Große Form und Ordnung

Schlusspunkt an einem lauen Sommerabend: Die Wiener Philharmoniker unter Franz Welser-Möst
  • Schlusspunkt an einem lauen Sommerabend: Die Wiener Philharmoniker unter Franz Welser-Möst
  • Foto: Lukas Beck
  • hochgeladen von Reinhard Hübl

Was für ein musikalischer Kosmos wurde da am 6. September im Wolkenturm von Grafenegg ausgebreitet: Die Wiener Philharmoniker unter Franz Welser-Möst musizierten Bruckners 5. Symphonie in B-Dur.

Kosmos – das war in der griechischen Antike der Begriff für eine gute Ordnung, im philosophischen Kontext meint es die Weltordnung, die uns Menschen ermöglicht die Schönheit und Ordnung der Welt zu erfahren.

Und Bruckner erschafft in seiner Fünften einen gewaltigen musikalischen Kosmos, der in seiner Vielfältigkeit und Dialoghaftigkeit nicht ins Chaotische abgleitet, sondern wohl geordnet ist. Vom leisen Pizzicato, über tänzerische Elemente z.B. eines Ländlers bis hin zu monumentalen Klanggebäuden – alles wird in den vier Sätzen zum Erklingen gebracht. „Eine Weltenmusik, in welcher der gesamte Kosmos erfasst ist: das Herrliche und das Majestätische des Göttlichen ebenso wie das Unerklärliche und Wunderbare der Natur“, schreibt Rainer Lepuschitz im Programm-Kommentar.

Das Werk erfordert ein hervorragendes Orchester und ist damit bei den Wiener Philharmonikern in den allerbesten Händen. Wie sie die Übergänge von majestätischen Fortissimi-Stellen in feinste Piano-Sequenzen gestalteten war ganz große Musizierkunst. Mit Franz Welser-Mösts Dirigat bekam das Werk den richtigen Rahmen zwischen Ratio und Emotion. Alles in allem – ein weiterer großartiger Abend im Rahmen des Grafenegg-Festivals, das immer einen Besuch wert ist. Wir freuen uns schon auf die Saison 2019.
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In Grafenegg geht es mit den Schlossklänge weiter

Den Anfang des Zyklus macht am 29. September Haydns Oratorium «Die Schöpfung». Chefdirigent Yutaka Sado führt das Tonkünstler Orchester und den Rias Kammerchor durch das grandiose musikalische Weltenpanorama. Es folgt mit «Beethoven 7» am 17. November ein weiterer Klassiker unter den Klassikern, dirigiert vom Musikdirektor des Teatro Real in Madrid, Ivor Bolton. Bei den Weihnachtskonzerten im Rahmen des Grafenegger Advents ist schließlich Engelbert Humperdincks Märchenspiel «Hänsel und Gretel» in einer konzertanten Fassung zu erleben, kombiniert mit festlicher Trompetenmusik.

Infos und Tickets: www.grafenegg.com

Gertrude Martin und Reinhard Hübl

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