Vertigo Music Bar
Schräg, charmant und ohne Kommerz

Faty unterhält Gäste derzeit nur online und hat Zeit zum Einkaufen
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  • hochgeladen von Sabrina Strutzmann

Auch in Zeiten wie diesen, sollen wir das Lachen nicht verlernen. Die Betreiber der "Vertigo Music Bar" jammern auch trotz derzeitiger Schließung nicht, sondern sorgen für jede Menge Unterhaltung. Via Social Media, versteht sich.

Wer kennt den Spruch: "Ich bin nicht wie alle Mädchen" – alle Mädchen. Viele wollen partout anders sein, sind es jedoch nicht. Wer das Vertigo kennt, weiß, dass es sich nicht der Masse anbiedert. Wer noch nie von diesem Lokal gehört hat, hier ein kurzer Einblick in das (Berufs)Leben von "Mutti" und "Faty". 

Jahrzehnte voraus 

Die Vertigo Music Bar wurde von Ines und Gernot, aka Mutti und Faty, 2015 eröffnet. "Unsere Spitznamen verdanken wir der Tatsache, dass sich viele ältere (Ehe)Paare gegenseitig mit dem Diminutiv ihrer Familienfunktion ansprechen", sagt Gernot. Die beiden haben also mal schnell einfach 30 Jahre übersprungen. Die Bar wird von beiden gemeinsam geführt. Ines ist "Herrin" der Gastronomie, Gernot mehr Künstler als Wirt: "Meine Aufgaben wechseln sich aus Musikgestaltung, Social Media und Toiletten ab."

Alternative statt Kommerz

Mit der Idee für eine Indie- und Alternative Bar, fernab von Formatradio- und Kommerzgedudel, waren die beiden jahrelang schwanger. Als das ehemalige "La Vida" in der Herrengasse schloss, fanden die Unternehmer die perfekte Location.
Der Name Vertigo ist Latein für Schwindel, Benommenheit. "Tatsächlich verlässt manchen Stammgast beim Verlassen des Lokals der Gleichgewichtssinn", lachen die beiden. 

"Ihr seid schräg" – danke!

Die meisten Barkeeper sind wahrscheinlich Schauspieler und Entertainer, nicht aber Mutti und Faty: "Uns gibt es nur ,unplugged'". Verstellen kommt bei den Gastronomen nicht in Frage. Sie lieben es zu provozieren und zu polarisieren: "Man sagt uns nach, wir wären eigen und schräg – für uns ein Kompliment." Stammgäste sind von dieser Art und Einstellung begeistert, es gab jedoch auch manche Besucher, die irritiert den Ausgang suchten. 
Die Betreiber stehen zu ihrer Einstellung, obwohl ihnen bewusst ist, dass Geld verdienen mit einer kommerzielleren Einstellung beziehungsweise Verstellung ein leichteres wäre: "Es ließe sich mit dem Vertigo weitaus mehr Geld verdienen, wenn wir uns musikalisch und persönlich an die Masse anbiedern würden, dann wären wir aber nicht mehr Mutti und Faty."

Ein gutes Gespür 

Viele Angestellte in der Gastronomie sorgen neben kühlen Getränken auch für das Seelenwohl der Gäste. "Seelentrösten müssen wir nur ganz selten", sagen die Vertigo-Betreiber, mit der Zeit bekommt man ein Gespür für die Gäste. Sie können gut einschätzen, wann welcher Gast ein offenes Ohr, seine Ruhe, seine Lieblingsband, einen blöden Schmäh oder einfach nur einen Schnaps braucht. 

In Erinnerungen schwelgen

Der Shut-down, als das Vertigo ohnmächtig und für unbestimmte Zeit zusperren musste hat sogar bei Faty tränende Augen hervorgerufen. Doch von diesem einen schlechten Moment, lassen sich die Gastronomen nicht die unzähligen guten Momente verderben. Sie schwelgen in Erinnerungen an ein gut gefülltes Vertigo, in dem nette Menschen einen Moment lang abschalten, lachen und die Musik genießen. Highlights der letzten Jahre gab es viele. Besonders stolz ist man darauf, dass man Stars wie  Frank Turner und die Steaming Satellites begrüßen durfte.

