Ist die Idylle bald vorbei?

Seit 25 Jahren ist Hassan Sarsam Pächter der Villa Magdalenenhof.Nach der Sprengung der Sender sowie der Präsentation seiner „Öko-Zelle“ flatterte die Kündigung ins Haus.
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  • Seit 25 Jahren ist Hassan Sarsam Pächter der Villa Magdalenenhof.Nach der Sprengung der Sender sowie der Präsentation seiner „Öko-Zelle“ flatterte die Kündigung ins Haus.
  • hochgeladen von Sandra Schütz

Seit der Sprengung der beiden Sendemasten auf dem Bisamberg scheint nichts mehr zu sein wie es war. Zumindest keimt immer mehr Unsicherheit auf, was aus dem beliebten Wander- und Naturidyll werden soll.
23 Orchideenarten gab es noch vor zehn Jahren auf dem Bisamberg. Jetzt sind es nur noch 20. Das 2006 gestartete Life-Natur-Projekt im Europaschutzgebiet Bisamberg, das zu 60 Prozent von der EU finanziert wurde und Mitte 2011 endet, sollte eigentlich den natürlichen Lebensraum verbessern oder zumindest in einem für die dort lebenden Pflanzen- und Tierarten günstigen Zustand erhalten. Doch Rodungsaktionen von Rasenflächen und Durchforstungen bewirkten eher das Gegenteil. „Die wichtigsten Rasenflächen für Orchideen wurden nach einmaliger Pflege wieder sich selbst überlassen, weil sie trotz Natura-2000-Status in Privatbesitz sind, und die Besitzer sich weigern, die notwendigen Pflegemaßnahmen durchführen zu lassen“, erklärt Dieter Armerding, Präsident des Österreichischen Orchideenschutz Netzwerks, der von der Initiative „Pro Bisamberg“ um eine Analyse gebeten wurde. „Aber auch für den Rest des Bisamberggebiets gibt es für die Zeit nach dem Life-Natur-Projekt keine brauchbaren Pflegekonzepte.“
Öko-Zelle am Bisamberg?
Doch es fehlt viel mehr als nur ein Pflegekonzept. Denn seit der Sprengung der beiden Sendemasten im vergangenen Jahr braut die Gerüchteküche ihr eigenes Bisamberg-Süppchen zusammen. Vor allem um die Zukunft des „Magdalenenhofs“, jenes Gebietes, das sowohl für Wiener als auch Niederösterreicher ein beliebter Wander- und Erholungsort ist, scheint es schlecht zu stehen. Zumindest ist ungewiss, was die Stadt Wien, auf dessen Grund der „Magdalenenhof“ zum größten Teil liegt, damit vorhat.
Die Natur pflegen und der Bevölkerung näherbringen, das hatte Hassan Sarsam, Pächter der Villa Magdalenenhof, eigentlich vor. Der Autor der beliebten „Natur im Garten“-ORF-Sendung plante, eine „Öko-Zelle“ am Bisamberg zu installieren. Ein Naturprojekt, mit Schwerpunkt auf der Pflanzenwelt sowie biologischen und ökologischen Besonderheiten der Region. Doch so weit kam es erst gar nicht. Denn nach der Sprengung der Sendemasten trudelte auch schon bald die Kündigung des Pachtvertrages ins Haus. Was soll nun also werden? Was hat man mit dem Bisamberg vor? Beton statt Natur? Exklusiver Wohnbau statt Vogelgezwitscher? Diese Fragen stellt sich Sarsam.
Dass die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien, sie ist Eigentümerin der Villa Magdalenenhof, nicht immer rosig gelaufen ist, auch davon kann der Pächter ein Lied singen. „Die Villa muss saniert werden, das steht fest. Doch eine Sanierung ohne entsprechendes Nutzungskonzept macht keinen Sinn. Damals habe ich versucht, mit der Stadt Wien in Kontakt zu treten, um dieses zu besprechen sowie deren Zuständigkeit in Bezug auf die zu tätigenden baulichen Sanierungsmaßnahmen. Doch ich blieb erfolglos.“
Ob Hassan Sarsam in der Villa Magdalenenhof bleiben kann oder nicht, ist noch ungewiss. Ein Gerichtsverfahren läuft bereits. Ob ein Ökoprojekt realisiert werden kann? Auch das steht noch in den Sternen.
In der Floridsdorfer Bezirksvorstehung ist man sich einig: „Wir wollen das einzigartige Naturjuwel erhalten.“

Seit 25 Jahren ist Hassan Sarsam Pächter der Villa Magdalenenhof.Nach der Sprengung der Sender sowie der Präsentation seiner „Öko-Zelle“ flatterte die Kündigung ins Haus.

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