zwischen den Reihen und freien Plätzen zwischen familienfremden Personen um die Hälfte verringert, doch die Gesundheit aller ist uns ein großes Anliegen. Unser nächstes, wichtigstes Ziel ist also, dass wir unsere sinnstiftende Kulturarbeit wieder aufnehmen und weiterhin am Leben erhalten!

Wieviele Sänger habt ihr im Chor, gibt es genügend Nachwuchs?
Bis es zum Lockdown kam, hatten wir über 60 Mitglieder. Manche Mitglieder pausieren für dieses Projekt, somit sind wir nun gut 40 Sängerinnen und Sänger. Fast die Hälfte der Mitglieder besteht aus der mittleren Generation zwischen 31 und 50. Vor allem in diesem Chorjahr gab es auch kräftigen Nachschub bei den ganz jungen Mitgliedern. Wer mitsingen kann entscheidet unser musikalischer Leiter Rudi Plaichinger.

Wie bis du zum Singen gekommen, seit wann singst du?
Meine Mutter ist sehr musikalisch, somit begleitet mich Musik schon mein Leben lang. Meine drei Brüder singen auch sehr gut und gerne, mein Vater hat seine Stärken eher im Künstlerischen. Heinz Buder hat mich damals als junges Mädel eingeladen, bei den "OSGS" mitzumachen. Er kannte mich auch vom Singen in der Kirche und so bin ich nun schon seit 30 Jahren aktives Mitglied und bin stolz, bei allen Chorprojekten dabei gewesen zu sein.

Wann und wo finden im November die Konzerte statt?
Die Jubiläumskonzerte „30 Jahre und kein bisschen leise. Lieblingsstücke der OSGS“ finden am Donnerstag, 12.11. um 19.30 Uhr, Freitag, 13.11. um 19.30 und Samstag, 14.11. um 18 Uhr jeweils im Kulturzentrum Kirchdorf im Pernsteinsaal statt. Es wird nur Vorverkaufskarten geben, die ab Mitte Oktober erhältlich sind.

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