FPÖ und ÖVP Traun empört
Eklat um Pensionistenbrief der Trauner SPÖ

Ausschnitt-Faksimile Penisionistenbrief der SPÖ
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  • Foto: FPÖ Traun
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Für Unverständnis bei der FPÖ und ÖVP sorgt ein Schreiben des Trauner Bürgermeisters Rudolf Scharinger adressiert an die Mitglieder des roten Pensionistenverbandes.

TRAUN. In dem Schreiben, das in den letzten Tagen an die Senioren in Traun ergangen ist, betont Bürgermeister Rudolf Scharinger, dass mit den „...Gegenstimmen der anderen Parteien.“ für eine Abhaltung des Seniorentages in Traun keine Mehrheit gefunden wurde. Weiters: „…FPÖ und ÖVP lehnten die Abhaltung des Seniorentages ab.“

„Trauner Bürgermeister verunsichert Senioren“

Für Birgitt Thurner (FPÖ), Gemeindrätin und Mitglied des Sozialausschusses, verunsichert Scharinger in dem aktuellen Schreiben die Trauner Senioren mit Unwahrheiten: „ Tatsache ist, dass bei der nötigen Sitzung des Sozialausschusses für die ordnungsgemäße Vorbereitung und in Folge dann Abhaltung und Abwicklung des Trauner Seniorennachmittags die pandemiebedingte Situation noch zu ungewiss war, ob wirklich ein derartiges Ereignis abgehalten werden kann“, betont die freiheitliche Gemeinderätin und Mitglied des Sozialausschusses.“

„Großveranstaltung in der Corona-Pandemie
entbehrt jeglicher Vernunft“

Auch FPÖ-Vizebürgermeister Herwig Mahr ist vom Vorgehen der Trauner SPÖ enttäuscht:  „Wie in dem Protokoll der Sitzung des Sozialausschusses ersichtlich ist und auch dem Bürgermeister bekannt sein dürfte, gab es zu diesem Thema eine eindeutige Haltung der FPÖ, die sich mit jener der ÖVP nahezu deckte. Eine Großveranstaltung mit einer gefährdeten Bevölkerungsgruppe wie den Senioren, in einer herrschenden Pandemie und zu veranstalten, entbehrt jeglicher Vernunft. Die Kosten der Veranstaltung waren nie ein Thema.“

„Senioren mit Traun-Gutschein entschädigt“

Die FPÖ Traun betont, das diese als Entschädigung für die, normalerweise bezahlte Verköstigung am Seniorentag, einen Traun-Gutschein in Höhe von 25 Euro dem Ausschuss vorgeschlagen hat, damit die Trauner Senioren diesen gemeinsam mit Familienangehörigen in der Trauner Gastronomie einlösen können. Ohne dazu extra eine Großveranstaltung besuchen zu müssen. Thurner: „Dieser Vorschlag wurde auch im Ausschuss unterbreitet, jedoch nicht weiterverfolgt, da hier von Seiten der Stadt die Kosten als zu hoch angesehen wurden. Auf der einen Seite hätten wir mit unserem Vorschlag weiterhin Rücksicht auf die ältere Generation genommen, hätten unsere Wertschätzung gezeigt und auf der anderen Seite den Wirtschaftstreibenden in Traun geholfen, da dieses Guthaben regionalen Betrieben zugutegekommen wäre.“

„Niemand will geselliges Beisammensein verwehren“

Für Mahr steht klar fest: „Niemand will den Pensionisten ein geselliges Beisammensein verwehren. Wir haben uns aber ganz klar dafür ausgesprochen, dass auf Grund der ungewissen Lage zum damaligen Zeitpunkt der Sitzung von einer Veranstaltung Abstand genommen werden sollte, um diese Bevölkerungsgruppe weiterhin angesichts der Corona-Pandemie zu schützen.“

Laut der FPÖ Traun hätte die Planung für die Durchführung dieser Veranstaltung verständlicher Weise bereits Mitte Mai beginnen müssen. Da jedoch die Sicherheit, der zum Zeitpunkt der Abhaltung der Veranstaltung gültigen Verordnung und gesetzlichen Regelung nicht gegeben war, weil nicht gesagt werden konnte, wie sich die Pandemie bis zum Herbst entwickelt und welche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit nötig sein werden, sollte es keine Veranstaltung im herkömmlichen Sinn geben.

