Bestatter raten zur Vorsorge

Immer mehr Menschen können die Bestattungen ihrer Angehörigen nicht bezahlen. Doch dafür gibt es Lösungen, sagen die Wolfsberger Bestattungsunternehmen.

Der Tod eines geliebten Menschen ist nicht nur eine psychische Belastung, sondern oft auch eine finanzielle. Bei einem einfach gehaltenen Begräbnis schlagen die Bestattungskosten mit 3.000 bis 4.000 Euro zu Buche, die Kosten für die Gräberöffnung und -schließung, die Trauerfloristik, den Steinmetz, Sänger und ein eventuelles Totenmahl nicht miteingerechnet. Dass eine unerwartete Rechnung über mehrere tausend Euro für viele Menschen nicht so einfach zu berappen ist, überrascht wenig. „Es kommt zwischen zwei- und fünfmal pro Monat vor, dass Kunden Zahlungsschwierigkeiten haben“, weiß Andreas Kos, Geschäftsführer der Bestattung Kos. Oftmals verlassen sich die Menschen darauf, dass die Bestattungskosten über die Verlassenschaft abgedeckt werden. „Das stimmt auch“, so Kos. „Allerdings kann es Monate oder gar Jahre dauern, bis dieses Geld zur Verfügung steht.“

Ratenzahlung möglich
Ein guter Bestatter wird den finanziellen Aspekt bei der anfänglichen Beratung nicht in den Vordergrund stellen. Er weiß, dass sich die Menschen, die sich an ihn wenden, in einem emotionalen Ausnahmezustand befinden und den pietätvollen Umgang mit dem Todesfall voranstellen. Dennoch – die Rechnungen müssen bezahlt werden. Wichtig ist, beim Besprechen der Kostenaufstellung ehrlich zu sein und auf die aktuelle Geldknappheit hinzuweisen. „Viele Menschen schämen sich und sagen nichts, weil sie etwa das Begräbnis ihres Vaters nicht zahlen können“, spricht Philipp Überbacher von der Bastattung Wolfsberg aus Erfahrung. Doch wenn man die Karten offen auf den Tisch legt, hat der Bestatter die Möglichkeit, etwa eine zinslose Ratenzahlung anzubieten. Diese ist auch mit relativ kleinen Beträgen von etwa 100 Euro pro Monat möglich.

Versichert
Wer seinen Hinterbliebenen finanzielle Sorgen ersparen möchte, schließt zu Lebzeiten eine Sterbeversicherung ab. Zwar wird eine solche von verschiedensten Versicherungsanstalten angeboten, doch sowohl Kos als auch die Bestattung Wolfsberg kooperieren diesbezüglich mit dem Wiener Verein, der sich auf Bestattungsvorsorge spezialisiert hat. „Egal, welchen Versicherungsanbieter man bevorzugt – ich rate generell zu Versicherungen, die garantieren, dass das Geld zweckgebunden verwendet wird und die direkt mit dem Bestatter abrechnen“, sagt Kos.

Keine Angehörigen
Was aber geschieht, wenn bei einem Todesfall keine Geld und keine Angehörigen vorhanden sind? „In diesem Fall kommt meist die Gemeinde, in der die Person verstorben ist, für die Bestattungskosten auf“, weiß Überbacher zu berichten. Doch auch, wenn es keine Hinterbliebenen gibt, vergessen werden auch diese Menschen nicht. „Wir veranstalten Gedenkgottesdienste für alle Verstorbenen, wo auch die Namen derer verlesen werden, bei denen niemand am Grab stand“, so Überbacher.

Zwei Drittel Feuerbestattungen
Die Tendenz zu kleineren Formen der Verabschiedung ist aber nicht nur finanziell begründet. Generell hat sich die Kultur des stark gewandelt. Feuerbestattungen machen mittlerweile zwei Drittel aller Bestattungen im Bezirk aus. So gut wie alle Urnennischen in den städtischen Friedhöfen sind ausverkauft. Noch heuer sollen im Bereich der nördlichen Friedhofsmauer des Wolfsberger Stadtfriedhofs 40 bis 50 neue Nischen bestehen.

Fast alle zur Verfügung stehenden Urnennischen in Wolfsberg sind bereits belegt. Noch heuer sollen neue entstehen

Kos-Geschäftsführer Andreas Kos und Filialleiter Peter Gusch (v. l.)

© KRM (3)

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