Werberat: Die Nixe darf oben ohne bleiben
- Werbeplakat „1 a Installateur Murrer: „Nicht sexistisch im Sinne des Ethik-Kodes“
- hochgeladen von Peter Lindner
Fachgruppe Werbung: "Watchgroup soll Vorverurteilungen einstellen!"
INNENSTADT. Die Werbe-Watchgroup beanstandet seit einigen Wochen Werbungen in ganz Klagenfurt: Werden sie als sexistisch empfunden, so werden die Werbesujets auf der Homepage der Watchgroup offen kritisiert. Viele dieser Entscheidungen kann der Österreichische Werberat aber nicht nachvollziehen (die WOCHE berichtete in ihrer Ausgabe am 16. Juli).
Nun meldet sich Volkmar Fussi, Wirtschaftkammer-Fachgruppenobmann Werbung, zu Wort. Er verlautbart die jüngsten Entscheidungen des Werberates, der oft keinen Grund zum Handeln sieht - wie etwa bei der von der Watchgroup heftig kritisierten Installateur-Werbung, die eine Nixe zeigt.
"Bei der Werbung der 1a-Installateure mit dem Motiv einer Badenixe sieht der Werberat in seiner abschließenden Beurteilung wörtlich 'keinen Grund zum Einschreiten'", erklärt Fussi. Die Begründung des Werberates: „Eine Meerjungfrau als Symbolfigur in Sachen Wasser zu verwenden wird seitens der Werberäte als nicht sexistisch im Sinne des Ethik-Kodex der Werbewirtschaft eingestuft. Auch die Art und Weise der Darstellung, es ist weder eine nackte Brust zu sehen noch eine sexistische Anspielung in textlicher Hinsicht verwendet worden, wird als nicht abwertend verstanden. Darüber hinaus wird der Zusammenhang zwischen dem dargestellten Wesen und den damit einhergehenden Assoziationen wie Wasser, Meer, Wohlbefinden, und Teilen des Produktangebotes (Bäder, Wohlfühloasen) erkannt“.
Einzelne Werberäte hätten zu diesen Werbesujets jedoch eine „Sensibilisierungs-Aufforderung“ ausgesprochen.
Auch im Fall des von der Watchgroup vorverurteilten Frisiersalons „Jim & Jo“ in Klagenfurt, sowie bei einem Inserat für den Lady’s Day auf der Hochrindl sieht der Werberat keinerlei Grund zur Beanstandung.
Hingegen hat der Werberat die Firma Torbauer aufgefordert, die Werbung mit dem Sujet „Geil auf Nudel“ sofort zu stoppen und bestätigt damit eine ebensolche Aufforderung seitens der Fachgruppe Werbung - auch diese Werbung hatte die Watchgroup kritisiert.
Fussi fordert nach den Entscheidungen des Werberates das Frauenbüro Klagenfurt auf, die beanstandeten Werbungen "unverzüglich von der Homepage der Werbewatchgroup zu nehmen und sich bei den Unternehmern zu entschuldigen, die dadurch vorverurteilt wurden."
Fussi weiter: „Die Vorgehensweise des Frauenbüros ist unzumutbar. Wie kommen einzelne Firmen dazu, als sexistisch denunziert und in ihrem Ruf geschädigt zu werden, wenn ihre Werbung in keinerlei Form gegen den anerkannten Ethik-Kodex des Werberates verstößt.“
Fussi hält die Aktivitäten der Watchgroup für „blanken Aktionismus“ auf Kosten der Steuerzahler und zu Lasten der Unternehmen.
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