Das Reh - Säugetier des Monats Mai

© Josef Limberger

Das Reh ist die kleinste Hirschart Europas mit einer Kopf-Rumpf-Länge von maximal 140 Zentimeter und eine Schulterhöhe von 70 bis 80 Zentimeter. Leicht erkennbares Unterscheidungsmerkmal zwischen Geiß und Rehbock ist, wie bei anderen heimischen Hirscharten auch, das Geweih. Während weibliche Rehe kein Geweih tragen, kann es beim Männchen bis zu etwa 20 Zentimeter lang werden. Es wird im Oktober bis spätestens Dezember abgeworfen und somit alljährlich innerhalb von fünf Monaten neu ausgebildet.
Das Sommerfell der Tiere ist rostrot, im Winter eher graubraun. Auffällig ist der „Spiegel“, rund um den After, der im Winter weiß und im Sommer gelblich ist. Der Spiegel der Männchen ist nierenförmig, der der Weibchen umgedreht herzförmig, weiß Mag. Heidi Kurz, Biologin vom Naturschutzbund Oberösterreich.

Ein echter Feinschmecker
Das Reh frisst leicht verdauliche, energiereiche Pflanzen wie zum Beispiel Heidelbeere, Hasel und Raps, da der Magentrakt geringes Fassungsvermögen hat und es faserige Nahrung schlecht verdauen kann und ist somit ein echter Feinschmecker. Aber auch für uns Menschen giftige Arten wie die Eibe werden gefressen.

Der ursprüngliche Bewohner dichter Wälder ist dank großer Anpassungsfähigkeit ein klassischer Kulturfolger. Durch einen Trick der Natur kommen die Rehkitze pünktlich im warmen und nahrungsreichen Mai zur Welt. Denn die weiblichen Rehe werden schon zwischen Juli und August des Vorjahres befruchtet, doch das befruchtete Ei, auch genannt Keim, wächst nicht sofort heran (Keimruhe). Erst im Dezember beginnt die embryonale Entwicklung, so Mag. Heidi Kurz vom Naturschutzbund.
Als natürliche Feinde sind Rotfuchs, Luchs und Wolf von Bedeutung, um die Bestandsdichte zu beschränken und das Wildbrett zu nutzen, werden jedoch zahlreiche Tiere erlegt.

Die Säugetiere Oberösterreichs
In Oberösterreich leben 79 Säugetierarten. Aufmerksame Naturfreunde können den Wissenschaftlern bei der Erhebung der Säugetier-Fauna unter die Arme greifen. Wer in Oberösterreich ein Säugetier oder dessen Spuren beobachtet, wird dazu aufgerufen, dies auf der Naturschutzbund-Plattform www.naturbeobachtung.at oder über die App mit den wichtigsten Fundinformationen (Art und/oder Foto, Fundort und Datum) zu melden unter www.saeugetiere-ooe.at.

Das Projekt „Die Säugetiere Oberösterreichs erleben und erheben“ ist eine Initiative von Naturschutzbund Österreich und Naturschutzbund Oberösterreich gemeinsam mit dem Land Oberösterreich & EU (Fördergeber), Biologiezentrum Linz, apodemus OG & KFFÖ (Fachpartner).

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