12.10.2014, 18:14 Uhr

Velum Agnetis - Verhüllung/Enthüllung

Michèle Karbassioun hat es mit dem Bild "Kains Fingerabdruck" für den St. Leopold Kunstpreis ins Finale geschafft
Michèle Karbassioun, Vero Smejkal, Fritz Heininger und Georg Melichar sind vier KünstlerInnen, die sich in einer Kunstaktion mit dem Thema des Schleiers der Agnes anlässlich der 900 Jahre Jubiläumsfeier des Stiftes Klosterneuburg auseinandersetzten.
Agnes von Waiblingen (1072-1143), Schwester vom Kaiser Heinrich V., aus dem Geschlecht der Staufer, war in erster Ehe mit Friedrich von Schwaben verheiratet. Nachdem sie mehrere Kinder gebar und ihr Ehemann verstarb, heiratete sie mit 34 Jahren Leopold III. von Babenberg.
Durch die Heirat mit Agnes konnte Leopold in die obersten Adelskreise aufsteigen, doch zugleich trat – entsprechend einer Einfügung in die Klosterneuburger Annalen nach 1114 – Agnes als Jungfrau in die Ehe ein. Es sollten die staufisch-schwäbischen Kinder übergangen werden und Agnes als Stammmutter der Babenberger gelten. Insgesamt dürfte sie 20 Kindern das Leben geschenkt haben.
Mit Wissen der Annalen erhielt der Schleier durch die KünstlerInnen eine neue Bedeutung, denn mit dem Schleier kann man verhüllen. Im Oktober 2013 traf die Künstlergruppe zusammen und ab November wurde gearbeitet. Der Text wurde fotografiert und die belichtete Schicht mit Farbe auf den Siebdruck aufgebracht. Dieser wurde dann auf eine 12 Meter lange Stoffbahn gepresst. Zum Anpassen des bedruckten Schleiers verwendete man eine entsprechend aufgebesserte Modepuppe. Im Leimbad wurde der Stoff getränkt und auf der Puppe drapiert. Nach 14 Tagen war der Schleier getrocknet. Nun steht die Modepuppe mit Schleier in der Galerie der Moderne im Stift. Der zweite Bereich, dem Schleier die Bedeutung zuzuführen, ist die verkleidete Nische rechts vom Haupteingang des Stifts. Darin steht die Skulptur der Agnes. Mittels Holzleisten, der die Nische umrahmt, spannte man einen Schleier über die Umrahmung. Die hinterleuchtete Skulptur wirkt dadurch eindrucksvoll. Georg Melichar verfolgte die einzelnen Tätigkeiten mit der Kamera und Wolfgang Huber ist beeindruckt von den künstlerischen Ergebnissen.
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