01.02.2018, 10:46 Uhr

Pädagoge auf vier Pfoten im Kindergarten St. Isidor

Caritas-Mitarbeiterin Sandra Kainzinger und Therapiehund Joey bei der Arbeit. (Foto: Caritas)

„Joey“ ist der Star im Heilpädagogischen Kindergarten der Caritas in St. Isidor in Leonding.

LEONDING (red). Der Labrador Retriever von Pädagogin Sandra Kainzinger begleitet als ausgebildeter Therapeut den Kindergartentag von sieben schwer geistig und/oder körperlich beeinträchtigten Kindern. Kinder, Eltern und Pädagoginnen sind von Joeys Wirkung begeistert. Er ist viel mehr als ein großes „Kuscheltier“.
Sandra Kainzinger aus Linz-Urfahr arbeitet seit 2011 erfolgreich mit Therapiehunden im Heilpädagogischen Kindergarten. Mit Ende September hat Joey seinen Dienst im Kindergarten angetreten. „Er hat die staatliche Prüfung als Therapiebleithund geschafft und ist zwei Jahre alt geworden. Damit ist er offiziell für den Einsatz zugelassen. Seine Leistung wird ab sofort jährlich überprüft“, erzählt die stolze Hundebesitzerin. Joey begleitet sie vier Mal in der Woche in den Kindergarten. „Auch wenn ihn die Kinder gerne jeden Tag da hätten - am Mittwoch hat er seinen freien Tag. Denn Pausen sind im seinen Job sehr wichtig“, erklärt Kainzinger. Vor dem Einzug von Joey ist deshalb das Büro zum Hundeschlafzimmer umfunktioniert worden. „Hier macht Joey während seiner Dienstzeit Pause, ohne Erwachsenen kommen hier keine Kinder herein und er kann ungestört auf seinem Hundesofa rasten“, erzählt die Sonderpädagogin.

Präsenz von Hund hilft

Einsatzort für Joey ist eine Gruppe von sieben schwer geistig und/oder körperlich beeinträchtigten Kindern. Kontakt mit dem Hund gibt es natürlich immer nur unter Aufsicht und das Kind wählt selbst, wie nahe es dem Vierbeiner kommen möchte. Selbst wenn sie ihn nicht angreifen wollen, die alleinige Anwesenheit von Joey wirkt. Der Hund motiviert die Kinder, zu kommunizieren. „Sprachlich beeinträchtigte Kinder treten oft eher mit dem Hund in Interaktion als mit uns Pädagoginnen oder anderen Kindern“, weiß Kainzinger.

Selbewußtsein der Kinder gestärkt

Der Umgang mit dem Therapiehund stärkt auch das Selbstbewusstsein der Kinder. „Ein Kind, das immer eine Hand braucht, um im Raum herumzugehen, geht plötzlich alleine, nur weil es die Leine von Joey in der Hand hat.“ Ein Fixpunkt im Hunde-Kindergartenalltag ist auch das gemeinsame Füttern von Joey. „Dabei wird die Feinmotorik und die Konzentration trainiert. Ich habe auch schon oft beobachtet das Kinder, die leicht ablenkbar sind, oft lange – fast meditativ - damit beschäftigt sind, die einzelnen Leckerlis für den Hund zu sortieren“, berichtet Sandra Kainzinger.
Selbst wenn Joey im Nebenzimmer auf seinem Sofa rastet, „beschäftigt“ er die Kinder. „Sie ermahnen sich dann beispielsweise gegenseitig, dass Joey schläft und sie leise sein sollen“, erzählt die Caritas-Mitarbeiterin. Der Therapiehund unterstützt, dass die Kinder lernen, sich in die Bedürfnisse von anderen hineinzuversetzen und dass es auch möglich ist, ihre eigenen Bedürfnisse zu kontrollieren: „Sie wissen, dass Joey natürlich ungeduldig ist, sein Futter zu bekommen. Er kann sich aber beherrschen, bis es soweit ist.“
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