Nicht jedermanns "Ding"

Wer sich noch immer nicht sicher ist, ob er nach Aufhebung der behördlichen Schließung unbedingt im Vertigo vorbeischauen soll: Offene, friedfertige, freundliche, humorvolle, geerdete und durstige Indie- und Alternative Liebhaber ab 18 Jahren werden begeistert sein. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich Hipster, Bobos, affektierte Wichtigtuer, unfreundliche und negative Mitmenschen, Bausparer und Bewohner der Ö3-Gemeinde im Vertigo nicht wohl fühlen", sagen die Betreiber lachend, aber auch bestimmend. 
Auch das gesamte Team muss im Lokal zusammenpassen, darauf achten die beiden, bevor sie jemanden einstellen. Ans heilige DJ-Pult sollte sich niemand leichtfertig heranwagen, es gilt Spielverbot für: Schlager, Formatradiomusik, (Deutsch)Rap und Techno. Und Coldplay.

Sich selbst nicht Ernst nehmen

 
Doch wie verlieren Mutti und Faty auch in Zeiten wie diesen nicht die gute Laune und teilen diese via Social media? "Das ist unserer Grundeinstellung geschuldet: Nimm das Leben wie es kommt, jammer nicht und mach das Beste draus. Und nimm nichts zu ernst, vor allem nicht dich selbst." Humor, Schabernak, Herumblödeln und Lachen sind ihre Lebenselixiere. Facebook ist verseucht mit negativem Schwachsinn, Verschwörungstheorien, Hass und Shitstorms. Mit Humor- und Musikpostings wollen sie dagegen halten.

Ein (Freuden)Rausch ohne Motto

Als bestes bisheriges Konzert fällt Gernot spontan das Vertigo Festival 2019 mit Manic Youth, Hurricane Season, Artificial Sons und The J.F.K. Speedpop Foundation ein. Immer wieder stehen auch lustige Veranstaltungen an. "Zur alljährlichen „Big Lebowski Sause“ im November kommen tatsächlich Gäste in Bademantel und Unterwäsche, um mit uns den Tag des Taugenichts und Tunichtguts (Fatys Feiertag) zu zelebrieren", freut sich Gernot. 
Blickt man voraus steht eine Party bevor, bei der es definitiv kein Motto braucht: "Die ersten Wochen nach der Wiedereröffnung werden ein einziger, großer, glückseliger (Freuden)Rausch werden", freuten sich Ines und Gernot bereits. 
Via Social Media bringen die beiden in dieser Zeit viele zum lachen. Warum also auch nicht mal umgekehrt? Wer mehr als ein verschmilztes Lächeln über Fatys Lippen zaubern will, hat nun Zeit zum überlegen. "Humor muss für uns absurd, inkorrekt und schwarz sein. Wie bei Gervais, Sträter, Lobrecht oder Stromberg", so die Vertigo´s. 

Zwischen früh- und dämmerschoppen

Mutti und Faty haben auch noch ein paar Alltags-Tipps in Corona-Zeiten: Frühmorgens um 10.30  Uhr aufstehen – mit dem Hund Gassi gehen – Frühshoppen – Mittagessen – Nachmittagsschläfchen – Dämmerschoppen – mit dem Hund Gassi gehen. Dann heißt es Gute Nacht. Ganz im Sinne von Harald Juhnke: „Keine Termine und leicht einen sitzen“.

Sperrstund-Songs zum reinhören: 

„Marching Orders“ - Editors
„Daydreaming“ - Radiohead
„Teardrop“ - Massive Attack
„Roads“ - Portishead
„Hoppipolla“ - Sigur Ros

Zur Sache: 

Vertigo Music Bar
Herrengasse 5, A-9020
Mitwoch – Samstag: 18.00 – 02.00
backstage@vertigobar.at
www.facebook.com/vertigomusicbar

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