Andreas Stangl im Gespräch
"Dem Sozialabbau entgegentreten"

Andreas Stangl, Vizepräsident der AKOÖ.
  • Andreas Stangl, Vizepräsident der AKOÖ.
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Andreas Stangl aus Leonding ist der neue Vizepräsident der Arbeiterkammer OÖ.

LEONDING (red). Im Interview erzählt er unter anderem von seinen Schwerpunkten und über die Struktur der Kammer.

Was wird sich nach der Wahl zum Vizepräsidenten der AK OÖ politisch für Sie ändern?
Stangl: Politisch wurde die Arbeiterkammer gestärkt, der Wahlerfolg der FSG mit unserem Spitzenkandidaten Johann Kalliauer stärkt aber auch die arbeitenden Menschen und deren Anliegen. Der Politik der Bundes- und Landesregierung, die über die Menschen drüber fahren, wurde eine Absage erteilt. Auch gegenüber der Interessenvertretung der Wirtschaft wurde ein klares Signal für mehr Respekt gegenüber den Arbeitnehmern gesendet. So haben sich Funktionäre des ÖVP Wirtschaftsbundes aktiv auf der Seite des ÖAAB im Wahlkampf beteiligt.

Welche Schwerpunkte möchten Sie im neuen Amt setzen?
Der Gratisarbeit der Arbeitnehmer in Form der zigtausenden unbezahlten Überstunden gehört der Kampf angesagt. Um leistbares Wohnen zu schaffen, ist die Preisentwicklung bei den Mieten zu bremsen. Insbesondere gehören die Annuitätensprünge abgeschafft. Auch dem geplanten Sozialabbau über den Kahlschlag in der Sozialversicherung sowie Leistungskürzungen in der Krankenversicherung werden wir entschieden entgegengetreten. Es muss organisatorisch gelingen, die unnötig lange Wartezeiten in den Krankenhäusern auf Behandlungen und Untersuchungen zu verringern. Weit oben auf unserer Agenda steht die Beseitigung der Personalknappheit im Gesundheitssystem insbesondere braucht es mehr und besser bezahltes Pflegepersonal

Gibt es auch lokale bzw. regionale Anliegen für Sie als AK-Vizepräsident?
Die Verkehrssituation der Pendler gehört insbesondere in Linz-Land verbessert. Nur knapp 18 % der unselbständig Beschäftigten finden im Heimatort einen Arbeitsplatz. Gegen die morgendlichen Staus auf den Hauptverkehrswegen nach Linz braucht es effektive Maßnahmen. Die Infrastruktur des öffentlichen und des Individualverkehrs muss rascher ausgebaut und verbessert werden.

Ist die Struktur der Kammer zeitgemäß oder müssen sich auch diese mit der Zeit reformieren?
Anpassungen an Entwicklungen sind immer notwendig. Heuer und im letzten Jahr haben wir zum Beispiel die Registrierung der Gesundheitsberufe durchgeführt. Über 30.000 Beschäftige wurden über die AK kostenlos registriert. Jetzt geht es darum, das im Herbst beschlossene AK-Zukunftsprogramm umzusetzen. Neue zusätzliche Leistungen wie Pflegegeldvertretungen für unsere Mitglieder oder der Digitalisierungsfonds schaffen zusätzliche Leistungen, die die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ab sofort für das gleiche Geld erhalten.

Stichwort Digitalisierung: Wie steht die AK zu diesem Thema?
Die Digitalisierung ist schon da und wird die Arbeitswelt weiter verändern. Wir haben in der AK OÖ einen Zukunftsfonds geschaffen, in dem für die nächsten fünf Jahre 30 Millionen Euro aufgewendet werden. Mit der Digitalisierungsoffensive der AK wollen wir Projekte fördern, die die Arbeitsbedingungen verbessern, wir unterstützen auch Beschäftigte, die sich rund um das Thema Digitalisierung weiterbilden wollen.

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Wo sehen Sie, als möglicher Vizebürgermeister von Leonding, die Zukunftsthemen der Stadt?
Sehr wichtig für die positive Zukunft einer Stadt ist, welche Persönlichkeit die Aufgaben der Bürgermeisterfunktion übernimmt. Ich glaube, dass wir mit Dr. Sabine Naderer-Jelinek eine passende gefunden haben. Sie vereint Leistungsbereitschaft und soziale Kompetenz in einer Form, dass ich mir wünsche mit ihr die Stadt Leonding weiter zu gestalten. Neben der Einhausung der Westbahn hat natürlich eine positive Stadtentwicklung Priorität. Vom Bildungscampus bis zu den Kinder- und Senioreneinrichtungen haben wir viele Themen, die abgearbeitet gehören. Auch die Zukunft der Pflege beschäftigt uns sehr, der Ausbau des Zentrums für Betreuung und Pflege in Hart, wie auch der Neubau im Leondinger Zentrum werden ein wichtiges Thema. Mit der Standortagentur wollen wir den Leondinger Betrieben Anreize zur Weiterentwicklung bieten, aber auch neue Betriebe nach Leonding bringen.

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