15.03.2016, 17:27 Uhr

Neue Fenster nach 120 Jahren

Zimmermann Josef Wiedeck und Tischler Manuel Kraus sind wahre Künstler ihres Faches.

Josef Wiedeck und Manuel Kraus vom Stadtservice Korneuburg sind wahre "Holz-Künstler".

STADT KORNEUBURG. Kein Fenster gleicht dem anderen, keine Tür der anderen – Renovierungsarbeiten im Korneuburger Rathaus können ganz schön knifflig sein. Das wissen auch Josef Wiedeck und Manuel Kraus vom Korneuburger Stadtservice. Sie sind derzeit mit der Erneuerung der Fenster im 120 Jahre alten Gebäude beschäftigt. Und dabei wird besonderes Augenmerk vor allem auf originalgetreue Wiederherstellung gelegt. "Man wird keinen Unterschied zu vorher bemerken", erklärt Zimmermann Wiedeck und fügt lachend hinzu: "Naja, einen Unterschied gibt es schon, es zieht nicht mehr, weil die Fenster jetzt eine Dichtung haben."

Handwerk in Perfektion


"Würde man mit dieser Arbeit eine Firma beauftragen, könnte man das gar nicht bezahlen", stellt Stadtservice-Geschäftsführer Ronald Maurer fest. So stecken über 100 Arbeitsstunden in der Herstellung eines Fensters. "Um die Profile richtig zuschneiden zu können, haben wir uns sogar eine spezielle Fräse anfertigen lassen", erklärt Wiedeck.
Rund 70 Prozent der Fenster im Rathaus sind bereits ausgetauscht. Jetzt ist gerade das Bürgermeisterzimmer in Arbeit. "Eine Herausforderung sind vor allem die Spitzbogenfenster. Die sind außen rund und innen, im Raum, eckig." Es sind also wahre Einzelstücke, die die Werkstatt des Stadtservice verlassen.

Kiefer fürs Rathaus


Die Fenster für das Korneuburger Rathaus werden aus Kiefernholz gefertigt. "Es kann sanft bearbeitet werden. Fichte wäre zum Beispiel viel zu spröde", erklärt der Zimmermann. Gekauft wird das Holz übrigens mit Rinde. "So können wir besser arbeiten und zuschneiden und haben nicht so viel Verschnitt."
Nachdem die Fensterrahmen zugeschnitten und verleimt wurden, werden sie noch grundiert und lackiert. Auch die Original-Beschläge werden wieder verwendet. Danach geht es zur Montage ins Rathaus. Und auch hier gilt, kein Fenster gleicht dem anderen. Josef Wiedeck weiß warum: "Bei der Errichtung des Rathauses haben zwei bis drei verschiedene Tischler gearbeitet, jeder mit seinem individuellen Werkzeug. Darum gibt es beispielsweise auch bei den Verzierungen Unterschiede von Fenster zu Fenster."
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