RespekTiere: Unterwegs, um Tiere zu kastrieren und zu füttern

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"Das Einfangen, Kastrieren und Wiederfreisetzen (catch and release) von auf der Straße lebenden Hunden und Katzen ist die einzige Möglichkeit, enormes künftiges Tierleid zu verhindern und die fortlaufende Tragödie um die Straßentiere einzudämmen", weiß Tom Putzgruber vom Verein RespekTiere, "Wir, der Verein RespekTiere, führen seit vielen Jahren immer wieder Straßentier-Kastrationsprojekte in den Ostländer - vor allem in der Slowakei, in Rumänien und in Bulgarien - durch."

Mehrmals im Jahr setzt das Team rund um dem Kammerner Tom Putzgruber einen Kastrationsschwerpunkt; unlängst in Rumänien, nun in Bulgarien.

Tom Putzgruber erzählt:

Für die rund 4 000 Kilometer umfassende Hilfsfahrt hatten wir auch gut 400 KG an Hilfsgüter für Rumänien gesammelt, welche wir in einer Kleinstadt am Rande der Karpaten unseren PartnerInnen übergaben. Dann setzten wir den Weg fort in Richtung Sofia. Zum 7. Mal in Folge sollte das dortige Ziel die Kleinstadt Breznik sein, etwa 50 Kilometer außerhalb der Hauptstadt. Es war von Anfang an unser Ansinnen gewesen, eher in kleineren Ansiedlungen vorzugehen, weil in den großen zum einen ohnehin mehrere Organisationen tätig sind (am Land jedoch niemand), und weil zum anderen wir in der Abgeschiedenheit den großen Unterschied zwischen Kastrieren und Nicht-Kastrieren für alle Menschen sichtbar machen wollten.

Inzwischen haben wir in der rund 5 000 EinwohnerInnen-Gemeinde - wo wir dann natürlich auch die umliegenden Dörfer miteinbeziehen und auch von dort Straßentiere fangen und operieren - im Laufe von 5 Jahren 700 Hunde und Katzen kastriert. Was uns besonders freut ist die Tatsache, dass wir zu Beginn kaum Tiere aus privater Haltung operieren durften; wir gingen damals von Haus und zu Haus und fragten, aber fast durchwegs wurden wir mit sogar bösen Worten weggeschickt. Der völlige Irrtum, die Hunde wären nach einem solchen Eingriff nicht mehr wachsam oder Katzen würden dann keine Mäuse mehr fangen, hing in den Köpfen der Menschen fest. Wir blieben aber beharrlich der Strategie treu. Als große Hilfe erwies sich bald die Tatsache, das bei jedem Einsatz das lokale Fernsehen und JournalistInnen von Zeitungen über die Initiativen berichteten, wir durften auch Interviews über das Weshalb und die Wichtigkeit des Eingriffes geben, und mittlerweile hat sich die Sachlage sehr verändert. Dieses Mal stammten von den ihn 4 Tagen kastrierten 96 Tieren gut 50 % aus Privathaltung, wobei inzwischen die HalterInnen bereits Wochen vor dem Projekt immer wieder bei der Gemeinde nachfragen, wann wir denn wieder vor Ort sein werden.

Mit riesiger Freude registrieren wir eine solche Entwicklung, bedeutet sie doch, wir haben die Einstellung der Menschen selbst ändern können! Wie viel künftiges Tierleid mit jeder solcher Operation erspart werden kann, wer mag es erahnen?

Die Stadt Breznik hat uns für unsere Bemühungen mit dem Stadtwappen ausgezeichnet. Wir arbeiten bei solchen Projekten immer mit lokalen TierschützerInnen zusammen, unsere TierärztInnen kommen ebenfalls aus dem jeweiligen Land. Immer wieder begleitet uns allerdings auch ein/e VeterinärIn von zu Hause, um einen regen Austausch auf auf dem medizinischen Sektor zu gewährleisten. Zudem bringen wir natürlich auch Tiernahrung für die Asyle, welche mit uns zusammenarbeiten und wo wir Hunde oder Katzen, für welche es Plätze im Westen gibt, 'zwischenlagern' dürfen. Sobald die Inkubationszeit erreicht ist, werden die jeweiligen Tiere nach Österreich gebracht und da von liebenden Familien TierfreundInnen übernommen.
Im Zuge des Kastrationsprojektes besuchten wir auch eine 'Katzenfrau' im bulgarischen Yambol, weniger als 1 Stunde vom Schwarzen Meer beheimatet. Die ehemalige Lehrerin muss mit ihren 80 Euro aus der Pension ein Auskommen finden, was mit rund 100 zu betreuenden Katzen schlicht unmöglich wäre. Deshalb bieten wir Menschen zu Hause Patenschaften an, sie bekommen eine Urkunde für 'ihre' Tiere (7,50 Euro für eine Katze), die aber dann selbstverständlich bei 'Frau Tzenka' bleiben dürfen. So schaffen wir es, neben den Kastrationskosten und den benötigten Impfungen der Stubentiger auch für Heizkosten und dergleichen aufzukommen; durch die Patenschaften wird es uns ermöglicht, das Katzenparadies nebenbei noch mit rund 200 Euro monatlich zu unterstützen.
Den Abschluss unserer Kampagnen bildet immer ein Protest gegen das Töten von Straßenhunden. Dieses Mal fand ein solcher auf der Heimreise im serbischen Novi Sad statt und erregte, wie immer, große Aufmerksamkeit. Es passiert dabei ständig, dass PassantInnen die Kundgebung mit hoch gestreckten Daumen quittieren und sogar für einige Minuten direkt teilnehmen.

Fakt ist, nur Kastrationsprojekte können das Leid eindämmen, nur sie verhindern unentwegtes künftiges Elend! Leider aber kosten sie auch viel Geld; doch wo wäre dieses für TierfreundInnen besser angelegt als für den direkten Einsatz an vorderster Front?! Deshalb. Bitte helfen Sie uns helfen! Die Straßentiere brauchen uns - und wir brauchen Sie!

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