12.02.2018, 14:17 Uhr

Waffen sind wieder begehrt

Büchsenmachermeister aus Albrechtsberg mit Partnerin Sonja Pfeffer (Foto: Würfl)

Im Bezirk Krems wächst seit zwei Jahren das Interesse an Waffen. Derzeit sind 14 524 Waffen registriert.

BEZIRK KREMS. Die Niederösterreicher führen in Österreichs Waffenstatistik: Über 78 000 besitzen derzeit zumindest eine Schusswaffe – insgesamt gibt es mittlerweile über 285 000 Pistolen, Gewehre und Flinten im Land. Der Trend: steigend. Doch warum bewaffnen sich immer mehr Menschen in unserem vermeintlich sicheren Land?

Die Bezirksblätter fragten bei Waffenbesitzern nach. Laut dem Magistrat der Stadt Krems sind aktuell 4313 Schusswaffen angemeldet. Im Bezirk Krems-Land sind es mehr als doppelt so viele, nämlich 10 211 Waffen. In der Stadt Krems fragten wir Marcus Huber vom gleichnamigen Waffengeschäft, wie groß die Nachfrage nach Waffen zur Selbstverteidigung und Jagd ist.

Trendwende 2016
Marcus Huber spricht von einer oft einseitigen Berichterstattung. Denn wenn auch der Waffenkauf in den vergangenen zwei Jahren wegen eines mangelnden Sicherheitsgefühls bei Privatpersonen zugenommen hat, gab es vor zehn Jahren weit mehr Waffenkartenbesitzer in Österreich als heute. "Laut Statistik waren es 2008 noch 380 000 Waffen in ganz Österreich, die registriert waren. Die Waffenkartenbesitzer wurden mit den Jahren weniger und bei den Jüngeren war das Interesse gerade nicht vorhanden.

Vor zwei Jahren führten schließlich die Übergriffe in Köln zu Silvester und die zunehmenden Terroranschläge in Europa sowie die steigende Kriminalität im Land zu einer erhöhten Nachfrage. Die Jugend interessiert sich wieder verstärkt für Bewerbe mit taktischen Waffen, die aber im Bezirk Krems nicht angeboten werden", informiert Marcus Huber.

„Ich habe privat als auch beruflich mit allen Waffen zu tun – sowohl Sport- als auch Jagdwaffen", sagt Andreas Kieser, Büchsenmachermeister aus Albrechtsberg, der in seinem Betrieb Pistolen, Revolver und Präzisionsgewehre als auch Flinten verkauft. Kiesers private Gründe, eine Waffe zu verwenden, sind zwecks der Jagd, als Sportschütze, notfalls auch zum Selbstschutz und weil ihn die Herstellung von ästhetisch handgemachten, mit ausgeklügelter Feinmechanik ausgestatteter Waffen fasziniert.

Seine Lebenspartnerin Sonja Pfeffer ist ebenfalls Jägerin und Sportschützin. Um Faustfeuerwaffen – darunter versteht man Pistolen oder Revolver – und halbautomatische Gewehre verwenden zu dürfen, benötigt man eine Waffenbesitzkarte, welche durch die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde ausgestellt wird. Voraussetzung dafür ist das Mindestalter von 21 Jahren, die Erlangung des zertifizierten Waffenführerscheins beim Waffenfachhandel sowie ein Psychotest.

Ebenso dürfen keine behördlichen Vorstrafen oder das Verbot, eine Waffe zu besitzen, vorliegen. Die österreichische Staatsbürgerschaft ist ebenfalls ein Musskriterium. Auszugsweise klärt hier A. Kieser über die drohenden Verschärfungen des aktuell gültigen und schon sehr strengen Waffengesetzes auf. Eine Problematik stellt laut Kieser derzeit auch die fehlende Berechtigung des Führens einer Faustfeuerwaffe für alle Jäger dar.

"Aktuell sind nur beeidete Jagdaufsichtsorgane und Polizisten befugt, einen Waffenpass zu lösen. Jedoch kommen durchaus auch Jäger bei der Ausübung ihrer jagdlichen Tätigkeit (z.B. Schwarzwildbejagung) in lebensbedrohende Situationen, wo rasches Handeln mit einer Kurzwaffe von wesentlichem Vorteil ist. Sonja Pfeffer ist mit der Jagd schon seit Kindesbeinen an im elterlichen Jagdbetrieb vertraut. Über ihren Lebensgefährten entdeckte Sie schließlich auch den Gefallen am Schießsport, den sie gut und gerne auch beim HSV Mautern ausübt und sich sehr freut, wenn sie immer wieder Frauen zum Schießsport motivieren kann: „ Sie sind spürbar mehr geworden in den letzten Jahren“, stellt sie fest.
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Karl Maurer aus Krems | 12.02.2018 | 16:36   Melden
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