Danube Curling Club Linz
"Wollten diesen schrägen Sport einfach mal ausprobieren"
- Präzisionsarbeit – beim Curling entscheiden oft nur wenige Zentimeter – das Wischen mit dem Besen beeinflusst die Laufrichtung des Steins.
- Foto: DCCL
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Schach auf dem Eis – so wird Curling häufig in kurzen Worten beschrieben. In der Landeshauptstadt kann man seit dem Jahr 2014 diese olympische Sportart ausüben. Die BezirksRundSchau stattete dem Danube Curling Club Linz einen Besuch in der Eisarena ab.
LINZ. Schon in den 1930er-Jahren brachten schottische Wintersportgäste den Curlingsport nach Österreich. In Linz formierte sich im Jahr 2014 eine Gruppe aus Neugierigen, die den Sport – wie viele andere auch – nur von den Olympia-Übertragungen im TV kannten. Nach den ersten Trainings und angetrieben vom immer größer werdenden Ehrgeiz war es schließlich soweit: Der Danube Curling Club Linz wurde gegründet.
Eine der Triebfedern hinter der Vereinsgründung war Anna Weghuber, die bereits während ihrer Studienzeit in Wien erste Erfahrungen mit den Steinen auf dem Eis sammelte. "Ich habe damals beim Ottakringer CC geschnuppert und es hat mir sofort gut gefallen. Zurück in Linz begann ich beim Trauner Curlingclub zu spielen. Um Teil der Landessportorganisation sein zu können, brauchten wir in Oberösterreich drei Vereine. So kam es 2014 dazu, dass wir zeitgleich in Linz und in Steyr neue Curlingvereine gründeten."
- DCCL-Gründungsmitglied Anna Weghuber – beim Abstoßen sind richtige Körperhaltung und Gleichgewichtsgefühl gefragt.
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"Alle vier Jahre Curling im TV gesehen"
Achim Mauler, Vereinsmitglied der ersten Stunde, fand über den Freundeskreis den Weg zu der traditionsreichen Sportart: "Alle vier Jahre sah man Curling bei Fernsehübertragungen der Olympischen Spiele. Ich dachte mir immer: 'Was ist denn das für ein schräger Sport?' und wollte es selbst ausprobieren. Gemeinsam mit Freunden haben wir dann erste Trainings absolviert."
Philipp Gahleitner spielt ebenfalls seit 2014 im Verein und sorgt bei Großereignissen als Physiotherapeut für fitte Teamkollegen. "Wir waren damals eine Gruppe von acht Freunden und wollten Curling einfach mal ausprobieren. Es ging dann Schlag auf Schlag und innerhalb kürzester Zeit haben wir bereits bei Meisterschaften mitgespielt. Anfangs haben wir noch von einer Olympia-Teilnahme geträumt, mittlerweile steht aber der Spaß am Spiel ganz klar im Vordergrund."
- Keine Schonung beim Showtraining – Philipp Gahleitner, BezirksRundSchau-Redakteur Clemens Flecker, Achim Mauler und Anna Weghuber.
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"Hinken internationaler Konkurrenz hinterher"
Um internationales Topniveau zu erreichen sind die Trainingsbedingungen in Linz beziehungsweise in Österreich nicht auf dem nötigen Standard. "Es war ein harter Kampf, dass wir Eiszeit in der Linz AG Eisarena bekommen und wir sind wirklich sehr froh und dankbar, den Slot am Sonntagabend erhalten zu haben. Dennoch hinken wir, was die Trainingsmöglichkeiten betrifft, der internationalen Konkurrenz hinterher."
Beim Curling spielt die Beschaffenheit des Eises eine entscheidende Rolle. Es sollte so waagrecht wie möglich sein, doch durch die vielen Hobbysportler und durch die Ausübung anderer Eissportarten wird das Eis in Mitleidenschaft gezogen – für die Ausübung des Curlingsports ist dies keineswegs ideal. "Wollen wir auf passend präpariertem Eis spielen, dann müssen wir nach Kitzbühel fahren, wo es die einzigen permanenten Curlingbahnen in Österreich gibt", klärt Weghuber auf.
- Perfekte Bedingungen, wie hier bei den Staatsmeisterschaften 2017, herrschen in der Linzer Eisarena nur selten. Das Eis wird durch die intensive Nutzung vieler Vereine stark in Mitleidenschaft gezogen – für den Curlingsport nicht ideal.
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Die Hoffnung, dass Oberösterreich eine eigene Curlinghalle erhält, besteht: "Wir sind schon seit einiger Zeit in Gesprächen und hoffen, dass wir in Steyr eine bereits bestehende Halle entsprechend adaptieren können. Die Kosten würden sich auf weniger als 500.000 Euro belaufen, es gilt auch noch die Frage der Energiekosten zu klären. Eine eigene Anlage würde dem Curlingsport einen enormen Schub geben. Wenn alles gut läuft, könnten wir mit der Saison 2026/27 starten – und dann wollen wir auch das Bundesleistungszentrum nach Oberösterreich holen."
"Haben eine coole Community"
Der Linzer Danube Club zählt zurzeit rund 50 Mitglieder, konnte in der Vergangenheit schon einige Erfolge feiern und hat sich über die Jahre zu einem ernsthaften Konkurrenten des Serienmeisters Kitzbühel entwickelt. Einige Athleten und Athletinnen waren bereits bei Europa- und Weltmeisterschaften im Einsatz und zählen zu den stärksten Spielern Österreichs.
- Die Curlingfamilie zieht in ganz Österreich an einem Strang – im Danube Curling Club Linz spielen Mitglieder im Alter von 17 bis 70 Jahren.
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Die Kosten halten sich in einem überschaubaren Rahmen. "Wer bei uns vorbeischauen möchte, muss sich anfangs natürlich keine Ausrüstung kaufen. Wir stellen Schuhwerk und Besen zur Verfügung, ebenfalls die Steine, mit denen gespielt wird. Der Mitgliedsbeitrag bewegt sich um die 150 Euro – bei Turnieren übernimmt der Verein die Kosten für die Unterkunft und das Startgeld. "Wir haben echt eine coole Community und in der Curlingfamilie ziehen wir alle an einem Strang. Ich kann jedem nur empfehlen, diesen wunderbaren Sport einmal auszuprobieren", so Weghuber.
Allgemeine Infos zu Curling:
- Das Wort Curling stammt vom schottischen Verb "tae curl" („drehen“) ab und beschreibt die Bewegung der Steine, während sie über das Eis gleiten
- Beim Curling treten zwei Teams auf einer speziell präparierten Eisfläche gegeneinander an und versuchen, ihre Curlingsteine so nah wie möglich an den Mittelpunkt eines Zielkreises zu positionieren
- Jedes Team hat vier Spieler und einen Ersatzspieler, Schiedsrichter greifen nur bei engen Entscheidungen ein
- Der älteste erhaltene Curlingstein stammt aus dem Jahr 1511 und trug die Inschrift "St. Js B Stirling" – die Steine werden deshalb auch Stirlingsteine genannt
- Ein Wettkampf dauert zehn Runden ("Ends") in denen jedes Team acht Steine stoßen darf – zwei pro Spieler
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