26.07.2017, 08:49 Uhr

Annabichl ist mehr als nur der Flughafen

Das ehemalige „Cats“ steht schon lange leer und verfällt. Nun baut es der Eigentümer als Wohn- und Geschäftsgebäude neu (Foto: Polzer)

Stadtteile im Fokus: Neben dem Zukunftsprojekt Flughafen tut sich im Stadtteil Annabichl weitaus mehr. So wird nun etwa das ehemalige "Cats" in der St. Veiter Straße als Wohn- und Geschäftsgebäude neu errichtet.

ANNABICHL. Im Stadtteil Annabichl richten sich die Augen naturgemäß zunächst gen Flughafen. Denn wie es weitergeht und wie er belebt werden kann ist auch im Interesse der Bevölkerung. „Eine Belebung stärkt den ganzen Stadtteil“, sagt FPÖ-Gemeinderätin (GR) Sandra Wassermann, „und die umliegenden Betriebe würden davon profitieren.“ Ihr geht es vor allem darum, die Klagenfurter zu motivieren, „ihren“ Flughafen verstärkt zu nutzen. Vize-Bgm. Jürgen Pfeiler, der als SPÖ-Stadtteilvorsitzender für Annabichl zuständig ist, verspricht zudem: „Sollte es dort zu Veräußerungen von Grundstücken kommen, sollen keine Dritten davon profitieren. Die Stadt strebt eine Allgemeinnutzung des Areals an.“
Doch Annabichl ist viel mehr als nur der Flughafen.

Altes „Cats“ wird neu gebaut

Schon seit einigen Jahren empfindet Wassermann z. B. das leerstehende „Cats“ als Schandfleck in der St. Veiter Straße. „Das Gebäude ist verfallen. Kein schönes Bild auf einer der am stärksten frequentierten Straßen Klagenfurts.“ Aber laut der GR solle sich hier nun etwas tun: „Der Eigentümer möchte das Gebäude nun revitalisieren.“ Georg Wald von der Stadtplanung bestätigt: „Ja, das alte Cats wird abgetragen und neu gebaut.“ Hineinkommen soll ein Mix aus Wohnungen und Geschäftsflächen im Erdgeschoss. Nun sei man gerade dabei, die Baueinreichung fertig zu stellen.

Verfallenes Kino beleben

Ein weiteres ungenutztes Gebäude, das schon „regelrecht zugewuchert“ und deshalb in Vergessenheit geraten sei, ist das alte Carinthia-Kino in der Ehrentalerstraße, informiert Grüne-StR Frank Frey: „Es ist eine ungenutzte Ressource, die seit sicher 25 Jahren leersteht.“ Das Kino sei im Privatbesitz von Alfred Laas. Frey: „Es würde sich hervorragend für ein kulturelles Zentrum in Annabichl eignen, denn auch das Gasthaus Krall ist in unmittelbarer Nähe.“

Dorfleben in der Stadt

Kultur ist für die Annabichler ohnehin wichtig, v. a. gelebtes Brauchtum. Alle vier Befragten betonen stolz, dass man mit St. Georgen, den Traditionsbetrieben und dem Kirchtag ländliches Leben und Brauchtum in der Stadt erhalten kann. ÖVP-GR Siegfried Wiggisser: „Es gibt hier so viele Traditionsbetriebe, die seit Generationen in Familienbesitz sind; Lutschounig, Orasch, Kosta, Blumenstöckl uvm. Das ist schon eine Besonderheit.“
St. Georgen verfügt auch über eine Volksschule, die bereits von der Schließung bedroht war. Pfeiler: „Dieser Schulstandort wird erhalten bleiben, dafür setzt sich die Stadt vehement ein.“

Immer wieder St. Veiter Straße

Probleme hingegen macht immer wieder das Verkehrsaufkommen in der St. Veiter Straße. Vor allem für Anrainer, weiß Wiggisser: „Viele weichen auf Schleichwege aus und verstopfen damit die Seitenstraßen.“ Zudem würden auch 30er-Beschränkungen nicht eingehalten. Ob die Integration des UKH am Klinikum-Gelände zu noch mehr Frequenz führt, müsse man sich ansehen, sagt Pfeiler: „Die Verkehrswege werden analysiert werden müssen. Sollte die St. Veiter Straße dann noch mehr zum Nadelöhr werden, werden wir etwas tun müssen.“ In der St. Veiter Straße hätte man laut Pfeiler aufgrund der Breite ohnehin mehr Möglichkeiten, als in der Feldkirchnerstraße: "Und wir haben damals auch die Glan verlegt, was vorher niemand für möglich gehalten hat", schmunzelt Pfeiler.

Öffentlicher Verkehr: Jammern auf hohem Niveau

Frey hingegen betont, dass man das auch von der anderen Seite betrachten müsse: "Auf beiden Seiten der St. Veiter Straße gibt es durchgängige Fahrradstreifen. Der öffentliche Verkehr wird zudem beschleunigt, da die Busse auf der Fahrbahn halten – auch wenn die Autofahrer das oft nicht gutheißen."
Zudem würden viele vergessen, dass Annabichl auch über einen Bahnhof verfügt. Frey: "Dieser ist an die S-Bahn angeschlossen. Jetzt im Sommer profitieren die Annabichler so zum Beispiel von der Nightline, die bis 3 Uhr früh fährt."
Wiggisser ergänzt: "Einzig die Busanbindung zum Friedhof könnte am Wochenende adaptiert werden. Gerade, wenn viele Zeit hätten, zum Friedhof zu fahren, sind die Intervalle ausgedünnt." Zudem regt Wiggisser an, den Park bei der Busumkehrschleife attraktiver zu gestalten. "Dann würde er zum Verweilen einladen."
Weiters betont Wiggisser, dass der Radfahrweg zwischen Feschnig und Margaregg noch nicht verbunden sei: "Das ist einer der letzten Lückenschlüsse in Annabichl, der noch fehlt."
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.