„Vorschlag hätte auch der Gastronomie geholfen“

Für FPÖ-Wirtschaftsstadtrat Christian Engertsberger haben die Senioren haben im letzten Jahr viel an Entbehrungen erlebt und mussten ohne Besuche ihrer Familienmitglieder oder Freunde zum Schutz der Gesundheit auskommen: „Wir wissen, dass das für alle Betroffenen und Beteiligten eine schwere Zeit war. Mit einem von uns vorgeschlagenen Traun-Gutschein, wäre nicht nur den betroffenen Senioren geholfen, sondern auch der durch die Pandemie getroffenen Trauner Gastronomie.“, 

„Scharinger sagt die Unwahrheit“

Für die FPÖ Traun steht fest: „Leider zeigt der von Bürgermeister Scharinger – wohl aufgrund der anstehenden Wahl – initiierte Brief wieder einmal die politische Unwahrheit auf, die mit dem Amtsantritt des Bürgermeisters 2015 in Traun Einzug gehalten hat.“

„Bürgermeister wäre gut beraten, sich 
an die Faktenlage zu halten“

„Auch wir verwahren uns auf das Schärfste gegen den in einem Brief an die Trauner Senioren getätigten Vorwurf von des Trauner Bürgermeisters, wir hätten im Gemeinderat gegen die Abhaltung des traditionellen Seniorennachmittags gestimmt“, betont ÖVP-Obmann Wolfgang Stadlinger.

Stadlinger: „Das genaue Gegenteil ist der Fall. Die ÖVP hat sich gegen den Vorschlag, die Seniorennachmittage an drei Tagen abzuhalten, aus Sorge um die beschränkten Ressourcen in der Sozialabteilung ausgesprochen und vorgeschlagen, diese, wie gehabt, an einem Tag abzuhalten. Genauso ist dies auch im Protokoll festgehalten und der Bürgermeister wäre gut beraten, sich bei seinen öffentlichen Kundmachungen an die Faktenlage zu halten. Auch im Wahlkampf sollte man bei der Wahrheit bleiben.“

„FPÖ Traun soll lieber einmal nachdenken“

Im Gespräch mit der BezirksRundschau versteht Trauns Bürgermeister Rudolf Scharinger die Welt nicht mehr: „Ich sage nicht die Unwahrheit, die FPÖ Traun soll lieber einmal nachdenken was diese im Ausschuss gesagt hat.“ Fakt für den Trauner Ortschef ist, „dass es kein Beschluss war sondern es sich um einen Grundsatzbeschluss gehandelt habe, der das Amt beauftragt hätte die Corona-konforme Abhaltung des Senioren-Nachmittags zu prüfen. Dagegen haben sich die FPÖ sowie die ÖVP ausgesprochen.“

Scharinger: „Sind Sportler nicht schützenswert?“

Für Scharinger stellt sich eher die Frage: „Warum wurde die Abhaltung der Sportlerehrung, mit den Stimmen der FPÖ, beschlossen. Sind Sportler keine schützenswerte Gruppe, in Zeiten der Corona-Pandemie?“ Auch die Kritik der FPÖ an dem Schreiben des Bürgermeisters an die Mitglieder des SPÖ-Pensionistenverbandes sorgt beim Stadtoberhaupt für Verwunderung: „Diesen Brief habe ich als SPÖ-Vorsitzender an meine Pensionisten geschrieben und dafür ernte ich Kritik? Anscheinend ist diese Kritik der Wahlkampf in Traun sonst kann ich es mir nicht erklären.“


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