30.11.2016, 08:00 Uhr

Für mehr Akzeptanz im täglichen Leben

Günther Nagele will mit dem Verein "Aids-Hilfe Kärnten" ein Bewusstesein für die Notwendigkeit des Testes schaffen

Die Aids-Hilfe Kärnten unterstützt Betroffene und ruft zum kostenlosen Test auf.

KLAGENFURT. Die Aids-Hilfe Kärnten ist ein gemeinnütziger Verein und besteht seit 1991. Testberatung, Prävention und Betreuung sind die drei Aufgabenbereiche der Aids-Hilfe Kärnten.

Prävention und Beratung

Die Testberatung ist gebunden an die Beratungszeiten, in denen auch die Blutabnahme erfolgt. Bei der Prävention habe der Verein einen expliziten Schwerpunkt auf Schulprävention. "Wir sind jedes Jahr in 400 bis 500 Schulklassen vertreten und informieren die Schüler in verschiedenen Schulen", erklärt Günther Nagele. Die Betreuung meint vor allem soziale Betreuung. "Es gibt heute Medikamente, die verhindern, dass man stirbt oder schwer erkrankt, aber die gesellschaftliche Einstellung hat sich leider nicht im gleichen Maß verändert", sagt Nagele. Schlussfolgernd gebe es dadurch viele Probleme und vorwiegend soziale Probleme bei den Betroffenen. Es gebe auch eine spezielle Gruppe, die erst sehr spät erfährt, dass sie Virusträger ist und das wirke sich bei Betroffenen und Familie wie ein Schockerlebnis aus. "Das ist eine extreme Situation, weil sie es erst erfahren, wenn sie krank werden und Symptome auftreten", informiert Nagele.

Weltaidstag


Am Donnerstag ist Weltaidstag und das diesjährige Motto der Aids-Hilfe Kärnten ist es sich testen zu lassen. "Protest HIV ist eine internationale Aktion von UNAIDS mit dem Ziel, dass bis 2030 90 Prozent der Infizierten auch wissen, dass sie infiziert sind", erklärt Nagele. "Nur so wird es gelingen, dass die Ansteckungsrate sinkt", informiert Nagele weiter. Heute liege der Prozentsatz bei nur circa 50 Prozent. Es ginge um die Akzeptanz sich testen zu lassen und das sei immer noch ein sozialer Markel, gegen den die Aids-Hilfe Kärnten auftreten möchte.

Hohe Alltagsausgrenzung

Laut Nagele sei die Versorgung besser geworden, aber die Alltagsausgrenzung bei Betroffenen sei immer noch ein großes Problem. "Unser Ziel ist es Betroffenen die Möglichkeit zu geben, gleichberechtigt in der Gesellschaft zu leben und akzeptiert zu werden", sagt Günther Nagele. Jeder sei bei der Aids-Hilfe Kärnten willkommen und das Testen ist kostenlos und anonym. "Wir haben 1.200 Beratungen und 600 Blutabnahmen im Jahr, informiert Nagele. Die Aids-Hilfe Kärnten wird dieses Jahr in den City Arkaden vertreten sein und auch am Hauptplatz in Villach. "Es ist wichtig gesehen zu werden, denn nur was man sieht nimmt man auch wahr", sagt Nagele.

Bewusstsein schaffen

Der Verein wolle eine Prävention erreichen, die zum Test führt. "Wir wollen ein Bewusstsein für die Notwendigkeit des Testes schaffen und gleichzeitig jemanden dazu bringen das Risiko nicht weiterzuführen. Auch viele Politiker unterstützen die Aids-Hilfe Kärnten und die Bereitschaft sie zu unterstützen sei deutlich gewachsen.
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