Stromausfall in Linzer City: Und plötzlich war das Licht aus ...

Eine Störung im Umspannwerk in der Lederergasse führte zum Stromausfall in der Linzer Innenstadt.
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LINZ (aba/nil). Am Montag, ab 11.24 Uhr, ging plötzlich nichts mehr in der Linzer Innenstadt. Eine Störung im Umspannwerk Linz-Mitte sorgte für einen großflächigen Stromausfall. Das betroffene Gebiet zog sich vom Hafen über die Landstraße hin bis zur Blumau. Mehr als 6.600 Kundenanlagen – von der Single-Wohnung bis zum Industriebetrieb – waren davon betroffen. Auf Linz-Urfahr hatte der Stromausfall keine Auswirkungen.

Beim Einkauf überrascht

Viele Menschen wurden beim Einkauf in der Mittagspause vom plötzlichen Stromausfall überrascht. Im neben dem Umspannwerk gelegenen Spar-Markt in der Holzstraße speiste ein Notstromaggregat nur die Kühlung. Waagen, Schneidgeräte und Kassen waren ohne Strom und der Supermarkt deswegen geschlossen. Auch in vielen Betrieben stand die Arbeit still. So war die Redaktion der StadtRundschau ebenfalls betroffen. Während die Arbeit mit Restakku und Internet-Hotspots vom Handy fortgesetzt wurde, mussten einige Mitarbeiter aus dem Lift befreit werden. In der Bäckerei Haubis wußte man sich zu helfen, hier wurden die Rechnung wie früher mit der Hand geschrieben. Ob der Stromausfall auch zu einem volkswirtschaftlichen Schaden geführt hat, lässt sich laut Ökonom Friedrich Schneider "nicht seriös beziffern". Gewerbebetriebe seien kaum betroffen, weil es davon in der Innenstadt nur wenige gäbe. Der Experte ging davon aus, dass die Menschen ihre Einkäufe einfach etwas später nachgeholt hätten, die Umsatzausfälle daher gering seien. Dazu hatten die Menschen nach rund zwei Stunden die Gelegenheit. Die Linz AG leitete rasch Ersatzmaßnahmen ein. Nach rund 100 Minuten war die überwiegende Zahl der Verbraucher wieder am Netz.

"Herz der Stromversorgung"

Ursache für die Störung war laut Helmut Köpplmayr, Prokurist und Betriebsleiter der Linz Netz GmbH, eine Störung in einer 30-kV-Zelle des Umspannwerks in der Lederergasse. Rauchentwicklung und ein Brand waren die Folge. Die starke Rußbildung ließ bisher keine Feststellung der Ursache zu. "Die Zelle muss zunächst gereinigt werden, dann können wir uns an die Fehlersuche machen", so Köpplmayr. Er spricht von einem technischen Gebrechen, das in dieser Form nur schwer verhinderbar sei: „Das Umspannwerk stellt das Herz der Stromversorgung dar. Ein technisches Gebrechen ist selten, kann trotz ständiger Wartung aber vorkommen.“
Fällt ein Umspannwerk aus, wird der Strom über Kabelverbindungen mit weiteren Umspannwerken wiederhergestellt. Herausforderung dabei ist ein schneller Personaleinsatz, denn die Versorgung muss jeweils manuell zugeschaltet werden. Beim Ausfall in der Lederergasse hätten bis zu fünfzehn solcher Zuschaltungen erfolgen müssen. Das Umspannwerk konnte jedoch bereits vor der vollständigen Aktivierung der Notversorgung wieder ans Netz gehen.

"Von Blackout weit entfernt"

Zwar handelte es sich um einen länger andauernden Vorfall mit vielen Betroffenen, von einem sogenannten Blackout sei der Stromausfall am Montag jedoch "weit entfernt", so Helmut Köpplmayr. Davon sei nur bei einem Ausfall des überregionalen oder gar des europaweiten Netzes die Rede.

Experten warnen immer wieder vor der Gefahr eines solchen Blackouts, da das Stromnetz in den vergangenen Jahren anfälliger für Störungen geworden ist. Eine Großstörung kann sich innerhalb von wenigen Sekunden über weite Teile Europas ausbreiten. Anders als bei regional begrenzten Stromausfällen wäre ein Wiederversorgen der spannungslosen Netzteile ausgehend von den angrenzenden Netzen nicht mehr möglich. Da unser Leben auf einer ausreichenden Stromversorgung basiert, werden alltägliche Abläufe zu einer Herausforderung. Der OÖ Zivilschutzverband rät, dass sich jeder Bürger auf ein solches Ereignis vorbereiten und in der Lage sein sollte, sieben Tage lang autark zu leben. Dafür gibt es auf der Homepage aktuelle Broschüren sowie einen Shop mit Bevorratungstaschen, Notfallbox u.v.m.: zivilschutz-ooe.at

Richtiges Verhalten bei Stromausfall

Die Netz Oberösterreich GmbH gibt Tipps für den Fall, dass die Stromversorgung ausfällt:

• Ruhe bewahren! Ein Stromausfall ist kein Notfall. Melden Sie diesen daher bitte nicht unter den Notfallnummern der Einsatzorganisationen.
• Schalten Sie alle Elektrogeräte aus (ausgenommen die Beleuchtung). Das gilt vor allem für jene, von denen beim Wiedereinschalten Gefahren ausgehen können, wie Herdplatten, Bügeleisen, Mixer, Kreissägen etc.
• Um sich in der Dunkelheit zurechtzufinden ist es sinnvoll, eine funktionstüchtige Taschenlampe oder Kerzen im Haus zu haben.
• Vermeiden Sie unnötiges Öffnen von Kühl- oder Gefriergeräten, damit Lebensmittel nicht verderben.
• Schalten Sie mit Batterie betriebene Kommunikationsmittel wie Radio oder Handy ein, um Infos zu erhalten.

Autor:

Andreas Baumgartner aus Linz

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