Plakatwirbel in Grafenstein
Lädierter Kickl landete im Bauhofcontainer
- Wahlplakate von FPÖ-Chef Herbert Kickl wurden in Bauhofcontainer entsorgt.
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Zwei Versionen – ein Bauhofcontainer: Plakate mit dem Konterfei von FPÖ-Chef Herbert Kickl landeten im Bauhofcontainer der Gemeinde Grafenstein. Die Freiheitlichen der Ortsgruppe fordern eine Entschuldigung von Amtsleiter und Bürgermeister. Gemeinde weist Schuld von sich: "Niemand kümmerte sich um Plakate nach der Wahl. Wir könnten die Kosten für das Entsorgen sogar noch verrechnen."
GRAFENSTEIN. Bei den Freiheitlichen gehen die Wogen hoch: Die FPÖ Grafenstein ortet eine Verschwörung und geht von einem mutmaßlichen Plakat-Diebstahl aus. Laut der FPÖ wollte man nach der geschlagenen Nationalratswahl die Wahlplakate wieder einsammeln. Die Aufsteller seien jedoch "plötzlich verschwunden" gewesen, man habe sie nicht selbst weggeräumt und ging davon aus, dass diese entwendet worden seien. Schließlich fanden die Freiheitlichen ihre Plakatständer – stark beschädigt – am Wirtschaftshof.
Plakate müssen gemeldet werden
Eine ganz andere Version der Wahlplakate ist seitens der Gemeinde in Erfahrung zu bringen. "In Wahlzeiten gilt das Ortsbildpflegegesetz. Wahlplakate dürfen im Ortsgebiet aufgestellt werden, wenn diese angezeigt werden, sprich, die Partei, die es aufstellt, gibt bekannt, wie viele Plakatständer und wo sie diese aufstellt", sagt Andreas Tischler, Amtsleiter. Im besten Falle wird die Parzellennummer angeführt, in der Vergangenheit habe dies auch immer funktioniert.
"Niemand kümmerte sich um die Plakate"
Nicht aber im Superwahljahr 2024: Laut der Gemeinde sind Plakate an mehreren Orten gestanden, die nicht gemeldet wurden. "Sie sind dann auch nach der Wahl, immer noch gestanden. Wir haben festgestellt, dass manche beschädigt waren, einige am Boden gelegen sind und sich niemand darum gekümmert hat. Dann haben sie die Bauhofmitarbeiter eingesammelt und diese verwahrt", sagt der Amtsleiter. Laut Tischler war das am 9. Oktober.
- Wie die Plakate in den Bauhofcontainer gelangten – darüber herrscht Uneinigkeit.
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Aussage gegen Aussage
FPÖ-Ortsparteiobmann Hermann Drössel schildert eine andere Version: Ein aufmerksamer Bürger habe ihm per Telefon gemeldet, dass sich die Wahlplakate im Sperrmüllcontainer der Gemeinde befinden – stark beschädigt. Gegenüber MeinBezirk sagt der Amtsleiter, dass er Drössel via Telefon informiert habe, dass die Aufsteller auf dem Bauhof zu finden sind. "Niemand hat sich darum gekümmert. Irgendwann im November wurde der Bauhof zusammengeräumt. Keiner hat sich bemüßigt gefühlt, bis dato bei uns aufzutreten. Danach sind die zerstörten Ständer oder deren Fragmente im Sperrholzkontainer gelandet", sagt Tischler. Laut der FPÖ war die Polizei vor Ort, um den Sachverhalt aufzunehmen.
- Laut Gemeinde lagen die Plakate "herrenlos auf öffentlichem Gut." Man könne sogar die Kosten verrechnen.
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War das ein politischer Akt?
Drössel pocht auf eine Entschuldigung der Gemeinde. "Es sind offenbar nur leere Worte, wenn diese Herrschaften immer betonen, so viel Wert auf einen ,guten Umgang’ miteinander zu legen“, sagt Drössel. Er vermutet ein politisches Motiv hinter dem Vorfall. "Im ersten Telefonat hat der Herr Parteiobmann mir gegenüber gesagt, dass sie nicht ihm, sondern der Partei gehören. Also weiß ich nicht, wem sie gehören – der FPÖ Grafenstein oder der FPÖ. Alle anderen Parteien zeigen an, wenn sie auf öffentlichem Gut ihre Plakate aufstellen. Wir hätten sogar Möglichkeit, die Kosten für die Entsorgung zu verrechnen", so Tischler.
- Wahlplakate von FPÖ-Chef Herbert Kickl wurden in Bauhofcontainer entsorgt.
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