Gemeinsam ohne Vorurteile - der Nachwuchs des Kremser SC

Ein (kleiner) Teil der KSC-Jugend mit Nachwuchstrainern
  • Ein (kleiner) Teil der KSC-Jugend mit Nachwuchstrainern
  • hochgeladen von Heinz Riedmüller
Wo: Fußballplatz Lerchenfeld, 3500 Krems an der Donau auf Karte anzeigen

Mein Besuch beim Training der U-11 Mannschaft des Kremser SC beginnt mit einer Überraschung: Dominik König ist mit 22 Jahren altersmäßig jenseits von dem, was ich mir als „gestandenen“ Trainer vorstelle.

Das Nachwuchstraining stellt für ihn und Philip Riederer die ideale Begleitung zum Studium (Pädagogik bzw. Sport- und Ernährungswissenschaften) dar. Beiden sind ambitioniert, junge Menschen zu begeistern und zum Sport zu führen.

„Mir ist wichtig, die Burschen weg von Computer und Fernseher zu bringen und ihnen eine Alternative zu zeigen", philosophiert König. Vor kurzem noch waren es vier Nachwuchsspieler, die er trainiert hat - durch Mundpropaganda ist die Zahl jener, die nun für das Jugendteam der Kremser kicken auf stolze 30 angestiegen.

Hauptsächlich sind es 9-12 Jährige mit Migrationshintergrund, die in Krems Lerchenfeld ihre sportliche Heimat finden. Und die Möglichkeit, sich ganz selbstverständlich zu integrieren, fernab von Berührungsängsten.

Beim Pfingstturnier in Haitzendorf wird der erste Platz (von acht Teams) erspielt, in Pyhra ein internationales Turnier mit Mannschaften aus Ungarn und Tschechien gewonnen. Der nächste logische Schritt ist der Aufbau eines nach Jahrgängen orientierten Trainings, zu groß sei schon die altersmäßige Durchmischung des Teams. Gemeinsam mit Rehberg wird künftig ein auf zwei Mannschaften (Spielgemeinschaft) und vier Trainer aufgeteiltes Aufbauprogramm in Lerchenfeld als Leistungsmodell angedacht. "Die Guten sollen jene motivieren, die noch technische Mängel haben, Gute und weniger Gute gegeneinander spielen: solcherart wird ein einheitliches Niveau der Nachwuchs-Kicker erreicht", hofft Trainer König.

Kritisch sieht er den Trend, dass Vereine immer wieder Spieler abzuwerben versuchen. „Dadurch reißt man die Kinder aus ihrer direkten Umgebung, was sich auch auf deren Trainings- und Spielverhalten auswirkt“.

Abseits des Nachwuchs sieht er seine künftige Rolle als Schulsport-Verantwortlicher als Möglichkeit, Sport generell in Schulen zu forcieren. Doch wie so oft droht auch diese Idee am (nicht) vorhandenen Geld zu scheitern.

Österreich benötigt Menschen wie Dominik König und Philip Riederer, die nicht aufgeben, unsere Kinder zum Sport zu führen und damit Vorurteile abzubauen.

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