07.11.2016, 10:34 Uhr

Korneuburg – ein Kraftwerksstandort im Wandel

Das Biomasseheizwerk auf dem Korneuburger Kraftwerksareal wird mit Hackgut aus der Region beheizt. (Foto: EVN)

Obwohl die Einsatzstunden des Gas-Kraftwerkes Korneuburg durch die Energiewende deutlich zurückgegangen sind, ist der Kraftwerksstandort nach wie vor ein wichtiger Eckpfeiler der Versorgungssicherheit.

STADT KORNEUBURG. Korneuburg erzeugt primär nur noch dann Strom, wenn zu wenig Wind- und Sonnenkraft ins Netz einspeisen oder es aus technischen Gründen erforderlich ist, also zum Beispiel zur Netzstabilität in Ostösterreich oder als Reservekapazität für den süddeutschen Raum. Das Kraftwerk wird in den nächsten Jahren noch zur Ermöglichung des Systemumbaus in Richtung erneuerbare Energie benötigt.
Dass die Zeichen der Zeit aber eindeutig in Richtung erneuerbarer Energie zeigen, sieht man an einem neu errichteten Biomasseheizwerk der EVN an diesem historischen Kraftwerksstandort. Für EVN Sprecher Stefan Zach stehen die Veränderungen am Kraftwerksareal Korneuburg für den Umbau unseres Energiesystems: „Während die Öltanks des alten Verbund-Kraftwerks gerade abgebaut werden, haben wir am Areal ein modernes Biomasseheizwerk errichtet. Neben Abwärme aus der Stromproduktion unseres Gaskraftwerks kommt künftig auch Naturwärme aus heimischen Wäldern zu unseren Kunden nach Korneuburg und Bisamberg.“

Naturwärme aus der Region für die Region

Das Biomasseheizwerk, das die EVN am Areal des Kraftwerks Korneuburg errichtet hat, geht nun in die erste volle Heizsaison und verwandelt Waldhackgut aus der Region in nachhaltige und umweltfreundliche Wärme für Haushalte, Betriebe und öffentliche Einrichtungen in Korneuburg und Bisamberg. 5 Millionen Euro investiert die EVN in die Errichtung des Heizwerkes und den Ausbau des Fernwärmenetzes. In diesem Sommer wurde etwa das Rathaus in Korneuburg an die Naturwärme angeschlossen. Das Krankenhaus und viele weitere Kunden sollen folgen.
Für Zach leistet das Biomasseheizwerk einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz in der Region: „Wir ersetzen auf unserem fast 9 km langen Fernwärmenetz viele alte und ineffiziente Heizanlagen durch umweltfreundliche Naturwärme. Unsere fortschrittliche Rauchgasreinigung filtert dabei auch 99,9 Prozent des Staubes aus der Abluft. Wir vermeiden dadurch rund 5.000 Tonnen CO2 pro Jahr“.
Im Heizwerk wurde ein Biomassekessel mit einer Leistung von 4.800 kW und ein Pufferspeicher zur Abdeckung der Stundenspitzen installiert. Daneben steht ein Erdgaskessel mit 10.000 kW Leistung als Ausfallreserve während Wartungsarbeiten und zur Spitzenlastabdeckung an sehr kalten Wintertagen zur Verfügung. Die Anlage wird mit rund 30.000 Schüttraummeter Hackgut aus der Region beheizt und läuft fernüberwacht und voll automatisch.
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