Mural Harbor
Neues Wandgemälde schmückt seit Sonntag den Linzer Hafen

- Die beiden Künstler Masava und Mwangi am Sonntag, 31.7., vor ihrem fertigen Wandgemälde im Linzer Hafen.
- Foto: Ludwig Peter Frauenberger
- hochgeladen von Sarah Püringer
Fünf mal acht Meter: so groß ist das neue Wandgemälde im Linzer Mural Harbor. Die beiden kenianischen Künstler Adam Masava und Brian Mwangi befinden sich zurzeit auf "Pinselsafari" in Oberösterreich. Unterstützt wird das Projekt von der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk für Katholische Jungschar.
LINZ. Am Mittwoch haben die Arbeiten begonnen, am Sonntag konnte das Kunstwerk fertiggestellt werden. In letzter Sekunde haben die zwei Künstler ihr Konzept verworfen und verarbeiten nun ihre persönliche Geschichte. Für sie gestaltet sich die Reise nach Europa nämlich äußerst schwierig. Aussuchen durften sie sich die Wand, an der ihre Message zu sehen ist, selbst. Unterstützt wurden sie dabei von der Mural Harbor Gallery und der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar. Nach drei Tagen Arbeit konnten sie am Sonntag ihr Kunstwerk im Hafen fertigstellen.
Alles startete in der Volksschule
Masava wurde im Mukuru Slum im Stadtteil Nairobi South B geboren und kam während seiner Zeit in der Volksschule zum Malen. Die MPC-St. Bakhita Primary School ist ein Projekt, das von der Dreikönigsaktion Österreich unterstützt wird. Dort holte er bei einem Unicef-Malwettbewerb zuerst den landesweiten Sieg, danach den internationalen. Mwangi, sein Kollege, ist seit 2019 bei dem Künstlerkollektiv Mukuru Art Collective. Es vereint insgesamt 40 Künstlerinnen und Künstler und wurde 2010 von Masava ins Leben gerufen.
Kinder zum Malen bringen
Bei seiner Kenia-Reise traf Luggi Frauenberger, der Bildungsreferent der Dreikönigsaktion Linz, zufällig auf Masava, wodurch die Idee einer "Pinselsafari" entstand. Seit Anfang Juli sind er und sein Kollege Mwangi in Oberösterreich und veranstalteten bereits 20 Kunstworkshops mit Jungschar- und MinistrantInnengruppen und Schulklassen sowie am österreichweiten Jungscharlager. Auch in Kenia geben sie ihr Können an Kinder und Jugendliche im Mukuru-Slum weiter: dreimal im Jahr gibt es dort kostenlose Malserien, die 50 Kindern Malunterricht und ein Mittagessen garantieren.
"Open the Door Now"
Das bunte Wandgemälde zeigt ein "Black-Mamba"-Rad, ein typisches Transportmittel in Kenia. Dieses steht für die Reise, die Masava und Mwangi hinter sich haben. Am Gepäckträger sieht man ein Mädchen, das in Großbuchstaben "Let us in" sprayt und verdeutlicht, wie schwierig es für die Künstler war, ein Visum zu bekommen. Es wird vor Regen geschützt, was die Unterstützung symbolisiert. In der Mitte prangt ein Visa und die in das Gemälde integrierte Tür steht für die Botschaft. Die Reise verzögerte sich um eine Woche, weshalb über ihr auch "Open the Door Now" steht. Die Künstler arbeiten mit Komplementärfarben auf einem rostbraunen Hintergrund, dem Markenzeichen Masavas. Denn zu Hause in den Slums sind Wellblechwände zum Malen immer verfügbar.
Fortsetzung folgt
Die Farben und das Material für das Wandgemälde hat die Mural Harbor Gallery zur Verfügung gestellt. Auf Instagram findet man die beiden unter adammasava und Bruh_yoh_KiMani. Masava betreibt auf YouTube auch den Channel adam.masawa.studio. "Ich wünsche mir, dass Aktionen wie diese nun in einem Rhythmus von zwei Jahren stattfinden", sagt Frauenberger zum Abschluss der "Pinselsafari" und bevor es für die beiden Künstler weiter für Ausstellungen nach Deutschland geht.
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