"Ein Schild genügt nicht"
Gedenkstätte nach Arbeitslager-Entdeckung gefordert
- In Dornach kamen bei der Freilegung eines Grundstücks Fundamente des damaligen NS-Arbeitslagers zum Vorschein.
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LinzPlus-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik fordert am Areal des einstigen "Städtischen Arbeiterlagers Dornach" eine Gedenkstätte.
LINZ. In der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Linz und Umgebung 84 Arbeitslager, die für rund 46.000 Zwangsarbeiter konzipiert waren. Mit 16 Hektar Fläche und 2.500 Betten zählte jenes in Dornach zu den größten der Stadt. Die Holzbauten des Barackenlagers erstreckten sich entlang der Johann-Wilhelm-Klein-Straße und reichten bis zur Schumpeterstraße sowie dem heutigen Biologiezentrum der OÖ Landes-Kultur GmbH. Darin untergebracht waren Kriegsgefangene und "Fremdarbeiter" – rund die Hälfte davon aus Italien. Sie wurden zum Wohnbau und Ausbau der Autobahn herangezogen. Von 1942 bis zum Kriegsende im Mai 1945 betrieb die Stadt Linz das Arbeitslager. Nach dessen Befreiung durch die US-Truppen am 5. Mai nutzte man das Hauptgebäude des Arbeitslagers in verschiedenen Funktionen, bis Ende der 1980er-Jahre war darin ein "Blindenheim" untergebracht. Viele Jahrzehnte später wird das Areal wieder zum Thema, denn im Zuge eines Bauprojekts sind Fundamente des ehemaligen Lagers zutage getreten.
- LinzPlus fordert eine würdige Gedenkstätte in Dornach.
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"Nicht einfach drüberbauen"
LinzPlus-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik fordert von der Stadt Linz historisches Bewusstsein und einen sorgsamen Umgang mit dem Ort ein. "Im Jänner 2023 wurde das Feld auf Wunsch einer Stiftung vom Linzer Gemeinderat zu Bauland gemacht. Im Zuge der vorbereitenden Maßnahmen sind Anfang dieses Jahres nicht nur Fundamente, sondern auch zahlreiche Artefakte des bis 1945 betriebenen Zwangsarbeitslagers freigelegt worden. Tausende Menschen aus Italien, Tschechien und Russland wurden hier in Urfahr vom NS-Regime und unter städtischer Führung versklavt."
- Zahlreiche Artefakte erinnern an die damalige Schreckenszeit der 1930er und 1940er-Jahre.
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"Würde der Stadtentwicklung guttun"
Potocnik appelliert deshalb: „Hier soll nicht einfach drüber gebaut und die Überreste des Lagers vernichtet werden. Auch ein Schild genügt nicht. Ich denke, wir sollten den archäologischen Funden und dem Geist des Ortes in Form eines neuen Parks der Erinnerung und der Begegnung gerecht werden. Die Stadt Linz hat hier die historische und moralische Verantwortung, nicht nur zu erinnern, sondern auch einen Ort zu schaffen, an dem Lernen und Gedenken möglich sind. Abgesehen davon würde das Dornach-Auhof auch stadtentwicklerisch guttun.“ Laut Stadt Linz arbeiten aktuell die Abteilung Stadtgrün, die Linz Kultur sowie das Stadtarchiv an einer Lösung. Es gibt Überlegungen, wie vor Ort ein Gedenken an das Arbeitslager umgesetzt werden könnte.
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