17.01.2018, 08:20 Uhr

Wein und Pferd in Klosterneuburg

Reinhard Eder, Direktor der Weinbauschule und ein Frise des Kutschengespanns.

Die neue Veranstaltung "Wein & Pferd" wurde sehr gut angenommen.

KLOSTERNEUBURG. Die Veranstaltung "Wein & Pferd" sollte einen geschichtsträchtigen Veranstaltungstermin erhalten. So beschlossen der Präsident des österreichischen Weinbauverbandes und Nationalratsabgeordneter Johannes Schmuckenschlager und der Bundeskulturrefernt des österreichischen Pferdesportverbandes Otto Kurt Knoll, sie am Festtag des Vereinspatrons, des heiligen Severin von Noricum, am 8. Jänner 2018 abzuhalten. „Es ist nämlich nicht so, dass wir einfach einen Termin zwischen 7. und 9. gesucht haben", erklärte Initiator Otto Kurt Knoll. Der heilige Severin von Noricum, Schutzheiliger Österreichs und Patron des Weinbaus und der Rosse, soll ein guter Anknüpfungspunkt für neue Wege des Miteinanders zwischen der Welt der Pferde und der des Weinbaus sein.

"Längst fälliger Brückenschlag"

„Wein und Pferd – eine außergewöhnliche Kulturveranstaltung“ in der Höheren Bundeslehranstalt und des Bundesamtes für Wein- und Obstbau (HBLAuBA) Klosterneuburg, wagte den Brückenschlag zwischen der Winzerei und der Pferdewelt. Ein Brückenschlag, der – angesichts der langjährigen Kooperation zwischen NOEPS-Kulturreferat und dem Österreichischen Weinbauverband – längst fällig war und deutlich mehr Interessierte als erwartet nach Klosterneuburg lockte - "beinahe zwei Drittel mehr als angemeldet waren", erzählt Knoll, erleichter darüber, die Veranstaltung in einem größeren Raum angesetzt zu haben. Zweitinitiator Johannes Schmuckenschlager war durch den Wahlkampfautakt zur baldigen Landtagswahl verhindert und wurde durch den Vizepräsidenten des Niederösterreichischen Weinbauverbandes Johann Stadlmann vertreten. 

Um den Pferdeaspekt der Veranstaltung nochmal besonders hervorzuheben, erwartete die Gäste vor der Weinbauschule die Klosterneuburger Fiakerführerin Daniela Fuchs mit einem imposanten Friesengespann. Im Festsaal des Schule wurden die rund 60 Gäste vom Direktor der Weinbauschule, Reinhard Eder begrüßt. In seinen Begrüßungsworten merkte er zwar an, dass der Trend im Weinbau und die Forschung verstärkt Richtung Automatisierung und Robotik gehe, erklärte aber im selben Atemzug, dass es gerade darum wichtig wäre, sich der Wurzeln des Weinbaus bewusst zu sein und die zahlreichen Vorteile des Einsatzes von Pferden im Weingarten nicht zu vergessen. "Ich freue mich darauf, wenn in ein paar Jahren die Jugend hier heroben steht und ich von ihnen etwas lernen kann - denn man lernt nie aus", sprach er zudem seinen Stolz und seine Hoffnung der Jugend und seine Freude über deren Interesse an der Veranstaltung aus.

„Als junger Bub half ich meinem Großvater im Weingarten. Er war am Pflug und ich führte vorne das Pferd – ein mächtiger Pinzgauer. Wenn er den Kopf angehoben hat, hing ich in der Luft", teilte Stadlmann seine Jugenderinnerungen mit den Gästen und betonte gleichzeitig die gute Zusammenarbeit der Verbände.

Pferd im Weinbau

Thema des Zusammentreffens in Klosterneuburg war der Einsatz von Pferden im Weinbau. In einem erklärenden Kurzfilm wurde die heutigen Vorteile von nur einer Pferdestärke bei der Bewirtschaftung der Anbauflächen erläutert. "Die Hufabdrücke lockern den Boden, im Gegensatz zu einem Traktor", hieß es darin etwa beispielsweise. Die Teilnehmer der Gesprächsrunde - die vier erfolgreichen Winzer Helmut Bernthaler des Weingut Bernthaler+Bernthaler aus Gols, Gerhard Lobner des Wiener Weingut Mayer am Pfarrplatz, Albert Gesellmann des gleichnamigen Weingut aus dem Mittelburgenland und Johannes Friedberger, ehemaliger Schüler und nun Lehrer der Weinbauschule, des Weingut Friedberger aus Bisamberg - präsentierten ihren mehr oder weniger intensiven Zugang zum Pferd und tauschten sich untereinander und mit dem Publikum über die Perspektiven des Pferds im Weinbau aus.

Das Ende des Abends wurde bereichert mit Brotspezialitäten der Bäckerei Geier und einer Verkostung der Weine der Weingüter Bernthaler+Bernthaler, Friedberger, sowie der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau. 


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