80 Jahre Landjugend
Junge Klosterneuburger setzen auf Gemeinschaft und Tradition
- Palmbuschen binden am Palmsonntag 2025 - das Wiederaufleben einer Tradition.
- Foto: Landjugend Klosterneuburg
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Gemeinsam anpacken, Traditionen weiterleben und dabei jede Menge Spaß haben: Seit 2023 gibt es in Klosterneuburg wieder eine eigene Landjugend. Was mit rund 30 Mitgliedern begonnen hat, ist inzwischen auf 45 Aktive angewachsen. Und gerade die Mischung aus Wiennähe, Weinbau und Vereinsleben macht den jungen Sprengel besonders.
KLOSTERNEUBURG. Die Idee für die Neugründung kam von Magdalena Minich-Plattner. Sie war zuvor mehrere Jahre in der Sprengelleitung der Landjugend Fragnerland aktiv. Bei den Projektmarathons fiel ihr auf, dass immer mehr junge Klosterneuburger mitmachten.
„Dadurch haben wir gesehen, dass Klosterneuburg eigentlich auch Potenzial für einen eigenen Sprengel hat“, erzählt Minich-Plattner. Gemeinsam mit ihrer Schwester Eva lud sie einige Landjugend-Mitglieder und Bekannte zu einem ersten Stammtisch beim Heurigen ein.
Ab da ging vieles fast von selbst. Einer brachte den nächsten mit, die Gruppe wurde größer und bei der offiziellen Gründung waren bereits rund 30 Mitglieder dabei.
- Der Abend der Gründung der Landjugend Klosterneuburg im Jahr 2023.
- Foto: LJ Klosterneuburg
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Landjugend zwischen Stadt und Land
Heute wird der Sprengel von Obmann Josef Gutenthaler und Leiterin Anna Weinberger geführt. Für die beiden ist gerade die Lage Klosterneuburgs spannend.
„Klosterneuburg liegt sehr stadtnah, und eine Landjugend ist hier deshalb vielleicht nicht ganz so selbstverständlich wie in vielen anderen Gemeinden“, sagen sie. Genau das mache den Sprengel aber auch besonders.
Klassische Bewerbe wie Pflügen oder Traktorziehen stehen in Klosterneuburg weniger im Mittelpunkt. Wichtiger sind Gemeinschaft, Brauchtum, gemeinsame Projekte und das Mithelfen bei Veranstaltungen.
Natürlich spielt auch der Weinbau eine Rolle. Schließlich gehört er zu Klosterneuburg wie das Stift und der Blick nach Wien. Gleichzeitig kommen die Mitglieder längst nicht nur aus landwirtschaftlichen Familien. Manche arbeiten im Weinbau, andere studieren oder arbeiten in Wien.
Gerade für sie kann die Landjugend ein Stück Heimat sein. „Gemeinsam anpacken, Traditionen leben, Feste miteinander gestalten und einfach eine Gemeinschaft zu haben, in der man sich wohlfühlt“, beschreiben Gutenthaler und Weinberger das, was ihnen wichtig ist.
- Punschstand der Landjugend Klosterneuburg mit Besuch von Nikolo und Krampussen 2025.
- Foto: Landjugend Klosterneuburg
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Wenn angepackt wird, dann richtig
Ein Höhepunkt im Landjugend-Jahr ist der Projektmarathon. Dabei bekommt die Gruppe eine Aufgabe und setzt innerhalb kurzer Zeit ein konkretes Projekt um.
Gerade in einer Stadt wie Klosterneuburg sei das besonders spannend, sagen Gutenthaler und Weinberger. Denn dabei könne man nicht nur Ideen einbringen, sondern auch ganz sichtbar etwas für die eigene Umgebung schaffen.
„Dieses Gefühl, am Ende vor etwas zu stehen, das man selbst geschaffen hat, ist für uns etwas ganz Besonderes.“
Daneben gehören auch der Punschstand, das Palmbuschenbinden und die Unterstützung anderer Vereine und Veranstaltungen zum Programm. Immer wieder entstehen außerdem spontane Freizeit- und Sportaktivitäten.
Dass die Mitglieder nicht jedes Wochenende gemeinsam unterwegs sind, sieht Minich-Plattner durchaus realistisch. Viele von ihnen sind auch bei Feuerwehr, Landwirtschaft, Weinbau oder in anderen Vereinen stark engagiert.
Wenn aber etwas ansteht, dann seien die Leute mit voller Energie dabei. Genau darin liege für sie auch der Landjugend-Gedanke: „Wenn einer Hilfe braucht, sind alle da.“
- Abschlussgruppenfoto vom Projektmarathon 2024.
- Foto: LJ Klosterneuburg
- hochgeladen von Elisabeth Bendl
Tradition soll nicht altmodisch sein
Bei der Gründung war Minich-Plattner wichtig, zu zeigen, dass ländliches Leben auch direkt vor den Toren Wiens seinen Platz hat.
„Wir wollten Tradition pflegen und die Vorzüge des ländlichen Lebens deutlich machen“, sagt sie. Gleichzeitig wollte die Gruppe zeigen, was junge Menschen auch in einem stadtnahen Ort auf die Beine stellen können.
Für Gutenthaler und Weinberger geht es ebenfalls darum, Tradition nicht als etwas Verstaubtes zu sehen. Tracht, Brauchtum und Gemeinschaft sollen dazugehören, genauso aber neue Ideen und eigene Projekte.
Die Landjugend soll damit auch jungen Menschen etwas bieten, die vielleicht in Wien studieren oder arbeiten, aber trotzdem mit Klosterneuburg verbunden bleiben wollen.
- Gruppenfoto der Projektpräsentation für den Projektmarathon 2025.
- Foto: Eva Plattner/LJ Klosterneuburg
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45 Mitglieder und noch lange nicht fertig
Mittlerweile zählt die Landjugend Klosterneuburg 45 aktive Mitglieder. Neue Leute zu gewinnen bleibt trotzdem eine wichtige Aufgabe. Anders als in vielen kleineren Gemeinden wächst man in Klosterneuburg nicht automatisch mit der Landjugend auf.
Dass trotzdem immer wieder neue Mitglieder dazukommen, freut die Vereinsführung umso mehr. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und mit der Stadtgemeinde funktioniere gut.
Für die kommenden Jahre haben Gutenthaler und Weinberger deshalb klare Pläne: Der Sprengel soll weiter wachsen und langfristig wieder fest im Klosterneuburger Vereinsleben verankert werden.
Vor allem möchten sie noch mehr junge Menschen erreichen, ganz egal, ob diese aus Landwirtschaft und Weinbau kommen oder nicht. Die Landjugend soll ein Ort sein, an dem Freundschaften entstehen, gemeinsam etwas unternommen und auch einmal kräftig angepackt wird.
Auch das Vereinsprogramm soll sich weiterentwickeln. Neben den bisherigen Fixpunkten sollen künftig mehr gemeinsame Unternehmungen und Aktivitäten Platz finden. Ein größeres eigenes Landjugendfest steht ebenfalls auf der Wunschliste.
Das Ziel von Gutenthaler und Weinberger ist jedenfalls klar: Klosterneuburg soll nicht nur Wohnort oder Pendlerstadt sein, sondern für junge Menschen auch ein Ort, an dem Gemeinschaft gelebt wird.
„Die Landjugend soll ein Ort sein, an dem man Freundschaften schließt, gemeinsam etwas erlebt, Traditionen weiterträgt und gleichzeitig neue Ideen verwirklicht.“
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