12.01.2018, 12:01 Uhr

Entlastung für Praktische Ärzte

Dr. Werner Karner ist seit rund 30 Jahren im Dienst.

Neuregelung der Wochenenddienste für Allgemeinmediziner sorgt für weniger Arbeit bei Ärzten.

SCHATTENDORF. 48 Stunden Dienste an Wochenenden gehören für burgenländische Allgemeinmediziner der Vergangenheit. Eine Neuregelung sieht vor, dass es keine Nachtdienste mehr gibt. Der Arzt versieht von 7.00 bis 21.00 Uhr Dienst, ab 19.00 Uhr kann über die Nummer 141 auch ein „Telefonarzt“ kontaktiert werden, der eine erste Diagnose stellt und die Patienten berät. Wenn nötig, kann dann bis 21.00 Uhr noch der diensthabende Mediziner der Region eingreifen oder die Landessicherheitszentrale schickt einen Rettungswagen. Nach 21.00 Uhr gibt‘s dann nur mehr den Telefonarzt oder das Spital.

Positive Auswirkungen

„Diese Änderung wirkt sich natürlich positiv für mich aus und ist auch ein guter Ansatz jungen Ärzten den Beruf schmackhafter zu machen, aber nicht mehr“, so Dr. Werner Karner, Praktischer Arzt in Schattendorf, der bis dato im Schnitt für rund 25 Patienten pro Wochenende im Einsatz war.

Mehr Ambulanzbesuche

Rückläufig waren seine Einsätze in den letzten Jahren zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr früh morgens. „Vermutlich wurden in dieser Zeit vermehrt Ambulanzen aufgesucht“, kann sich Dr. Karner vorstellen.

Tagsüber keine Umstellung

Für die Patienten sieht der Praktische Arzt keine Verschlechterung durch die Neuregelung. „Zwischen 21.00 Uhr und 7.00 Uhr ist die medizinische Versorgung sichergestellt und die restliche Zeit bleibt alles wie gewohnt“, versichert Dr. Karner .

Künftig mehr Hausbesuche

Für die Zukunft ortet der Mediziner dennoch Probleme: „Durch die immer höhere Lebenserwartung werden wir auch mit mehr Krankheitsfällen konfrontiert. Durch mögliche Einschränkungen der Mobilität könnten sich dadurch die Hausbesuche häufen.“

Versorgung gewährleisten

Seitens der Politik würde sich Dr. Karner eine Entbürokratisierung und Neuregelung der Wochentagsnachtdienste wünschen. „Es ist wichtig, dass die hausärztliche Versorgung auch weiterhin gewährleistet ist. Die angedachten Versorgungszentren eigenen sich vielleicht in Städten, jedoch nicht im ländlichen Raum“, bekräftigt der Allgemeinmediziner, der auf die bevorstehender Pensionierung zahlreicher praktischer Ärzte hinweist: „Hier besteht dringender Handlungsbedarf!“
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