21.10.2014, 10:49 Uhr

Mehr Wiese – mehr Leben

Die Braunkehlchen-Population wurde seit 2006 im Lungau ungefähr verdoppelt. (Foto: Dani Studler)

Wiesenstreifen stehen lassen, später mähen: dadurch erhält die Tierwelt mehr Lebensraum.

ST. MICHAEL. Für das Projekt „Birdlife Österreich“ hat Werner Kommik aus St. Michael im Lungau den Regionalitätspreis 2014 der Bezirksblätter Salzburg in der Kategorie "Land- und Forstwirtschaft" bekommen. "Birdlife Österreich" fördert die Artenvielfalt im Bezirk.

Der Artenvielfalt zuliebe

Der 67-jährige pensionierte Volksschuldirektor, Werner Kommik, hat die Lebensweise der Braunkehlchen im Lungau studiert und festgestellt, dass dieser Vogel, der früher einer der häufigsten war, zu einem der seltensten geworden ist. Daraufhin hat der engagierte Naturliebhaber mit den heimischen Bauern gesprochen und mit ihnen diese bedauernswerte Situation erörtert. Kommik begab sich auf einen langen Weg, der schließlich dazu führte, dass über 100 Bauern – mit allen war Kommik persönlich in Kontakt – eine namhafte Förderung bekamen, wenn sie gewisse Bedingungen erfüllten bzw. Maßnahmen setzten.

Drei wichtige Maßnahmen

Dazu zählen: 1,5 m Wiesenrandstreifen mussten stehen gelassen werden – zukünftig sollen es zwei Meter sein – damit die Braunkehlchen Altgras finden, wo sie ihre Nester bauen können; die erste Mahd durfte nicht vor dem 20. Juni gemacht werden; zudem wurden „Zaunstempel“ an den Wiesenrändern aufgestellt, damit die Braunkehlchen Singwarten haben. Diese Maßnahmen, vor allem der Wiesenrandstreifen, bewirken, dass wesentlich mehr Insekten überleben und dadurch mehr Vögel Futter finden.

Die Tierwelt fühlt sich wohl

Kommik ist es im Zusammenwirken mit den Lungauer Landwirten gelungen, die Population der Braunkehlchen im Lungau von 117 im Lungau auf mittlerweile weit über 200 Vögel zu erhöhen. Auch die Goldammer, die Wachtel, das Schwarzkehlchen, die Lerche und weitere haben sich seither vermehrt. Und: Die Blumen können wieder reife Samen bilden und bleiben in der Wiese erhalten. Im Winter profitieren darüber hinaus die Feldhasen, weil sie hier Futter finden. Durch diese Maßnahmen ist ein Projekt zustande gekommen, das der Natur und dem Menschen in gleichem Maße hilft. „Birdlife Österreich“ wurde zum EU-Projekt, die Maßnahmen wurden als vorbildlich für umweltgerechte Bewirtschaftung in Europa bezeichnet.
"Der Regionalitätspreis ist für mich Ausdruck von Dank für die viele Arbeit", freut sich Werner Kommik über die jüngste Auszeichnung, "diesen Dank möchte ich auch an die Landwirte weitergeben, die viel Verständnis gezeigt haben und am Projekt teilgehabt haben!"
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