Lindauergasse 9
Umstrittenes Wohnbauprojekt am Maurer Berg wurde bewilligt
- Der neue Wohnbau soll auf dem Grundstück der Lindauergasse 9 entstehen.
- Foto: Marlene Graupner/MeinBezirk
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Nach jahrelangem Widerstand der Anrainerinnen und Anrainer wurde die Baubewilligung für das umstrittene Wohnprojekt in der Lindauergasse 9 erteilt. Trotz Anpassungen am Projekt halten die Bewohner und der Bezirk an ihrer Kritik fest.
WIEN/LIESING. Rund drei Jahre lang kämpften Anrainerinnen und Anrainer gegen das geplante Wohnprojekt der Immobilienfirma Glorit in der Lindauergasse 9 am Maurer Berg. Mit zahlreichen Einwendungen versuchten sie, das Vorhaben zu verhindern. Doch nun wurde die Baubewilligung für die Wohnanlage mit 13 Wohnungen erteilt.
Für Anrainer Herr T., der sich von Beginn an gegen das Bauvorhaben engagierte, ist die Entscheidung eine herbe Enttäuschung. Zwar seien im Laufe des Bewilligungsverfahrens Änderungen an der Planung vorgenommen worden, diese haben aus seiner Sicht jedoch nichts am Grundproblem geändert. "Es kommt trotzdem ein Bauklotz", sagt er. Die wesentlichen Kritikpunkte, insbesondere zur Dimension des Projekts, bestehen aus Sicht der Anrainer nach wie vor.
Bezirk gegen den Bau
Auch der Bezirk Liesing hält an seiner kritischen Haltung fest. "Bereits bei der im Frühjahr stattgefundenen Bauverhandlung hat sich auch der Bezirk eindeutig gegen das geplante Bauvorhaben ausgesprochen, da es aus unserer Sicht nicht in das örtliche Stadtbild des bestehenden Einfamilienhausgebietes passt", erklärt Bezirksvorsteher Gerald Bischof (SPÖ). Die Baupolizei habe die Bewilligung jedoch auf Grundlage der geltenden baurechtlichen Bestimmungen erteilt. Der Bezirk werde die betroffenen Anrainer weiterhin "im Rahmen aller rechtlichen Möglichkeiten" unterstützen, heißt es.
- Aus Sicht des Bezirks fügt sich das Wohnprojekt auf dem Grundstück am Maurer Berg nicht in das Ortsbild der bestehenden Einfamilienhausgegend ein.
- Foto: Marlene Graupner/MeinBezirk
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Das Unternehmen Glorit verweist hingegen darauf, dass sämtliche Einwendungen der Anrainer im Zuge von zwei Bauverhandlungen von der zuständigen Behörde geprüft worden seien. Im Zuge des Verfahrens seien außerdem mehrere Anpassungen vorgenommen worden. Diese betrafen laut dem Unternehmen unter anderem die raumbildenden Dachaufbauten sowie einzelne Balkone und Erker, darüber hinaus seien weitere kleinere Optimierungen entsprechend den Rückmeldungen der zuständigen Stellen erfolgt.
Auch die MA 37 – Baupolizei nimmt zum Kritikpunkt Ortsbild Stellung. Demnach wurde die äußere Gestaltung des Gebäudes im Bewilligungsverfahren von Sachverständigen geprüft. Die Baupolizei weist jedoch darauf hin, dass Anrainerinnen und Anrainer nach der Wiener Bauordnung bei Fragen zum Ortsbild kein Mitspracherecht haben. Deshalb konnten ihre Einwände in diesem Punkt rechtlich nicht berücksichtigt werden.
Kritik an Garagenausfahrt
Ein weiterer Kritikpunkt der Anrainer war die geplante Tiefgarage mit 18 Stellplätzen und die Garagenausfahrt in die schmale Lindauergasse. Sie befürchten zusätzliche Verkehrsbelastungen und mögliche Behinderungen, unter anderem weil dort auch ein Linienbus verkehrt.
Glorit entgegnet, dass auch dieser Aspekt im Genehmigungsverfahren von den zuständigen Fachbehörden geprüft worden sei. Auch die MA 37 betont: "Es wurde die MA 46 – Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten im Hinblick auf die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs konsultiert." Diese habe bestätigt, dass keine diesbezüglichen Einwände bestehen.
Diskutiert wurde zuletzt auch über eine große Platane auf dem Grundstück. Anrainer hatten beantragt, den Baum als Naturdenkmal unter Schutz zu stellen. Die MA 22 – Umweltschutz lehnte dies jedoch ab. Ein Amtssachverständiger kam nach einer Begutachtung zu dem Schluss, dass es sich um einen in Wien häufig vorkommenden Baum dieser Altersklasse handle, der die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung nicht erfülle. Laut Glorit bleiben alle vom Bau nicht unmittelbar betroffenen Bäume – insgesamt 22 – erhalten, zusätzlich seien Ersatzpflanzungen vorgesehen.
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